Hoffnung für Fischer Düwel und die "Barth"

Alexander Kammerath (l.) und Fischer Eyke Düwel vor dem Kutter „Barth“. Ende April muss das Schiff raus aus dem Alten Strom sein.Alexander Kammerath (l.) und Fischer Eyke Düwel vor dem Kutter „Barth“. Ende April muss das Schiff raus aus dem Alten Strom sein.15. April 2021

In schwere See ist der gesundheitlich angeschlagene Warnemünder Fischer Eyke Düwel mit seinem in die Jahre gekommenen Kutter Barth geraten. 1955 gebaut, weise das alte Holzschiff offensichtliche Auffälligkeiten auf, weshalb die Schwimmfähigkeit nur unter Auflagen und auch nur zeitlich begrenzt attestiert werden konnte, hieß es aus dem Hafen- und Seemannsamt. Bis Ende April müsse die Barth daher raus aus dem Alten Strom (DWM berichtete). Doch das kostet Geld – Geld, das der Fischer im Nebenerwerb nicht hat.

Von der prekären Situation erfahren hatte auch Alexander Kammerath aus Berlin. Der 38-jährige COO in einem großen deutschen Pflegeunternehmen fühlt sich schon in familiärer Hinsicht eng mit Warnemünde verbunden – der Opa lebte hier, die Tante wohnt immernoch im Ort und Ehefrau Stephanie ist in Hohe Düne aufgewachsen. „Es schmerzte sehr, zu lesen, wie schlecht es um den Fischer und die Barth steht“, berichtet der Mann mit einem großen Herzen für Warnemünde, der auch Mitglied im Museums- und Leuchtturmverein ist. „Hier muss man helfen“, war sich das Paar schnell einig. Um sich ernsthaft Gedanken für ein Nutzungskonzept machen zu können, brauche man allerdings Zeit, so Alexander Kammerath. Und genau da setzt auch sein Angebot an: „Wir übernehmen die Kosten für das Verholen des Kutters und auch dafür, dass er drei Monate lang irgendwo sichergestellt wird. Dieses Zeitfenster verschafft uns Luft“, ist der engagierte Berliner überzeugt. Nach siebenmonatiger Corona-Zwangspause kam er heute nach Warnemünde, um wichtige Reparaturen an seinem Haus vorzunehmen und bei der Gelegenheit auch nach Eyke Düwel und der Barth zu sehen.

Um ein Stück Warnemünder Geschichte zu retten sind jetzt kreative Ideen gefragt – man sei offen für alles, so Kammerath. Ihm sei es nur wichtig, dass die Barth erhalten bleibt. Eine Option wäre, das Boot irgendwo an Land zu holen, aufzuarbeiten und das maritime Erbe so für die Nachwelt zu erhalten. Eine weitere und deutlich kostenintensivere wäre, das Schiff grundhaft zu reparieren und wieder schwimmfähig zu machen. Für beides braucht man Partner und die zu finden, ist inmitten der Pandemie gar nicht so einfach. Dankbar zeigt sich indes Eigner Eyke Düwel: „So könnte man meinen alten Holzkutter noch vor der Verschrottung retten“, freut er sich über die ungeahnte Unterstützung. Und davon, dass es eine Lösung geben wird, ist auch Alexander Kammerath überzeugt.

Der attraktive Liegeplatz mit Verkaufsstand direkt an der Bahnhofsbrücke bleibt übrigens bei Fischer Düwel. Er hat noch ein kleineres Boot, mit dem er ab und an auf die Ostsee zum Fischen schippert.



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16.04.2021 um 07:53 Uhr
Der Warnemünder: Danke für Ihr Angebot ;-) Noch weiß keiner, was passiert. Bitte verfolgen Sie dazu die weitere Berichterstattung.
15.04.2021 um 16:25 Uhr
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