Warnemünde: Lehmbau im Heimatmuseum geht weiter

Seit August arbeitet Sylvia Krüger als Lehmbauerin im Handwerksbetrieb von Uwe Krempien. Die sympathische Künstlerin liebt alles Organische und damit auch den natürlichen Baustoff. Im Heimatmuseum Warnemünde macht sie sich bei der Renovierung des Altenteils nützlich.Seit August arbeitet Sylvia Krüger als Lehmbauerin im Handwerksbetrieb von Uwe Krempien. Die sympathische Künstlerin liebt alles Organische und damit auch den natürlichen Baustoff. Im Heimatmuseum Warnemünde macht sie sich bei der Renovierung des Altenteils nützlich.14. Januar 2021

Seit November sind auch die Türen des Warnemünder Heimatmuseums in der Alexandrinenstraße 31 Corona-bedingt geschlossen. Das heißt, so richtig verschlossen sind sie dann doch nicht, denn Lehmbauer Uwe Krempien und seine Mitarbeiterin Sylvia Krüger gehen hier seit Jahresbeginn ein und aus. Wieder wird der Shutdown im Heimatmuseum sinnvoll für Renovierungsarbeiten genutzt. Nachdem im vergangenen Jahr Schlafstube, Wohnstube und Diele mittels Lehmputz und -anstrich nahezu in ihren Originalzustand zurückversetzt wurden sind jetzt das Altenteil und der dazugehörige Vorraum an der Reihe.

„Dafür mussten wir aber zunächst an Wänden und Decken mehrere Schichten Gipsputz, alter Tapeten und Farbe aus den vergangenen 50 Jahren abtragen. Das alles hatte sich regelrecht festgefressen“, sagt Sylvia Krüger. Die Quereinsteigerin wurde in Thüringen geboren und begann ihre berufliche Karriere als Kunstlehrerin für Grund- und Oberschüler. Es folgte die Umorientierung auf die bildenden Künste und im August 2020 schließlich der Einstieg bei Lehmbauer Uwe Krempien. Kennengelernt haben sich die beiden vor zwei Jahren bei einem Lehmbauseminar. Mittlerweile wohnt die auf textile Kunst, Skulpturen und Objekte ausgerichtete Kreative im Ostseebad Nienhagen und fühlt sich mit dem Baustoff Lehm so richtig wohl: „Lehmputz im Innenraum schafft ein gesundes Wohnklima, eine tolle Atmosphäre und wirkt dazu noch dämmend. Hier im Heimatmuseum machen wir das alte Handwerk wieder erlebbar“, schwärmt die 43-Jährige, mit einer ausgeprägten Affinität zum Organischen.    

Auf einer Gesamtfläche von etwa 120 Quadratmetern bringen Uwe Krempien und seine versierte Mitarbeiterin in zwei Schichten rund eine Tonne Lehm auf. Die Flächen seien zwar recht eben, doch müssen sie zunächst grundiert werden, denn sonst, so Sylvia Krüger, komme das schwere Material gleich wieder runter. Am Ende wird dann alles mit weißer Lehmfarbe gestrichen. Voraussichtlich Ende Januar sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Die Baustelle im Heimatmuseum Warnemünde rettet den Handwerksbetrieb über die kalte Jahreszeit, denn bei Temperaturen um den Gefrierpunkt lässt sich Lehm im Außenbereich nicht mehr verarbeiten.  

Pläne für die Zeit nach der Schließung werden in dem alten Fischerhaus aus dem Jahr 1767 natürlich auch schon geschmiedet: „Wir überlegen, ob wir ab Sommer mit den Lehmbauern Projekte für Schulklassen anbieten können“, verrät Museumsleiter Christoph Wegner. Außerdem soll der virtuelle Museumsrundgang, den Bert Scharffenberg zum digitalen Tag des offenen Denkmals im September entwickelt hat, um die aktuelle Sonderausstellung „Kindheit in Warnemünde“ erweitert werden. Eigentlich sei schon zur Warnemünder Woche im Juli die Eröffnung der nächsten Sonderausstellung „200 Jahre Seebad Warnemünde“ geplant. Doch weil die Kindheitserinnerungen wegen der Pandemie nur sechs Wochen zu sehen waren, gehen die Überlegungen des Museumsvereins dahin, diese Schau noch zu verlängern und erst im September die neue einzuführen.

Mit 6.127 Besuchern im schwierigen Corona-Jahr 2020 – in 2019 waren es mehr als doppelt so viele – ist Christoph Wegner gar nicht mal so unzufrieden: Nach der Wiedereröffnung am 15. Mai ging es sehr verhalten los. Bis Ende Juni wurden gerade mal 505 Besucher gezählt. „Wir hatten in dieser Anfangsphase sogar Tage an denen gar keine oder nur eine Handvoll Besucher kamen, was im Mai/Juni normalerweise äußerst selten passiert“, weiß der Museumschef. Der Juli war dann unter den Corona-Bedingungen mit 985 Besuchern wieder sehr gut, was insbesondere an den Regentagen Anfang des Monats lag. Im hochsommerlichen August kamen nur 777. „Mit 1.000 Interessenten im September und 1.165 im Oktober wir konnten uns dann aber kontinuierlich steigern. Sogar am letzten Öffnungstag vor dem Shutdown durften wir immerhin noch 19 Menschen begrüßen.“ Mit der Einhaltung der Hygieneregeln gab es während der Corona-Öffnungszeit so gut wie gar keine Probleme. Die allermeisten Besucher zeigten sich verständnisvoll, trugen ihre Mund-Nase-Bedeckungen und hinterließen ihre Kontaktdaten.



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