Vom Stahl zur Bronze: Neues Glockengeläut für die Warnemünder Kirche rückt näher


24. Dezember 2025

Ein neues Kapitel in der Klanggeschichte der Warnemünder Kirche könnte bereits Mitte kommenden Jahres beginnen. Nach langer Suche, intensiven Abwägungen und fachlicher Beratung hat sich der Kirchgemeinderat (KRG) nun entschieden: Statt neu zu gießender Glocken soll ein hochwertiges Bestandsgeläut die bisherigen Eisengussstahlglocken ersetzen.

Fündig geworden in Gütersloh

Für die Evangelisch-Lutherische Kirche zu Warnemünde wurde inzwischen ein passendes Bronzeglockengeläut gefunden. Pastor Stephan Fey, Kantor Sven Werner und Karl-Heinz Balloff, Vorsitzender des Fördervereins Warnemünder Kirche, machten sich persönlich ein Bild: In Gütersloh hörten sie die Glocken nicht nur an, sondern besichtigten sie auch vor Ort.

Das Urteil fiel eindeutig aus. „Ein wunderschöner Klang jeder einzelnen Glocke – und auch im Zusammenspiel. Das ist ein sehr gut passender Ersatz für die beiden Eisengussstahlglocken“, so die einhellige Meinung der Warnemünder Vertreter. Gemeinsam mit dem zuständigen Glockensachverständigen Claus Peter aus Hamm wurden bereits die nächsten Schritte besprochen.

Ein Blick zurück: verlorene Klangschätze

Historisch betrachtet hatte die Warnemünder Kirche vermutlich einst ein dreistimmiges Bronzegeläut. Besonders schmerzlich ist der Verlust einer außergewöhnlich wertvollen Glocke aus dem Jahr 1433. Die rund drei Tonnen schwere Bronzeglocke aus der „Glockenwerkstatt Monkehagen“ ging vermutlich als zusätzliches Zahlungsmittel beim Erwerb zweier großer Glocken im Jahr 1921 verloren. „Eine Entscheidung, die nicht mehr rückgängig zu machen ist – und die den dauerhaften Verlust dieser Glocke bedeutete. Sehr schade“, sagt Glockensachverständiger Claus Peter.

Warum Bronze die bessere Wahl ist

Bronzeglocken gelten gegenüber Eisengussstahlglocken als deutlich langlebiger. Sie besitzen einen weicheren Anschlag und können – bei guter Pflege – mehrere Jahrhunderte lang genutzt werden. Die derzeitigen Glocken der Warnemünder Kirche hingegen bergen ein Risiko: Durch mögliche Rissbildungen an den Anschlagpunkten kann es passieren, dass eine Glocke plötzlich „scheppert“ – ein Schaden, der weder reparabel noch akzeptabel für den liturgischen Einsatz wäre.

Kosten, Herausforderungen und viel Engagement

Derzeit steht die Kirchengemeinde im engen Austausch mit der abgebenden Gemeinde. Erste Angebote werden eingeholt, um die Gesamtkosten realistisch zu kalkulieren. Dabei wird das Geläut selbst nur einen kleineren Teil der Ausgaben ausmachen.

Deutlich kostenintensiver sind der Ausbau der alten Glocken, der Einsatz eines Mobilkrans, Transport, sowie der Neubau beziehungsweise die Anpassung des hölzernen Glockenstuhls. Insgesamt rechnet der Förderverein mit einem Kostenvolumen von rund 100.000 Euro.

Zuschüsse oder Kostenübernahmen durch die Nordkirche sind dabei nicht zu erwarten. Glocken gehören zur baulichen Verantwortung der jeweiligen Kirchengemeinde und müssen aus eigenen Mitteln finanziert werden.

Förderverein setzt auf Gemeinschaft und Spendenbereitschaft

Trotz der finanziellen Herausforderung zeigt sich Karl-Heinz Balloff optimistisch: „Ich bin zuversichtlich, dass wir dieses gemeinsam schaffen.“ Der Förderverein informiert regelmäßig, organisiert Benefizkonzerte und Aktionen und sammelt Spenden für den baulichen Erhalt der Warnemünder Kirche.

Doch damit nicht genug: Nach dem Glockenprojekt stehen weitere wichtige Vorhaben an. Dazu zählen dringend notwendige Restaurationsarbeiten am Flügelaltar und an der großen Christophorus-Figur mit dem Jesuskind. Auch der Wiederaufbau des 1974 wegen Baufälligkeit abgetragenen Vierungsturms mit der sogenannten „Beichtglocke“, die seitdem in der Eingangshalle steht, bleibt ein langfristiges Ziel.

Mitmachen erwünscht

Anfragen mit Ideen oder Vorschlägen, Anträge auf Mitgliedschaft oder Fördermitgliedschaft sowie Spendenanliegen können direkt an den Vorstand gerichtet werden. Spendenbescheinigungen werden für Sach- und Geldspenden ab 300 Euro ausgestellt (darunter gilt der Bankbeleg).

Kontakt:

E-Mail: karl-heinz.balloff@tonline.de
Die Internetseite www.kirche-warnemuende.de wird im kommenden Jahr aktualisiert und neu gestaltet.


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