Scandlines: Weniger Passagiere aber fast gleichbleibende Fracht

Trotz schwieriger Bedingungen konnte die deutsch-dänische Reederei Scandlines mit der Installation eines Rotorsegels auf der Hybridfähre „Copenhagen“ einen weiteren Schritt in Richtung grüne Fährschifffahrt setzen.Trotz schwieriger Bedingungen konnte die deutsch-dänische Reederei Scandlines mit der Installation eines Rotorsegels auf der Hybridfähre „Copenhagen“ einen weiteren Schritt in Richtung grüne Fährschifffahrt setzen.17. Juli 2020

Seit Ende Mai ist die Scandlines-Hybridfähre Copenhagen zwischen Rostock und Gedser mit einem nachgerüsteten Rotorsegel unterwegs. Der 30 Meter hohe Stahlzylinder mit einem Durchmesser von fünf Metern erinnert an einen überdimensionalen Schornstein, ist aber keiner. Vielmehr handelt es sich um eine moderne Technologie, mit der im Idealfall, nämlich wenn der Wind von der Seite kommt, Kraftstoff und Emissionen eingespart werden sollen. Das Rotorsegel von Norsepower ist eine moderne Version des Flettner-Rotors, der sich den Magnus-Effekt zunutze macht: Ein rotierender Zylinder treibt das Schiff durch Windenergie voran. „Durch die Installation des Rotorsegels können die CO2-Emissionen um voraussichtlich vier bis fünf Prozent reduziert werden, ohne dabei die Geschwindigkeit und Reisezeit der Hybridfähre zu beeinträchtigen“, berichtet Heiko Kähler, Geschäftsführer der Scandlines Deutschland GmbH. Mit seinen grünen Investitionen konnte das Unternehmen nach eigen Angaben bereits im Betriebsergebnis 2019 eine stabile und solide wirtschaftliche Leistung an den Tag legen und man geht davon aus, dass auch diese dem Geschäft zugutekommen wird.

In den ersten Monaten des Jahres 2020 war das Geschäft noch relativ stabil. Der Ausbruch von COVID-19 innerhalb Europas mit den anschließenden Reisebeschränkungen änderte jedoch alles und führte zu einem starken Rückgang des Passagierverkehrs. „Bereits bis zum jetzigen Zeitpunkt können wir einen Verlust von mehr als 70.000 Pkw auf der Route Rostock-Gedser verzeichnen und wir erwarten, dass die Verkehrszahlen leider auch für den Rest des Jahres negativ durch die Coronakrise beeinflusst werden“, so Kähler. Auch der Border Shop in Rostock musste drei Monate geschlossen bleiben. Mittlerweile sei der Verkauf hier wieder gut angelaufen. Aufrechterhalten wurde dagegen durchweg der Frachtverkehr. Der Transport von Lebensmitteln, Medikamenten und anderen notwendigen Waren war damit immer sichergestellt. Die Anzahl der transportierten Lkw war während des Shutdowns nur leicht rückläufig und Scandlines transportierte auf der Route Rostock-Gedser etwa 90 Prozent der Lkw-Mengen verglichen zum Vorjahr.

Obwohl die Fährreederei optimistisch ist und sich darauf freut, seinen Passagieren eine maritim inspirierte Überfahrt zu bieten, wird erwartet, dass der Ausbruch von COVID-19 erhebliche negative Auswirkungen auf die Verkehrszahlen und das wirtschaftliche Ergebnis dieses Jahres haben wird.



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