Flatter-Ulme hat Pech, dass sie im Warnemünder Kurpark steht

Baumbegehung: Teamleiterin Stadtbäume im Amt für Stadtgrün, Steffie Soldan, vor der Flat-ter-Ulme im Kurpark Warnemünde.Baumbegehung: Teamleiterin Stadtbäume im Amt für Stadtgrün, Steffie Soldan, vor der Flat-ter-Ulme im Kurpark Warnemünde.04. November 2021

Seit der Warnemünder Kurpark um das Jahr 1860 angelegt wurde, wächst diese Flatter-Ulme dort. Sie ist einer von nur zwei verbliebenen Ursprungsbäumen des denkmalgeschützten Waldparks. Jetzt soll sie möglichst schnell gefällt werden, ausgerechnet weil der gut 150 Jahre alte Laubbaum im Kurpark steht. Dort könne die Verkehrssicherheit nicht länger gewährleistet werden, hieß es gestern Nachmittag bei der Baumbegehung.

„Ich werde diesen Baum nicht von der Fällliste nehmen, das kann ich nicht verantworten – aus Gründen der Verkehrssicherheit“ erklärte Steffie Soldan, Teamleiterin Stadtbäume des Amtes für Stadtgrün der Stadt Rostock auf Nachfrage durch Annette Boog, Sprecherin  der Bürgerinitiative „Rettet den Küstenwald“ (BI), die sich für den Erhalt dieser besonderen Flatter-Ulme einsetzt. Die Ulme sei durch die städtischen Baumkontrolleure schon seit Jahren unter Beobachtung. Da sie nahe einem Kinderspielplatz steht und Schwäche zeige, habe das Grünamt dieses Jahr ein Gutachten zur Standsicherheit anfertigen lassen. Dieses beruhe auf der eingehenden Untersuchung des Stammfußes am 12. Juli 2021. Das beauftragte Sachverständigenbüro kommt zu dem Schluss, dass die Ulme keine voraussichtliche Reststandzeit mehr hat, die Verkehrssicherheit nicht gegeben ist und empfiehlt die Fällung. Dieser Empfehlung will das Grünamt Folge leisten.

Hingegen will die Bürgerinitiative um Annette Boog weiter verhindern, dass die besonders schützenswerte Ulme gefällt wird und hatte dazu bereits den Kustos des Botanischen Gartens der Universität Rostock, Dethardt Götze, um eine Stellungnahme gebeten (DWM berichtete). Dieser hatte eingeschätzt, dass die Flatter-Ulme im Kurpark sich trotz ihres Alters durch eine bemerkenswerte Vitalität auszeichne. „Wir werden nun das Gutachten, das Grundlage für die Fällung sein soll, genauer unter die Lupe nehmen und möchten den Sachverhalt um die Flatter-Ulme im Ortsbeirat bei der nächsten Sitzung erörtern“ so Annette Boog nach der gestrigen gemeinsamen Begehung mit dem Grünamt. Die nächste Sitzung des Ortsbeirates findet am Dienstag, 9. November, im Technologiepark Warnemünde statt.

RikeM



« vorheriger Artikel zur Übersicht zum Archiv nächster Artikel »

Kommentieren Sie den Artikel

Name
E-Mail (wird nicht veröffentlicht)

Sicherheitscode
Ich willige ein, dass DER WARNEMÜNDER die von mir überreichten Informationen und Kontaktdaten dazu verwendet um mit mir anlässlich meiner Kontaktaufnahme in Verbindung zu treten, hierüber zu kommunizieren und meine Anfrage abzuwickeln. Dies gilt insbesondere für die Verwendung der E-Mail-Adresse zum vorgenannten Zweck. Die Datenschutzerklärung kann hier eingesehen werden.*


04.11.2021 um 17:39 Uhr
Rudolfo: Ich habe das Gefühl, dass Frau Soldan erher die Flatterulme fällen läßt als vielleicht einmal vorerst die Bank darunter umsetzt. Ist vielleicht ein anderes Amt zuständig. Wenn denn alles so schlimm bestellt ist mit der Ulme. Der Fachmann ist anderer Meinung. Bisher wurden auch in Warnemünde Bäume ohne erkennbare Notwendigkeit vernichtet. Von Nachpflanzungen ist eher nicht die Rede. Beispiele gefällig? Ist das der lokale green deal, Frau Soldan? Warum braucht es immer Gutachten? Fehlt eventuell der Sachverstand im Grünamt?
MfG
Rudolfo