Umweltverbände riefen zum Neujahrs-Küstenputz am Strand

Sammeln schon zum fünften Mal Silvestermüll am Strand: EUCC-Geschäftsführerin Nardine Stybel und die Kinder Jonas, Linda, Helge, Bero und Oswin.Sammeln schon zum fünften Mal Silvestermüll am Strand: EUCC-Geschäftsführerin Nardine Stybel und die Kinder Jonas, Linda, Helge, Bero und Oswin.03. Januar 2020

Der Jahreswechsel ist Geschichte und es kehrt wieder Ruhe ein im Ostseebad – Zeit fürs Großreinemachen. Besonders die Strände in Warnemünde, Diedrichshagen, Hohe Düne und Markgrafenheide wurden durch die Silvesterfeuerwerke arg in Mitleidenschaft gezogen und hier gilt es jetzt aufzuräumen. Schon am Neujahrstag hatte der Rostocker Meeresmüllstammtisch in Warnemünde und Markgrafenheide zum gemeinsamen Küstenputz aufgerufen. Heute fand eine zweite koordinierte Aktion unter anderem in Warnemünde statt.

Etwa 80 engagierte Bürger trafen sich dazu heute Vormittag im Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW). Ihre Zielstellung: Möglichst viele Feuerwerksteile am Strand einzusammeln, bevor diese ins Meer eingespült werden oder zu kleineren Partikeln zerfallen, die sich im Sand anlagern. Mit dabei waren wieder die Partner NABU, BUND, BilSE-Institut, EUCC, Jugendherberge Warnemünde, IOW sowie viele weitere Initiativen und Engagierte. Der Neujahrs-Küstenputz wurde in dieser Form schon in den beiden vergangenen Jahren durchgeführt. Zusammengetragen wurden 105 bzw. 240 Kilogramm Silvestermüll. „In diesem Jahr rechnen wir mit weniger, denn die kommunale Strandreinigung ist schon durch“, mutmaßt Wissenschaftler Mirco Haseler, am IOW in der Meeres- und Strandmüllforschung tätig.  

Gesammelt wurde im Abschnitt zwischen Molenmauer und Hotel Neptun in zwei Gruppen. Auf der Promenade befand sich die zentrale Sammelstelle. Eine dritte Gruppe von 20 Leuten war auf einem etwa 100 Meter breiten Streifen zwischen Wassersaum und Dünenstreifen und auch auf den Dünen unterwegs. Sie sammelten allen Unrat ein, denn der Fokus lag hier im Monitoring: „Wir befreien den Strand nicht einfach nur von Müll, sondern kategorisieren diesen anschließend auch. Die Ergebnisse fließen in wissenschaftlichen Publikationen unseres Hauses ein“, verrät IOW-Forscher Mirco Haseler.

Neu ist in diesem Jahr ein ausgelobter Fotowettbewerb unter dem Motto „Nach dem Abschluss der Schnappschuss – Silvestermüll an Rostocks Ufern im Fokus“. Die Fotos können noch bis zum 10. Januar ganz einfach bei Instagram mit Hashtag #rostocker_meeresmuell gekennzeichnet oder per E-Mail an rostocker_meeresmuell@posteo.de gesendet werden. Die besten Motive werden in einer Ausstellung gezeigt.

Der Rostocker Meeresmüllstammtisch möchte mit der Aktion auf die durch Silvesterfeuerwerke hervorgerufenen Umweltschäden aufmerksam machen. Gerade nach erhöhten Wasserständen sind die Reste im Spülsaum der hiesigen Gewässer immer wieder zu finden. Nach Angaben des IOW-Mitarbeiters macht Silvestermüll dort ganzjährig noch zwölf Prozent der Gesamtmenge an Müll aus.

Zeitgleich fand die Neujahrsmüllsammlung heute am Gehlsdorfer Ufer statt.

Nachtrag:

Am Strand von Warnemünde wurden heute in eineinhalb Stunden 238 Kilogramm Müll gesammelt.
In Rostock Gehlsdorf sammelten zeitgleich 20 Menschen in nur einer Stunde 35 Kilogramm Silvestermüll.

Auch am Neujahrstag haben schon zwei Sammlungen stattgefunden:

Warnemünde/Jugendherberge:
ca. 60 Menschen, 40 Kilogramm Müll

Markgrafenheide:
15 Menschen und ca. 50 Kilogramm Müll

Insgesamt wurden an drei Tagen 363 Kilogramm Silvestermüll von Rostocks Stränden gesammelt.

Insbesondere ist es erwähnenswert, dass sehr viel Müll in den Dünen zu finden war - mit Hinblick darauf, dass diese aus Küstenschutzgründen nicht zu betreten sind, ein erschreckender Fakt. Die Gehwegreinigung ist ja schon seit Tagen mit dem Sammeln von Silvestermüll beschäftigt und berichtete, dass alleine aus den Dünen bereits mehrere Tonnen Silvestermüll entfernt wurden.







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