Seenotretter ziehen Bilanz

Das Seenotrettungsboot „Nimanoa“ wurde bei Tamsen Maritim in Rostock Gehlsdorf gebaut und am 8. November 2017 in Warnemünde getauft. Es ist für die Station Damp (SH) im Einsatz.Das Seenotrettungsboot „Nimanoa“ wurde bei Tamsen Maritim in Rostock Gehlsdorf gebaut und am 8. November 2017 in Warnemünde getauft. Es ist für die Station Damp (SH) im Einsatz.15. Januar 2021

Im Jahr 2020 waren die Seenotretter auf Nord- und Ostsee insgesamt 1.720 Mal im Einsatz. Dabei haben die Besatzungen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) fast 3.500 Menschen Hilfe geleistet. Allein rund 360 von ihnen wurden aus Seenot gerettet oder Gefahr befreit. Seit Gründung der DGzRS vor mehr als 155 Jahren zählt die Statistik damit nahezu 85.600 Gerettete.

Wegen der Corona-Pandemie waren in den vergangenen Monaten weniger Schiffe auf Nord- und Ostsee unterwegs. Auch die Wassersportsaison 2020 begann verspätet. Beides macht sich in der jüngsten Einsatzstatistik der Seenotretter bemerkbar. Es sind knapp 400 weniger als im Vorjahr. Dennoch halfen sie dabei annähernd gleich vielen Menschen.

Der vor mehr als 20 Jahren ins Leben gerufene Tag der Seenotretter am letzten Juli-Sonntag war 2020 Corona-bedingt nicht in gewohnter Form möglich. Allerdings war die DGzRS mit der virtuellen Alternative im Internet sehr erfolgreich: Alle Rettungsstationen beteiligten sich mit Videos und virtuellen Rundgängen, die insgesamt mehr als eine halbe Million Mal angesehen wurden. „Auf diese Weise konnten unsere Crews trotzdem ihre Einsatzbereitschaft und Leistungsfähigkeit demonstrieren – und allen Unterstützern herzlich danken. Wir sind überwältigt von dem großen Zuspruch und den vielen Zuschriften unserer Förderer, die uns auch jetzt die Treue halten“, dankt DGzRS-Geschäftsführer Nicolaus Stadeler. In welcher Form der Tag der Seenotretter 2021 am 25. Juli stattfinden wird, ist derzeit noch unklar.

Das Botschafter-Ehrenamt hat im neuen Jahr ein Mann übernommen, der die Dinge mit wenigen Federstrichen gekonnt auf den Punkt bringt: Wolf-Rüdiger Marunde. Der Cartoonist und Illustrator hat großen Respekt vor der Arbeit der Seenotretter. „Die DGzRS ist eine kleine, aber hochprofessionelle Organisation mit einer großen Aufgabe. Ich bin froh, dass es die Seenotretter gibt. Das ist ein richtig gutes Gefühl“, sagt der 66-Jährige.

Durchschnittlich 30 Jahre sind die Rettungseinheiten der DGzRS im harten Einsatz auf Nord- und Ostsee. Im vergangenen Jahr sind fünf neue Rettungseinheiten getauft und in Dienst gestellt worden. Zwei weitere stehen kurz vor Indienststellung. Darüber hinaus erhalten 2021 die Freiwilligen-Station Prerow/Wieck ein neues 8,9-Meter-Seenotrettungsboot (SRB 83) und die Seenotretter auf dem Darß einen neuen 28-Meter-Seenotrettungskreuzer (SK 42). Letzterer wird den Traditionsnamen Nis Randers erhalten nach dem Inbegriff des Seenotretters aus der bekannten gleichnamigen Ballade von Otto Ernst. Die DGzRS hat dazu eine besondere Spendenaktion gestartet und deshalb den Namen der neuen Rettungseinheit entgegen ihrer Tradition frühzeitig bekanntgegeben. Außerdem rechnen die Seenotretter für das erste Quartal 2021 mit der Ablieferung ihres ersten eigenen Trainingsschiffes.

Der beste Einsatz ist der, den die Seenotretter erst gar nicht zu fahren brauchen. Unter dem Präventionsmotto „Sicher auf See“ wendet sich die DGzRS verstärkt an Wassersportler – Segler, Motorbootfahrer, aber auch Trendsportler gleichermaßen. SafeTrx zeichnet über das Mobiltelefon die Route des Wassersportlers auf und ermöglicht den Rettern im Notfall den direkten Zugriff auf den aktuellen Standort. Mit Hilfe der App konnten bereits aufwendige Rettungsaktionen vermieden werden.

Foto: DGzRS, Uwe Koch



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