Der Herbst zeigt sich derzeit von seiner goldenen Seite, doch für die Strandkorbvermieter in Warnemünde endet die Saison wohl wie geplant am 15. Oktober. Auch Matthias Treichel von der gleichnamigen Strandoase am Aufgang 4 muss dann seine Körbe abbauen. Dabei hatte er bereits vor vier Wochen eine Saisonverlängerung beantragt – eine Antwort steht bislang noch aus.
„Jetzt bahnt sich ein schöner Oktober an, die Herbstferien beginnen und wir müssen wahrscheinlich wieder viel zu früh abbauen“, so Treichel. Die Saison sei insgesamt schwierig gewesen. Verantwortlich dafür war vor allem das wechselhafte Wetter. „Im vergangenen Jahr war der Juli verregnet und der August schön. In diesem Jahr war es genau umgedreht.“ Auf einige heiße Tage folgte häufig ein deutlicher Temperatursturz – und damit blieben auch die Gäste aus.
Positiv entwickelt hat sich dagegen die Erweiterung des barrierearmen Angebotes am Standort in Zusammenarbeit mit der Nurse Club Stiftung. Anfang Juli stellte Geschäftsführer Julian Sturm-Schneider drei weitere barrierefreie Strandkörbe an der Strandoase auf (DWM berichtete). Und das hat sich gelohnt: An warmen Tagen waren die insgesamt vier rollstuhlbefahrbaren Strandkörbe regelmäßig ausgebucht. Rund 20 Rollstuhlfahrer wurden an solchen Tagen an der Strandoase gezählt.
Die Zusammenarbeit soll im kommenden Jahr noch ausgebaut werden. Bereits konkrete Projekte sind geplant, darunter der sogenannte Seatrac Mover. Das System ermöglicht Menschen mit Mobilitätseinschränkungen einen selbstbestimmteren Zugang zur Ostsee (DWM berichtete). Gemeinsam mit der Stiftung möchte Treichel dafür Spenden sammeln.
Eine bislang ungelöste Herausforderung sind die fehlenden barrierefreien Toiletten. „Unser großes Manko!“, betont Treichel. Menschen mit Mobilitätseinschränkungen müssten sich teilweise mit einer mitgebrachten Ente behelfen oder nässen sich ein – für ihn ein unhaltbarer Zustand. Mehrfach hat Treichel eine Ausnahmegenehmigung für einen barrierefreien Toilettencontainer am Dünenfuß beantragt. Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg lehnt dies jedoch mit Verweis auf den Küstenschutz ab.
Zum Ende der Sommersaison steht an der Strandoase Treichel erneut die traditionelle Strandkorbauktion auf dem Programm. Bereits zum siebten Mal kommen ausgemusterte Körbe unter den Hammer. Rund 30 Exemplare werden versteigert – sauber und voll funktionstüchtig. „Obwohl, so ein bisschen echter Warnemünder Strandsand hat ja auch seinen Wert“, sagt Treichel augenzwinkernd.
Mit den Einnahmen wird der Strandkorbbestand verjüngt. Ein Teil des Erlöses fließt zudem in die Finanzierung des Seatrac Movers. Los geht es am Sonnabend, 3. Oktober, zwischen 15 und 16 Uhr, moderiert wird die Versteigerung von DJ Jörg Mandel. Dazu gibt es ein kleines Rahmenprogramm. Treichel hofft auf viele Besucher und wirbt für die Veranstaltung sogar in Berlin, unter anderem rund um das KaDeWe. „Es wäre toll, wenn jetzt noch das Wetter mitspielt.“
Der Abtransport der übrigen Strandkörbe beginnt bereits in der kommenden Woche. Für die Strandoase heißt es damit endgültig: Abschied von der Sommersaison 2026.
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