Warnemünder Abend: Ein Meer oder ein See?

Ein Meer? Ein großer See? Wie wechselvolle Ostsee-Vergangenheit den Blick für die Zukunft schärftEin Meer? Ein großer See? Wie wechselvolle Ostsee-Vergangenheit den Blick für die Zukunft schärft03. Juli 2019

Voraussichtlich leben weltweit bald mehr als vier Milliarden Menschen in Küstennähe. Mit neun Anrainerstaaten und 85 Millionen Menschen im Einzugsgebiet bietet die Ostsee die perfekte Möglichkeit, um zukünftige Änderungen im Lebensraum Küstenmeer vorherzusagen. Schon heute ist sie vielen Stressfaktoren ausgesetzt, die für andere Küstenmeere erst später relevant werden. Die Ostsee gilt damit sozusagen als ein Modell für das Küstenmeer der Zukunft. Für gute Vorhersagen ist es aber entscheidend, dass wir verstehen, welche Änderungen in der Ostsee vom Menschen verursacht wurden und welche natürlichen Klimaschwankungen entspringen.

Hier kann der Blick auf die „bewegte“ Vergangenheit helfen: Seit seiner Entstehung vor rund 12.000 Jahren durch die Gletscherschmelze am Ende der letzten Eiszeit verändert sich das Binnenmeer ständig – mitunter gravierend. Allein in den letzten 1.000 Jahren wurde es von der mittelalterlichen Warmzeit und anschließend durch die Kleine Eiszeit geprägt. Genau hier setzt Florian Börgel, Physiker am Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW), in seinem Vortrag am Donnerstag, 4. Juli, an: Um zu erläutern, was damals geschah – also lange vor maßgeblichem menschlichen Einfluss – verwendet er computergestützte Modelle, mit denen er verschiedene Ostsee-Entwicklungen für diesen Zeitraum simuliert. Unter anderem berichtet er darüber, ob und wie langfristige natürliche Temperaturschwankungen im Nordatlantik ihre Spuren im Ökosystem Ostsee hinterlassen haben und wie diese bei der Modellierung zukünftiger Veränderungen im Lebensraum Küste berücksichtigt werden können.

Veranstaltungsort ist der große Saal des IOW, Seestraße 15, in Warnemünde, erreichbar über den Haupteingang des Instituts am Kurpark. Beginn ist 18.30 Uhr, der Eintritt ist frei.

Foto: Holger Martens



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