Zoff um den Radweg Parkstraße

Den markierten Fahrradstreifen Parkstraße teilen sich Radfahrer mit Müllautos, Mama-Taxis, Bussen und Lieferanten. Kreuzgefährlich wird es, wenn man hier mit Kindern unterwegs ist. Den markierten Fahrradstreifen Parkstraße teilen sich Radfahrer mit Müllautos, Mama-Taxis, Bussen und Lieferanten. Kreuzgefährlich wird es, wenn man hier mit Kindern unterwegs ist. (1 weiteres Bild)09. Oktober 2019

Für jede Menge Zündstoff sorgte in der gestrigen Ortsbeiratssitzung der Sachstandsbericht zum Radweg Parkstraße. Ziel der Baumaßnahme sei es, Rechtssicherheit zu erlangen und Radfahrer von Fußgängern weitest möglich zu trennen. Das funktioniert allerdings nicht immer und gut gedacht ist sowieso nicht gleichzeitig auch gut gemacht. Robert Fröhlich vom städtischen Amt für Verkehrsanlagen stellte die aktuellen Planungen vor:

Die Fahrradstraße im Groß Kleiner Weg soll bis zur Ampelanlage Doberaner Landstraße erweitert und als solche mittels Aufpflasterung noch besser gekennzeichnet werden. „Parallel zur Kleingartenanlage bis zur Zufahrt zum Kleinen Sommerweg bleibt es beim gemeinsamen Geh- und Radweg, der auf dreieinhalb Meter zuzüglich Sicherheitsstreifen verbreitert wird“, informiert Robert Fröhlich. Die derzeit unübersichtliche, weil schräg verlaufende, Zufahrt Kleiner Sommerweg – sie ist eigentlich Fußgängern und Radfahrern vorbehalten, wird aber von Strandbesuchern nur allzu gern als kostengünstige Parkplatzalternative missbraucht – soll rechtwinklig gestaltet und ebenfalls aufgepflastert werden. Die eigentliche Anwohnerzufahrt für den Kleinen Sommerweg befindet sich allerdings direkt hinter der Strandversorgung. Nicht wenige Ortskundige wünschen sich daher die schräge Zufahrt ganz und gar für den Fahrzeugverkehr zu sperren.  

Hinter dem Imbisseck „Weststrand“ sollen Fußgänger auf zwei Metern und Radfahrer auf drei Metern Breite in beiden Richtungen getrennte Wege gehen bzw. fahren. Auch hier ist wieder ein Sicherheitsstreifen vorgesehen. Ebenfalls vorgesehen sind im Bereich der Strandzugänge sogenannte „Aufmerksamkeitsfelder“, als Rüttelstreifen für die Radfahrer: „Damit man als Radfahrer auch sieht, dass da Fußgänger kreuzen“, erklärt Fröhlich dem ungläubig dreinschauenden Publikum.

Der verkehrsberuhigte Bereich auf Höhe des Best Western Hanse Hotels soll erhalten bleiben. Im Sinne der Übersichtlichkeit werden hier die vorhandenen Parkplätze neu angeordnet und ordentlich markiert. Der vor der Containerschule befindliche Fußgängerüberweg soll zurückgebaut und anschließend für Radler neu angelegt werden. Fahrradfahrer – egal ob allein unterwegs oder in Familie mit Kindern – sollen hier auf die andere Straßenseite wechseln und dort weiter in den Ort fahren. Für mehr reiche momentan das Geld nicht. Es regt sich Widerstand bei den Warnemündern, denn der mittels weißer Linie für Radfahrer abgrenzte Fahrstreifen ist nicht nur sehr schmal, sondern durch viele tief liegende Gullydeckel auch noch schwer befahrbar. Außerdem fahren hier Busse ihre Haltestellen an, die Müllabfuhr verrichte ihre Arbeit und auch Handwerker laden ihre Materialien aus. Als Radfahrer muss man diese Hindernisse großräumig umfahren oder man wechselt lieber gleich auf den Gehweg.      

Für regelrechte Empörung sorgte die Aussage Fröhlichs, dass wegen der Neugestaltung 110 Bäume gefällt werden müssten, der Großteil davon im Küstenwald. Die Baumfällungen seien bereits ausgeschrieben. Dass die Verbreiterung der Wege nur so möglich sei, ist den meisten Anwesenden klar, doch dass die Ersatzpflanzung von 2.330 Bäumen in der Rostocker Heide und nicht in Warnemünde bereits vorgenommen wurde, zog dann doch für breites Unverständnis nach sich: „So geht das nicht! Warnemünde wird durch solche Aktionen immer baumfreier“, echauffiert sich etwa Mathias Ehlers vom Umweltausschuss.

Bislang gibt es keinen expliziten Radweg, der von Westen kommend rein nach Warnemünde führt. Die aktuelle Regelung sieht vor, dass sich Radfahrer und Fußgänger in beiden Richtungen einen Weg teilen. Wochentags werden etwa 200 Radfahrer pro Stunde gezählt, an den Wochenenden und bei schönem Wetter können es gern mal 1.000 und mehr sein. Seit 30 Jahren oder noch länger funktioniert das so, denn auch hier gilt Paragraph 1 der Straßenverkehrsordnung: Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme. Was spricht eigentlich dagegen, es auch dabei zu belassen? Die Stadt Rostock würde Geld sparen und die 110 Bäume dürfen auch stehen bleiben.

Zusammenfassend sollen jetzt die kritisierten Punkte gesammelt und an das Amt für Verkehrsanlagen weitergeleitet werden. Im November wird das Thema „Sachstand Radweg Parkstraße“ erneut auf der Tagesordnung des Ortsbeirats stehen.

Fotos: Map



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