Warnemünde: Wohin mit den Wohnmobilen?

Unser Archivfoto von der letzten Hanse Sail zeigt, wie das tatsächliche Leben auf dem Parkplatz Mittelmole aussieht. Viele Wohnmobile haben hier Quartier bezogen und ganz sicher nicht nur für einen Tag.Unser Archivfoto von der letzten Hanse Sail zeigt, wie das tatsächliche Leben auf dem Parkplatz Mittelmole aussieht. Viele Wohnmobile haben hier Quartier bezogen und ganz sicher nicht nur für einen Tag.04. Juni 2020

Das zurückliegende Pfingstwochenende hat gezeigt, dass der Run auf die Ostseeküste auch in Corona-Zeiten ungebrochen ist. Es gilt sogar als wahrscheinlich, dass dieser Trend auch in den kommenden Monaten anhält. Vermehrt machen sich auch Wohnmobil-Fans auf den Weg, unser schönes Bundesland auf eigene Faust zu erkunden und das ist auch gut so. Um Infektionsketten im Fall einer Covid19-Infektion nachvollziehen zu können, gelten derzeit aber auch für sie besondere Regeln. Vergleichsweise einfach kann diese Nachvollziehbarkeit auf offiziellen Stellplätzen gewährt werden. Die Krux: So etwas gibt es in Warnemünde derzeit noch nicht.

Wo also hin mit den Wohnmobilen? Sind in Warnemünde die Großparkplätze „Mittelmole“, „Strand“ oder „Rohrmannsche Koppel“ womöglich eine Alternative? In „normalen“ Zeiten kann man diese Frage mit „Ja“ beantworten, denn Wohnmobilurlauber werden hier toleriert. Wie aber verhält sich das in Corona-Zeiten? Die Tourismuszentrale verweist für den durch sie bewirtschafteten Parkplatz Strand (Jugendherberge) auf die geltenden Regelungen für Übernachtungen und die Nachvollziehbarkeit von Infektionsketten. Es wurde deshalb ein Sicherheitsdienst beauftragt, der Kurabgabe kassieren und damit gleichzeitig auch die Kontaktdaten aufnehmen soll. 

Anders sieht es da schon beim Parkplatz Mittelmole aus. Wegen seiner tollen Lage am Neuen Strom mit Passagierkai unter Wohnmobilisten besonders beliebt. Zuständig hier ist die kommunale Wohnungsgesellschaft Wiro. „Der kostenpflichtige Parkplatz Mittelmole wird vor allem von Tagesgästen mit Pkw genutzt. Dort parken auch Reisebusse und Wohnmobile. Der Parkplatz Mittelmole ist deshalb aber kein Caravan-Platz, sondern ein reiner Parkplatz“, unterstreicht Unternehmenssprecher Carsten Klehn. Die Wiro sieht sich deshalb auch nicht als Quartiersgeber, sondern bietet lediglich Stellplätze an. Wie auf jedem anderen Parkplatz würden auch auf der Mittelmole keine Daten erhoben. „Wir weisen in unserer Parkordnung darauf hin, dass dort nicht übernachtet werden darf. Ebenso dürfen keine Tische und Stühle aufgestellt werden. Während der Dienstzeit weisen unsere Mitarbeiter die Wohnmobilisten aktiv darauf hin“, so Klehn weiter. Dass Personen in ihren Fahrzeugen auf dem Parkplatz Mittelmole übernachten, kann auch er aber nicht ausschließen. Deshalb haben sich die Hansestadt Rostock und die Wiro auch auf eine „faire Pauschale“ zur Abgeltung der Kurtaxe geeinigt und damit eine praktikable Lösung gefunden. Diese Regelung gilt für eine Übergangszeit und soll auslaufen, wenn der „Wohnmobilstellplatz Rohrmannsche Koppel“ in Betrieb genommen wird. Wie denn nun? Übernachtet werden darf nicht, aber eine Pauschale für den Ausgleich der anfallenden Kurtaxe wird trotzdem bezahlt? Und die Nachvollziehbarkeit der Infektionsketten fällt damit gleich ganz hinten runter.

Fest steht indes, dass der Wohnmobilstellplatz Rohrmannsche Koppel auch in diesem Jahr noch nicht ans Netz geht. „Nachdem wichtige Grundstücksfragen geklärt wurden, kann jetzt ein B-Plan-Entwurf erstellt werden. Wir wollen den Entwurf zum Jahresende vorstellen. Erst nach Abschluss des B-Plan-Verfahrens können wir einen Zeitplan aufstellen“, erklärt Carsten Klehn.

In den Reiseregeln zur Eindämmung von Neuinfektionen mit dem COVID19-Virus des Innenministeriums MV steht geschrieben: Die Einreise mit dem Wohnmobil ist seit dem 25. Mai nur möglich, wenn mindestens eine Übernachtung auf einem Campingplatz oder bei einem anderen touristischen Anbieter in Mecklenburg-Vorpommern gebucht wurde. Wirklich Corona- und Abmahnungssicher bleiben deshalb vorerst nur ausgewiesene Stellplätze, wo auch die Kontaktdaten abgefragt und hinterlegt werden. Ob die zuständigen Behörden ihrer Kontrollpflicht jetzt tatsächlich auch nachkommen, bleibt abzuwarten. Allerdings: Ein Restrisiko besteht.

Foto: Taslair



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