Gehen, walken, laufen im Küstenwald – Booster für's Immunsystem

Der Stoltera Küstenwald in Warnemünde/ Diedrichshagen bietet sich bei jedem Wetter zum Spazierengehen, Walken oder Joggen an.Der Stoltera Küstenwald in Warnemünde/ Diedrichshagen bietet sich bei jedem Wetter zum Spazierengehen, Walken oder Joggen an. (3 weitere Bilder)17. November 2021

„Es tut uns einfach gut, auch bei Wind und Wetter“, versichern zwei Warnemünderinnen auf ihrer morgendlichen Runde durch den Küstenwald. Obwohl es heute recht kühl und grau ist, mögen sie darauf nicht verzichten. Jeden Tag nehmen sie sich die Zeit, verabreden sich, gehen gemeinsam rund eine Stunde – mal direkt am Strand, mal oben durch den Wald. „Es ist jeden Tag anders und doch irgendwie immer gleich“, schwärmen beide. Die gute Laune komme von ganz allein.

Jeden Tag mindestens 10.000 Schritte empfehlen Mediziner zur Gesundheitsvorsorge – am besten draußen. Bewegung an der frischen Luft kurbelt das Herz-Kreislauf-System an, vertieft die Atmung, stärkt die Muskeln, fördert die Fettverbrennung, beruhigt den Geist und setzt Glückshormone frei. Schon eine Stunde einfaches Spazierengehen verbrennt ca. 270 kcal, Walken fast doppelt so viel.

Den Wald an der Steilküste, westlich von Warnemünde, haben vor über 100 Jahren Bauern angelegt. Sie wollten damit verhindern, dass der Wind, der meistens aus Richtung Ostsee kommt, die fruchtbare Erde von ihren Feldern fegt. Der Küstenwald war sozusagen Windschutz für die dahinter liegenden Äcker und Felder. Heute gehört er zum Stadtforstamt der Hanse- und Universitätsstadt Rostock und dient vor allem der Erholung für Einheimische, Ausflügler und Urlauber. Nicht nur der Forstamtsleiter wünscht sich künftig mehr Rücksicht der Menschen auf die Natur im Küstenwald (DWM berichtete). Überbordender Massentourismus könne nicht das Ziel sein, Natur sei nicht beliebig erweiterbar.

Dabei ist das „Gesundheitspotenzial Wald“ unbestritten, erklärt auch ein Flyer des Bäderverbandes M-V e.V., ein Aufenthalt im Wald sei überaus wohltuend für Körper, Geist und Seele. Diese jahrhundertealte Erfahrung gewinne, angesichts der zunehmend digitalisierten Welt und Homeoffice, immer mehr an Bedeutung. Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass der Waldaufenthalt unser Immunsystem in messbaren Dimensionen stärkt und Zivilisationskrankheiten, wie Depressionen oder Burn Out, entgegenwirkt.

„Rechts rauscht das Meer, links zwitschern die Vögel – einmalig schön“, freuen sich drei andere Wanderer auf dem Weg von Warnemünde in Richtung Wilhelmshöhe. Etwa drei Kilometer sind es vom Ostseebad bis zur Ausflugsterrasse mit Bistro – immer parallel zur Küste. Riesige Buchen, Eichen, Kiefern säumen den Wanderweg, mal eröffnet sich der weite Blick auf die Ostsee, Bänke laden zum Verweilen ein. Die tiefe Novembersonne scheint schräg auf den bunten Waldboden. Nach einem der letzten Stürme ist ein dicker Baumstamm schräg liegen geblieben – auch ein Ort zum Chillen oder für Entspannungsübungen. Nicht nur stressgeplagte Städter holen sich hier neue Energie.

Das einzig Schwierige ist die Motivation, dafür gebe es keinen einfachen Trick, sagen Mediziner, das sei vor allem Selbstdisziplin. Aufraffen müsse sich jeder selbst. Wer es schafft, sich regelmäßig an der frischen Luft zu bewegen, stärkt sein Immunsystem, bekommt mehr Abwehrkräfte, wird belastbarer und weniger oft krank. Die beiden Warnemünderinnen jedenfalls, werden morgen früh wieder ihre Runde im Küstenwald gehen – egal wie das Wetter ist.

RikeM



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17.11.2021 um 13:09 Uhr
limalo: Auch ich bin fast jeden Tag im Küstenwald und am Strand bis Wilhelmshöhe oder weiter unterwegs. Der Aufenthalt im Wald ist Balsam für die Seele .Es ist einfach schön , bei jedem Wetter .
Dieser Küstenstreifen ist besonders schützenswert !