Vortragsreise
11.04.2026, 11:15 bis 15:30 UhrBei der Seefahrt war immer allerlei Volk vertreten, wie es unsere Vorfahren sagen, mit einer Ausnahme. Das waren die vierzig Jahre DSR, die sich durch eine vorher nie erreichte Homogenität der Besatzungen auszeichnete. In den Zeiten davor und danach waren Ausländer die Regel in den Besat-zungen. Wobei man bei diesem Begriff vorsichtig sein muss. Vor 1871 waren die Darßer auf Wustrower Schiffen Ausländer! Für die Zeit nach 1871 gab Wossidlo die Meinung der Rostocker Seeleute mit folgenden Worten wieder: „De Danziger und Stettiner müchten giern up Rostocker Schäpen fohren. Auch Ausländer musterten unter der blau-weiß-roten Flagge an, vor allem Nordländer. De Sweden kemen ut Gotland, se wieren arbeitsam und düchtig. Up Langreis`- Schäpen wier oft Volk von allerlei Nationen.
Als die „Wende“ kam, wurde Kapitän Diestel sehr schnell klar, dass „seine“ Seefahrt in den letzten Zügen lag. Er wollte sich so schnell wie möglich mit der westlichen Seefahrt vertraut machen. Am 28. April 1990 übernahm er mit einer DSR–Besatzung die Aquitania für Columbia Ship Mangdement in Limassol. Zur Besatzung gehörten philippinische Kadetten. Nach kurzer Zeit wurden die DSR-Seeleute, bis auf den Chief und Kapitän Diestel, von Filipinos abgelöst. Für Kpt. Diestel galt immer, jedes Besatzungsmitglied wird unabhängig seiner Herkunft höflich und korrekt behandelt. Im Laufe der Jahre wurde klar, dass diese Haltung nicht genügte, um aus der Ansammlung unterschiedlicher Seeleute eine disziplinierte und effektiv arbeitende Besatzung zu formen. Es wurden anfordernde, nicht immer ungefährliche Reisen. Es blieb nicht bei der Androhung physischer Gewalt.
- Treffpunkt: 10.15 Uhr Fährcenter/Überseehafen
- Abfahrt Überseehafen Rostock 11.15 Uhr
- Ankunft Überseehafen Rostock 15.30 Uhr
- Veranstaltung auf Hinfahrt und großem Buffet auf Rücktour
- Preis pro Person: 59 Euro
- Anmeldung unter Tel.: 0172 / 932 18 97 oder per E-Mail unter info@seefahrtschule-hafen-rostock.de
