Tourismuszentrale testet Sandfangzäune aus Kokosfaser


31. August 2023

Sandfangzäune sind am feinen Sandstrand von Warnemünde ein Muss. Ist die Saison vorüber und der Strand wieder beräumt, kommt ihr großer Auftritt. Die Zäune sollen verhindern, dass der von heftigen Ostseestürmen aufgewirbelt Sand in die Hafeneinfahrt, den Alten Strom oder in den Ort geweht wird. Im Frühjahr werden die sogenannten Sandfallen dann wieder geleert und der angesammelte Sand am Strand verteilt (DWM berichtete).

Seit mehr als 20 Jahren kommen in Warnemünde die grünen Sandfangzäune aus Plastik zum Einsatz. Diese stehen heftig in der Kritik. Sie zerbröseln nach und nach und lassen sich so als kleine Bruchstücke bei Reinigungsaktionen am Strand finden. Das ergaben die Monitoring-Aktivitäten der EUCC – Die Küsten Union Deutschland e.V. (EUCC-D) in den letzten Jahren am Strand von Warnemünde. Am Ende landen die Partikel als Mikroplastik im Meer.

Die für die Strandbewirtschaftung verantwortliche Tourismuszentrale Rostock und Warnemünde (TZRW) sucht jetzt nach Alternativen. Eine erste „Teststrecke“ aus Kokosfasern wurde kürzlich am Aufgang 1 unterhalb des Teepott installiert. Zwei weitere sollen folgen. „Langfristiges Ziel ist der komplette Austausch der aus Plastik bestehenden Fangzäune, um so das Risiko der Entstehung von Mikroplastik in Meeresnähe weiter zu reduzieren“, verrät TZRW-Sprecher Moritz Naumann. Ob sich das Material aus Kokosfaser für den Einsatz am Strand eignet, soll vor allem deren Einsatz im Winter aufzeigen. Stellen sich die drei Fangzäune als geeignet heraus, wird der Fangzaun-Bestand sukzessive auf Kokosfaser umgestellt.

Die Idee brachte TZRW-Bauhof-Leiter Roger Schult ins Spiel. Er ist bei seinen Recherchen im Netz auf die Matten aus Kokosfaser gestoßen. Diese verhindern für gewöhnlich das Abrutschen von Bodenmaterialien auf unebenem Gelände. In Warnemünde werden sie nun zweckentfremdet als Sandfangzaun verwendet.

Ein großes Lob gibt’s für die Initiative von Nardine Stybel, Vorsitzende EUCC-D: „Es ist großartig, dass die Tourismuszentrale den von uns angestoßenen Weg geht und Alternativen zu den Plastik-Sandfangzäunen sucht. Aus meiner Sicht müssen wir von den Plastikzäunen Abstand nehmen und das möglichst schnell und vor allem in den Dünenbereichen.“ Diese sind, so Stybel, höchstsensibel und bringen eine reiche Artenvielfalt hervor. „Die jetzt aufgestellten Zäune aus Kokosfaser sind sicherlich ein Ausprobieren wert. Wir haben angeboten, den Test zu unterstützen und die neuen Zäune in unser Strand-Monitoring aufzunehmen.“

Im Herbst 2021 hatte EUCC-D am Strand von Warnemünde bereits einen Sandfangzaun aus Treibsel zu Erprobungszwecken aufgestellt. „Der bietet sich vor allem in den Dünenbereichen an, besteht dazu komplett aus natürlichen Materialien, die vor Ort gesammelt werden können.“ Man hätte damit eine zusätzliche Verwendung für das Treibsel, das ohnehin am Strand zu finden ist und unterstützt zugleich die Artenvielfalt. Noch in diesem Herbst plant EUCC-D einen weiteren Test und will Reisigzäune für den Sandfang ausprobieren. So, wie das auch an der Nordsee üblich ist. „Die Ergebnisse würden wir dann nochmal in Vergleich setzen.“


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