Seenotretter präsentieren Jahrbuch und suchen Freiwillige für Landeinsatz

Jörg Westphal stellte seine persönlichen Lieblingsgeschichten aus dem Seenotretter-Jahrbuch vor.Jörg Westphal stellte seine persönlichen Lieblingsgeschichten aus dem Seenotretter-Jahrbuch vor. (1 weiteres Bild)19. März 2019

Insgesamt 2.156 Mal waren die Seenotretter im vergangenen Jahr auf Nord- und Ostsee für Fischer, Seeleute, Passagiere von Fahrgastschiffen und Wassersportler im Einsatz. Finanziert ausschließlich durch Spenden und Zuwendungen. Das alljährlich erscheinende Jahrbuch der Seenotretter versteht sich deshalb als eine Art Rechenschaftsbericht für die zahlreichen Unterstützer und Geldgeber. Der Leiter des Seenotretter Informationszentrums Mecklenburg-Vorpommern, Jörg Westphal, stellte heute seine ganz persönlichen Lieblingsgeschichten aus der aktuellen Ausgabe vor:

„Mann über Bord“ heißt es da auf Seite 17. Hier wird der Arkona Einsatz vom 16. Oktober 2018 beschrieben, bei dem sich einmal mehr die gute Zusammenarbeit im deutsch-dänischen Grenzgebiet auszahlte. Anrührend: „Wenn  Papa Pan-Pan funkt“ – Funkerin Andrea Matzen in der Seenotleitung Bremen hat Hörwache und traut ihren Ohren nicht, als sie einen Notruf ihres eigenen Vaters aufnimmt. „25 Mal zweiter Geburtstag“ beschreibt die dramatische Rettung des heute 57-jährigen Schiffsingenieurs Gregor Sudwoj, der – dank des Einsatzes Seenotretter – einer von neun Überlebenden der untergegangenen Fähre Jan Heweliusz war. Der Schirmherr der Seenotretter, Walter Steinmeier, ging im Sommer 2017 mit dem Warnemünder Seenotrettungskreuzer Arkona auf Kontrollfahrt.  Einen Gegenbesuch im Schloss Bellevue absolvierte daraufhin dessen 2. Vormann, Mario Lange, am 26. Juni 2018 – zu lesen auf Seite 74. Was passiert eigentlich mit ausgedienten Rettungseinheiten? Die Rostocker Berufsfeuerwehr kaufte die Vormann Steffens und ließ diese zum Feuerlöschboot Albert Wegener umbauen. Das Tochterboot Adele ging am 7. September 2018 kunstvoll arrangiert und eingebettet in steinerne Wellen vor dem Stephan-Jantzen-Haus in Warnemünde vor Anker. Und auch das: Wie schon eingangs erwähnt, arbeiten die Seenotretter rein spendenfinanziert. Die erforderlichen Investitionen in neue Rettungseinheiten stellen deshalb immer eine große Herausforderung dar und sind nur durch zweckgebundene außergewöhnliche Spenden sowie Zuwendungen aus Stiftungen und Erbschaften zu schultern. Lesenswert ist in diesem Zusammenhang die Geschichte der Hamburgerin Marion Lübcke. Sie lebte immer bescheiden und setzte die DGzRS als Alleinerbin ein.

Das Jahrbuch der Seenotretter erscheint deutschlandweit mit einer Gesamtauflage von 400.000 Stück und ist bei der Leserschaft ausgesprochen beliebt. 8.500 Exemplare werden – gern gegen eine Spende – ausschließlich in Warnemünde ausgereicht und vom letzten Jahrgang 2018 ist hier noch genau ein Karton mit etwa 100 Büchlein übriggeblieben.

Wer beim Lesen des Seenotretter-Rapports  Lust bekommen hat, die gute Sache auf die eine oder andere Art zu unterstützen, dem kann geholfen werden. „Zur Absicherung unserer Öffentlichkeitsarbeit suchen wir dringend Freiwillige. Sie bilden das Rückgrat der Seenotretter, was auch für das Festland gilt.“ Die „Ehrenamtlichen an Land“ werden für die Betreuung von Infoständen gebraucht, in Bremen geschult und in der Anfangszeit erfahrenen Leuten an die Seite gestellt. „Lust und Zeit sind dabei die einzigen wichtigen Voraussetzungen“, unterstreicht Jörg Westphal, der derzeit auf einen Stamm von zehn Freiwilligen zurückgreifen  kann. „Wer bei uns ehrenamtlich tätig ist, der ist automatisch auch sehr dicht dran am Schiff. Man darf also auch mal an Bord, um mit den Kollegen zu sprechen und wenn es sich anbietet sind sogar Ausfahrten drin.“ Bis zu 20 Landeinsätze pro Jahr auf unterschiedlichsten Veranstaltungen stehen zur Disposition. „Besonders in den Landkreisen Nordwestmecklenburg mit Schwerpunkt auf die Hansestadt Wismar, Vorpommern-Rügen mit Schwerpunkt auf die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst, Vorpommern-Greifswald mit Schwerpunkt auf die Insel Usedom und der Hansestadt Stralsund besteht ein großer Bedarf an freiwilligen Helfern, die uns bei der Öffentlichkeitsarbeit unterstützen“, sagt Jörg Westphal. „Sicherlich gibt es dazu viele Fragen, die wir gern am Telefon beantworten. Einfach im Informationszentrum in Warnemünde unter 03 81 / 514 09 anrufen. Meine Kollegin Thekla Riemer und ich sind selbstverständlich auch per E-Mail unter infozentrum-mv@seenotretter.de erreichbar“.

Gut zu wissen: Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) ist einer der modernsten Seenotrettungsdienste der Welt. Die für die tägliche Arbeit benötigten Gelder werden auch in Sammelschiffchen generiert. Allein in Mecklenburg-Vorpommern sind 1.348 dieser markanten Spendendosen unterwegs – mehr als 200 davon stehen in Warnemünde. Das Ostseebad ist damit eine Sammelschiffchen-Hochburg.



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