Warnemünde Strand: Viele Anträge retten die Saison

Der Bebauungsplan „Strandbereich Warnemünde“ ist noch immer in Arbeit. Damit sich hier auch in diesem Sommer Urlauber wohlfühlen können, reichen die Gewerbetreibenden ihre Einzelanträge ein. Anbrennen tut vorerst nichts, denn wegen Corona fehlen ohnehin die Gäste.Der Bebauungsplan „Strandbereich Warnemünde“ ist noch immer in Arbeit. Damit sich hier auch in diesem Sommer Urlauber wohlfühlen können, reichen die Gewerbetreibenden ihre Einzelanträge ein. Anbrennen tut vorerst nichts, denn wegen Corona fehlen ohnehin die Gäste.09. April 2021

Eine ganze Menge (Strand)Sand hatte Umweltminister Till Backhaus in einer Videokonferenz, zu der am 29. März neben Pressevertretern auch die hiesigen Strandbewirtschafter eingeladen waren, aufgewirbelt (DWM berichtete). Als oberster Dienstherr des Staatlichen Amts für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (Stalu MM), welches zuvor den Aufbau der Strandoase Treichel in Warnemünde wegen des Fehlens einer Baugenehmigung gestoppt hatte, echauffierte er sich darüber, dass es der Stadt Rostock in mehr als zehn Jahren nicht gelungen sei, einen Bebauungsplan für den Strandbereich Warnemünde (B-Plan) aufzustellen. Dieser soll den Bau von festen und saisonalen Bauten am Strand nämlich ein für alle Mal regeln und den Unternehmern somit Planungssicherheit geben. Ein erster Anlauf scheiterte nach jahrelangen Bemühungen im April 2014 wegen Unflexibilität und Überreglementierung in der Rostocker Bürgerschaft. Das Verfahren wurde erneut in Gang gesetzt. Bis der B-Plan endgültig beschlossen ist, so hieß es aus der Stadtverwaltung, würden die Strandbauten bauordnungsrechtlich befristet geduldet. Der Minister gab sich damit nicht zufrieden, sprach von „illegalen Zuständen am Strand“ und auch davon nicht mehr länger wegsehen zu wollen.  

Bekanntlich ist aber nichts so schlecht, dass es nicht für irgendetwas gut ist. In diesem konkreten Fall scheint es die Einsicht, dass kein B-Plan auch keine Lösung ist, gewesen zu sein. Nachdem der Leiter des Stadtplanungsamtes, Ralph Müller, den Sachstand im März dem Warnemünder Ortsbeirat vorgestellt hatte (DWM berichtete), wirbt er jetzt in den Ausschüssen der Bürgerschaft für seine „80-Prozent-Lösung“. Um einen beschlussfähigen Konsens zu erzielen, würden danach im aktuellen Entwurf etwa 80 Prozent aller Funktionen im Geltungsbereich Strand Warnemünde geregelt und strittige Themen, wie etwa feste Gastronomiestandorte in den Dünen oder am Strand und eine Seebrücke vorerst ausgeklammert. Der Amtsleiter zeigte sich zuversichtlich und rechnet damit, dass der eingedampfte B-Plan beschlussfähig sei. Über alles, was darüber hinausgeht, wolle man gesondert verhandeln.

Weil es aber am Strand von Warnemünde – so es die Corona-Lage wieder zulässt – trotzdem touristische und gastronomische Angebote geben soll, sind die Unternehmer jetzt angehalten, einzelne Bauanträge zu stellen. „Die Unterlagen von 18 Gewerbetreibenden liegen uns vor und wir werden diese der Hansestadt Rostock zur Verfügung stellen“, informierte Stalu MM-Amtsleiterin Ines Liefke. Nach ihrem Kenntnisstand prüfe die Tourismuszentrale derzeit wo und in welcher Größe bauliche Anlagen in dieser Saison aufgestellt werden sollten, um die Strandversorgung zu sichern. Sobald das Ergebnis vorliege werde man gemeinsam mit dem städtischen Bauamt Einzelfallprüfung vornehmen.

Zu den Antragstellern gehört Christian Kroll, der seine Strandkorbvermietung am Strandaufgang 23 und 24 betreibt. Für ihn steht außer Frage, erst dann aufzubauen, wenn er auch die Genehmigung dafür vorliegen hat. Und überhaupt sei Corona das viel größere Problem: „Vorerst bis zum 18. April gilt der Lockdown und was dann kommt, weiß noch keiner“, so der Warnemünder. Seinen Bauantrag eingereicht hat auch Matthias Treichel, der darauf hofft, seine Strandoase außerhalb der Hochwasserzone in diesem Sommer doch noch aufbauen zu dürfen. Mit dem Stalu MM sei er im engen Austausch und das Amt will voraussichtlich in der kommenden Woche eine Entscheidung zu treffen.

Durch die Tourismuszentrale wurde der beliebte AOK Active Beach – dieser Hotspot für alle Bewegungsfreudigen soll im Juni zum zehnten Mal an den Start gehen – beim Stalu angezeigt, erklärte Sprecherin Anja Thomanek. Nach erfolgter Prüfung durch die Behörde erwarte man eine Rückmeldung. Der Antrag für „Wikinger gestrandet“ sei seitens des Bewirtschafters ebenfalls gestellt und derzeit in Prüfung. Fristgerecht will auch Matthias Ludwig, Veranstalter des Beach Polo World Masters, das vom 10. bis 12. September ebenfalls in die zehnte Runde gehen soll, seinen Bauantrag einreichen. „Es gibt immer wieder Auflagen, die ich erfüllen muss, aber mit Hilfe meiner Partner und der Tourismuszentrale ist das in der Regel kein Problem“, bestätigt der Geschäftsführer von Polo Riviera Deutschland.

Hinsichtlich der eigenen Veranstaltungen und Kooperationsprojekte am Strand befinde sich die Tourismuszentrale aktuell in der Planungsphase. Sobald die Konzepte fertiggestellt und mit den Partnern wie etwa dem DFB abgestimmt seien, würden entsprechende Veranstaltungsanträge eingereicht. „Die zu beteiligenden Ämter, darunter das Bauamt und Stalu MM, werden diese prüfen und entsprechende Auflagen erteilen, die dann bei der Umsetzung zu berücksichtigen sind“, orientierte Anja Thomanek.

Foto (Archiv): Taslair



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