Warnemünde: Beirat kritisiert verdreckten Strand

Das Foto von Beiratsmitglied Mathias Stagat zeigt eine Glasflasche im Strandsand. Die direkt daneben befindliche Traktorspur lässt die Vermutung zu, dass hier gerade die Reinigung erfolgte.Das Foto von Beiratsmitglied Mathias Stagat zeigt eine Glasflasche im Strandsand. Die direkt daneben befindliche Traktorspur lässt die Vermutung zu, dass hier gerade die Reinigung erfolgte.17. August 2018

Kaum ein Thema wird in Warnemünde seit Jahren so oft und heftig diskutiert, wie die Sauberkeit im Ort. Um die (Un)Sauberkeit am Strand ging es auch am Dienstagabend in der Ortsbeiratssitzung.

Als Verantwortlicher aus der Stadtverwaltung wurde dazu Tourismusdirektor Matthias Fromm eingeladen. In seiner Stellungnahme verwies er zunächst auf Positives, wie die „Blaue Flagge“, die schon zum 22. Mal an Warnemünde überreicht wurde, die durch die Tourismuszentrale initiierte Kampagne „Kein Plastik bei die Fische“, die Plastikmüll am Strand den Kampf angesagt hat und den erst kürzlich eingeführten E-Buggy zur Strandreinigung zwischendurch.

Sieben Kilometer Sandstrand müssen durch die fünf Mitarbeiter des Betriebshofs und zehn weitere Leute des Dienstleisters Rostocker Gehwegreinigung Tag für Tag sauber gehalten werden. Dafür sind sie schon in den frühen Morgenstunden, noch bevor die ersten Gäste ihre Sonnenlaken ausbreiten, am Strand unterwegs. Offenbar reicht das aber nicht aus, denn die Zufriedenheit der Gäste in puncto Sauberkeit ist überschaubar: „Der Müll liegt oft mehrere Stunden lang neben den überfüllten Tonnen. Dazu kommen Zigarettenkippen und Flaschen, an denen das Reinigungsfahrzeug einfach vorbei fährt“, schimpfte Jörg Drenkhahn, der dem Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Kultur vorsteht. Er forderte bessere Kontrollen der Strandreinigung.

Ganz konkret wurde der schlechte Zustand des Strandaufgangs auf Höhe eines griechischen Restaurants in der Parkstraße angeprangert. Weil sich dieser Missstand schon über Wochen hinzog, gab es bereits eine offizielle Anfrage des Ortsamtes, versehen mit „Beweisfotos“ an die Tourismuszentrale. Die Antwort war alles andere als zufriedenstellend: „Alle Strandaufgänge werden in den besucherstarken Monaten täglich geprüft und gereinigt. Die am bezeichneten Strandaufgang benannten Verschmutzungen sind durch die Mitarbeiter des Betriebshofes nicht gemeldet worden“, hieß es in der Stellungnahme. Der Beiratsvorsitzende Alexander Prechtel zeigte sich hingegen überzeugt: „So, wie es dort aussieht, wird garantiert nicht täglich kontrolliert!“ Warnemünde als internationales Seebad müsste viel sauberer sein, als es tatsächlich sei und man müsse sich endlich Gedanken machen, den Zustand zu verbessern. „Wir wollen keinesfalls den Fleiß der Mitarbeiter anzweifeln, fordern in Sachen Müll und Sauberkeit aber deutlich mehr Flexibilität. Wenn viele Leute am Strand sind, sollten die Müllbehälter auch öfter geleert werden“, so die einfache Konsequenz Prechtels.

Alles eine Frage der Organisation? Reichen die 15 Mitarbeiter überhaupt aus, die sieben Kilometer Strand in Ordnung zu halten? Das Beiratsmitglied Helge Bothur erinnerte daran, dass Jahr für Jahr dieselben Diskussionen geführt würden und forderte, dass das Leistungsverzeichnis – es liegt einer jeden Ausschreibung zugrunde – generell überdacht werden müsse. Vielleicht sollte bei der Auswahl des Dienstleisters zudem nicht nur der günstigste Preis entscheiden.

Um sich ein Bild machen zu können, nahm Beiratsmitglied Mathias Stagat die Einladung Fromms, eine morgendliche Strandreinigung persönlich zu begleiten, dankend an.

Ebenfalls in die Kritik geraten ist in diesem Zusammenhang der Zustand der Warnemünder Strandpromenade. Riesige Flecken, festgetretene Kaugummis und abgeplatzte Pflastersteine infolge eingeschlagener Krampen verunstalten die Promeniermeile. Hier würden von den Marktbetreibern regelmäßig Gebühren für Sondernutzungen kassiert, jedoch im Gegenzug keinerlei Aufwendungen zur Reinigung betrieben. Der Warnemünder Leuchtturmverein ergreift jetzt selbst die Initiative und beauftragt eine professionelle Reinigungsfirma mit der Säuberung des Bereichs rund um den Turm. 

Foto: Mathias Stagat



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