Zehnjähriger spendet für den Seenotkreuzer "Arkona"

Karsten Waßner, 1. Vormann und Kapitän der „Arkona“, der zehnjährige Toni aus Leipzig und Werftenchef Christian Schmoll (v.l.) vor dem aufgedockten Seenotkreuzer mit Tochterboot „Caspar“. Karsten Waßner, 1. Vormann und Kapitän der „Arkona“, der zehnjährige Toni aus Leipzig und Werftenchef Christian Schmoll (v.l.) vor dem aufgedockten Seenotkreuzer mit Tochterboot „Caspar“. 28. Juli 2020

Das Erstaunen stand dem zehnjährigen Toni aus Leipzig deutlich ins Gesicht geschrieben, als er heute Mittag in der Schiffbauhalle 2 von Tamsen Maritim in Rostock-Gehlsdorf den Seenotkreuzer Arkona auf dem Trockenen vorfand. „Seit dem 8. Juni ist das Schiff zur planmäßigen Wartung und Überholung auf der Werft“, verrät der 1. Vormann und Kapitän, Karsten Waßner. Um auch den neusten Vorschriften gerecht zu werden, erhalte der 28 Jahre alte Seenotkreuzer einen Trenntrafo, als „große Sicherung“. Zudem würden die drei Motoren gewartet und die Navigationseinheiten überholt. Durch die Sonne porös gewordene Schalter auf dem oberen Führerstand sollen ausgetauscht und die Arkona obendrein mit einem komplett neuen Anstrich versehen werden. Auch am nebenan befindlichen Tochterboot Caspar wird gearbeitet.

Und was hat nun der kleine Toni mit der Sache zu tun? Der Pfiffikus hat an seinem Geburtstag am 20. Juli stolze 2.000 Euro an die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS)  gespendet. Und zwar zweckgebunden für den Seenotkreuzer Arkona. Schon bei einem Warnemünde-Urlaub im Jahr 2013 ist ihm das Schiff aufgefallen und 2016 bei einem Open Ship durfte er es dann so richtig in Augenschein nehmen. Toni war angefixt und begann sich zunehmend für die Arbeit der Seenotretter zu interessieren. Die Suche nach einem Modell begann, nur leider kann dieses nicht schwimmen. Ein ferngesteuertes Boot war zu teuer und weil Toni aber unbedingt etwas für die Seenotretter in Warnemünde beisteuern wollte, war auf Anraten der Eltern letztlich eine Spende das Mittel der Wahl. Eigentlich sollte das Geld für zwei Überlebensanzüge verwendet werden, doch diese wurden gerade nicht benötigt. Gebraucht wurden hingegen zwei neue GPS-Empfangsgeräte und die konnten bei Tamsen – die Werft legte noch 2.000 Euro obendrauf – auch gleich eingebaut werden.

Tamsen Maritim konnte sich in den vergangenen elf Jahren durch den Neubau von Behördenschiffen und Reparaturen einen Namen machen. So wird der Seenotkreuzer Arkona hier schon zum dritten Mal überholt. „Die Konkurrenz ist groß, doch besonders stolz macht uns, dass das Flaggschiff der DGzRS, die 46 Meter lange Hermann Marwede, an 17 Reparaturwerften vorbei den Weg von der Insel Helgoland nach Rostock findet“, freut sich Tamsen Geschäftsführer Christian Schmoll. „Das worauf die Seenotretter am meisten Wert legen, ist die Qualität, denn unter schwierigen Bedingungen auf See braucht man das beste Einsatzmittel“, weiß Schmoll. Seine 107 Mitarbeiter und sechs neuen Auszubildenden müssen sich um ihr Auskommen vorerst keine Gedanken machen, denn die Auftragsbücher sind auf Jahre gut gefüllt. Fördermillionen der Bundesregierung werden hier nicht benötigt.







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