Warnemünde: Online-Beteiligung "Mittelmole" gestartet

Die Online-Beteiligung zur Entwicklung der Mittelmole Warnemünde ist angelaufen.Die Online-Beteiligung zur Entwicklung der Mittelmole Warnemünde ist angelaufen.15. März 2021

Seit dem vergangenen Sonnabend und noch bis zum 10. April läuft die Online-Beteiligung zur Entwicklung der Warnemünder Mittelmole. Einwohner aus Warnemünde und Rostock sind gleichermaßen aufgefordert, sich daran zu beteiligen.  

Die Mittelmole gilt als Tor zur Welt. Ein Filetstück und seeseitiges Eingangstor zur Hanse- und Universitätsstadt Rostock, nach Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland und Europa. Nach wie vor ist unklar, ob sie dieser Rolle auch gerecht werden kann, denn viele Interessenlagen treffen hier aufeinander.

Eigner der Fläche ist die Rostocker Wiro. Das kommunale Wohnungsunternehmen erwarb das etwa 67.000 Quadratmeter große Grundstück im Jahr 2010 für 14,2 Millionen Euro von der Reederei Scandlines. Strategischer Hintergrund war seinerzeit, dass sich die Stadt damit ein Mitspracherecht bei der Bebauung sichere. Soweit so gut. Allerdings präferiert ein Wohnungsunternehmen fast zwangsläufig immer den Wohnungsbau und genau das stößt vielen Warnemündern sauer auf. Sie fordern hingegen eine hohe Aufenthaltsqualität für Einheimische wie Touristen, ein Bürgerbegegnungszentrum mit kulturellen Angeboten und Wohnen – wenn überhaupt – nur untergeordnet. In unzähligen Workshops, Planungswerkstätten und Bürgerforen wird seit mehr als zehn Jahren über die Entwicklung der Mittelmole diskutiert. Es wurde auch ein städtebaulicher Wettbewerb ausgelobt, doch ein Konsens, was denn nun mit der Fläche passieren soll, konnte bislang nicht gefunden werden. Das soll sich ändern. Im September 2019 stoppte der damals frisch gebackene Rostocker Oberbürgermeister, Claus Ruhe Madsen, die völlig verfahrenen Planungen. Es war an der Zeit für einen Neustart. Der soll unter Federführung von Urbanista gelingen.

Das Hamburger Büro für Stadtentwicklung und urbane Zukunftsstrategien wurde von der Rostocker Stadtverwaltung Mitte vergangenen Jahres damit beauftragt, einen 360-Grad-Rundumblick auf die Mittelmole zu wagen und das Beteiligungsverfahren so neu anzustoßen. Corona-bedingt konnten Ämterworkshops und Gespräche mit Interessenvertretern, sogenannten Stakeholdern, nur online stattfinden. Auch die geplanten Vor-Ort-Gespräche in Warnemünde und Rostock sollen jetzt – nach Themenfeldern aufgeschlüsselt – online ausgetragen werden. Alle Antworten werden anonym veröffentlicht. Auch wird Urbanista, eigenen Angaben zufolge, keine persönlichen Daten erheben. Mittels Like Button ist es möglich, Ideen anderer Autoren gutzuheißen, was jedoch keiner Abstimmung gleichkommt.

Alle Bürger, die nicht online sind, können ihre Meinung auf einem vorgefertigten Fragebogen im Städtischen Anzeiger Nr. 5 kundtun und per Post an Urbanista senden.

Zu klären gilt, welche Rolle die Mittelmole künftig für die Entwicklung Warnemündes und Rostocks übernehmen soll, um ihrem Ruf des Filetstücks auch gerecht zu werden. Alle gesammelten Ergebnisse aus der Beteiligung sollen in die Vorbereitung einer Abschlussveranstaltung im Mai einfließen. In diese sogenannte „Prüfwerkstatt“ gehen auch die Bestrebungen der unterschiedlichen Interessengruppen aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Kultur und Bildung aus Warnemünde und Rostock ein. Die Hoffnung der Verantwortlichen auf eine Präsenzveranstaltung vor Ort in Warnemünde ist groß. In Form eines „öffentlichen Gutachtens“ sollen die gewonnenen Erkenntnisse abschließend dargestellt und ausgewertet werden. Das Gutachten dient als Entscheidungsgrundlage für die Rostocker Bürgerschaft und als Grundlage für die weitere Planung der Verwaltung. 

Foto (Archiv): Taslair



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