500 neue Parkplätze für Warnemünde

Unser Foto zeigt den Parkplatz Strand Mitte, die Jugendherberge, die Wohnanlage Dünenquartier und dahinter den Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark. Südlich des Parkplatzes befinden sich die Tennisplätze.Unser Foto zeigt den Parkplatz Strand Mitte, die Jugendherberge, die Wohnanlage Dünenquartier und dahinter den Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark. Südlich des Parkplatzes befinden sich die Tennisplätze.18. März 2021

Um die angespannte Parkplatzsituation im Ostseebad zu entlasten, plant die Stadtverwaltung auf dem Parkplatz Strand Mitte an der Warnemünder Jugendherberge eine mehrgeschossige Parkpalette zu errichten (DWM berichtete). Möglichst kurzfristig sollen so weggefallene Stellflächen im Ortskern und auf dem Parkplatz Rohrmannsche Koppel – hier ist ein Wohnmobilstellplatz geplant – kompensiert werden. Auch soll der westliche Ortseingang deutlich attraktiver daherkommen, denn geplant sind im Erdgeschoss auch öffentliche Toiletten, Ladestationen für Elektrofahrzeuge, Fahrradanlagen und Verleihstationen.

Planungsrechtliche Voraussetzung für die teilweise Bebauung des Parkplatzes ist die zweite Änderung des geltenden Bebauungsplans (B-Plan) 01.SO.88 „Sport- und Freizeitzentrum Warnemünde Parkstraße“. Der Aufstellungsbeschluss wurde durch Stadtplaner Ralph Müller in der letzten Ortsbeiratssitzung vorgestellt. Der Geltungsbereich für die Anpassung umfasst eine Teilfläche von ca. 2,9 Hektar.

Die ebenerdigen Außen-Stellplätze auf dem, durch die Tourismuszentrale bewirtschafteten, Großparkplatz sollen zum großen Teil erhalten bleiben. Nur etwa 100 entfallen für die Baufläche und auch diese würden mit der Parkpalette kompensiert. Hier sollen insgesamt ca. 500 Stellplätze entstehen – 290 Ersatzplätze für die „Rohrmannsche Koppel“, 100 als Ersatz für ebenerdige Stellplätze und weitere 100 für Dauerparker. Die Parkpalette soll sich an den vorhandenen Gebäudehöhen orientieren und maximal 8,75 Meter emporwachsen. Festgeschrieben sei auch der Erhalt der Kastanienallee an der Parkstraße und des Grenzabstandes zum angrenzenden geschützten Biotop. „Weil die Grundzüge der Planung von der Änderung nicht berührt werden, handelt sich um ein einfaches Verfahren. Der umfangreiche Umweltbericht fällt damit weg“, erklärte Ralph Müller. Allerdings müssten auf dem heutigen Parkplatz auch Bäume gefällt und kompensiert werden.

Generell freuen sich die Warnemünder über die zügig in Angriff genommene Entlastung der Parkplatzsituation. Allerdings ist man einigermaßen verwundert darüber, dass in der Beschlussvorlage von einer Umsetzung des Parkraumkonzeptes für Warnemünde die Rede ist. Zwar wurde im Oktober vergangenen Jahres angekündigt, dass ein Parkraumkonzept aus dem Jahr 2014 – seinerzeit erarbeitet durch die Planungsgruppe Nord in Kassel (PGN) – wieder aus der Schublabe hervorgeholt wurde, doch fortgeschrieben wurde dieses bislang nicht. Jedenfalls nicht offiziell. „Mir liegt nichts vor und auch im Ortsbeirat wurde nichts vorgestellt“, stellte Mathias Ehlers vom Warnemünder Umweltausschuss fest. Er regte zudem an, im Zusammenhang mit dem Erhalt der Bestands-Kastanienreihe in Abstimmung mit dem Grünamt direkt dahinter eine neue Baumreihe anzupflanzen. Es sei schließlich absehbar, dass die Parkstraße irgendwann angefasst würde. Außerdem sollten weggenommene Bäume vorrangig auch in Warnemünde nachgepflanzt werden. Das erspare viel Stress und Ärger.

Dass das Parkraumkonzept unbedingt im Ortsbeirat vorgestellt werden muss, forderte auch der Vorsitzende, Wolfgang Nitzsche. Stadtplaner Müller kündigte an, das Ansinnen an die Stadtverwaltung weiterzureichen.

Der B-Plan „Sport- und Freizeitzentrum Warnemünde Parkstraße“ wurde 1997 für eine 15,5 Hektar große Fläche durch die Rostocker Bürgerschaft beschlossen und sollte ursprünglich als Grundlage zur Entwicklung von attraktiven Sport- und Freizeitanlagen dienen. Der Neubau zweier Kunstrasenplätze, eines Vereinsgebäudes und einer Sporthalle im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark in der Parkstraße konnten schon realisiert werden. Seit längerem überfällig ist hingegen die lange angekündigte Sanierung des Stadions mit Naturrasen­platz. Zwischen Sportpark und Parkplatz Jugendherberge war vor Jahren sogar ein Sporthotel geplant. Doch die Dinge entwickelten sich anders und stattdessen entstand hier mit dem Dünenquartier eine weitere exklusive Wohnanlage. Dass der B-Plan seit Jahren zu Ungunsten des Sports zunehmend eingedampft wurde, kritisierte in der Ortsbeiratssitzung dann auch ein Mitglied des SV Warnemünde. Abschließend stimmte der Ortsbeirat jedoch einstimmig für die Beschlussvorlage. Das letzte Wort hat die Bürgerschaft, die in ihrer April-Sitzung dazu berät.

Foto (Archiv): Taslair



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30.03.2021 um 10:03 Uhr
lima: noch ein Nachsatz : 100 Plätze für Dauerparker ? Wo sollen die Dauer Parker denn herkommen ? Für die Mieter und Eigentümer des neuen Wohngebietes wurde genug Parkraum zur Verfügung gestellt.
Es hat sich gezeigt , dass das Parkhaus am "Wohngebiet Molenfeuer" kaum angenommen wird . Warum wohl ?? Es muss andere Lösungen geben !
Großparken raus aus Warnemünde !
18.03.2021 um 13:43 Uhr
lima: Wieder ein Parkraumkonzept bei dem nicht das Versprechen / Vorhaben beachtet wird , den Autoverkehr weitgehend aus Warnemünde zu "verbannen".
Die Richard- Wagner- Strasse und die Parkstrasse sind so belastet !!
Es ist sehr laut und stinkt nach Autoabgasen ; es wurde ohnehin schon von Jahr zu Jahr schlimmer !