Ortsamt Warnemünde ersatzlos gestrichen

Die Rostocker Stadtverwaltung hat entscheiden, dass die Außenstelle des Ortsamtes in Warnemünde gestrichen wird.Die Rostocker Stadtverwaltung hat entscheiden, dass die Außenstelle des Ortsamtes in Warnemünde gestrichen wird.11. Juni 2020

Diese Nachricht sorgte in der Ortsbeiratssitzung am Dienstagabend im Rostocker Rathaus für Zoff: Unter der Rubrik „Informationen in eigener Sache“ informierte Ortsamtschefin Franka Teubel darüber, dass die Stadtverwaltung darüber entschieden hätte, dass es in Warnemünde künftig keine Außenstelle des Ortsamts mehr geben würde. Das, so Franka Teubel, habe zum einen personelle Gründe, denn die Ortsämter in der gesamten Stadt seien hoffnungslos unterbesetzt und zum anderen fände man im gesamten Ostseebad keine geeigneten Räumlichkeiten. Nicht einbezogen in diese Entscheidungsfindung wurde der Ortsbeirat. Merkwürdig auch: Die Stellungnahme der Verwaltung in dieser Sache wurde zurückgezogen – auf wessen Veranlassung ist bislang unklar.

Für die Warnemünder ist das überhaupt nicht akzeptabel. Sie fordern an wenigstens einem Tag pro Woche einen Sprechtag ihres Ortsamtes und zwar vor Ort. Das sei alternativlos! Seit der Schließung des Amtes vor mehr als einem Jahr müssen Anwohner, viele von ihnen Senioren und mobilitätseingeschränkt, Urlaubsgäste und auch Kreuzfahrttouristen mit ihren Pass- und Meldeangelegenheiten ins nächstgelegene Amt Groß Klein ausweichen. Die jüngsten Umstrukturierungen gehen sogar so weit, dass es jetzt nur noch fünf Ortsämter für 19 Ortsteile in Rostock gibt. Wegen der Corona-Einschränkungen haben in ganz Rostock derzeit sogar nur noch drei Ortsämter geöffnet.

„Bei der Reduzierung der Ortsämter vor zehn Jahren hieß es für Warnemünde und Diedrichshagen zunächst, bis auf den Namen ändere sich nichts. Aus dem Ortsamt wurde eine Außenstelle in ‚kontaminierten Räumlichkeiten‘ der Vogtei mit immer wieder verkürzten Öffnungszeiten“, bringt der ehemalige Ortsbeiratsvorsitzende, Alexander Prechtel, den Werdegang in Erinnerung. Kontaminiert deshalb, weil die Mitarbeiter des Amtes in den Räumen verstärkt krank wurden und schon die Polizei ein Jahr zuvor mit derselben Begründung ausgezogen war. Nicht nachvollziehbar ist das für Hansi Richert, der mit dem Warnemünde Verein direkt unter dem Dach der Vogtei Quartier bezogen hat und noch keinerlei Krankheiten ausmachen konnte. Wie Franka Teubel bestätigte, wurde die Suche nach anderen Räumlichkeiten in den vergangenen Monaten intensiviert – bislang leider ohne Erfolg.

Auch der neue Beiratsvorsitzende, Werner Fischer, will sich mit der Entscheidung aus der Verwaltung nicht zufriedengeben und versprach, kurzfristig eine Beschlussvorlage zum Thema ausformulieren zu lassen. Er brachte das erst kürzlich an einen privaten Investor verkaufte Alte Zollamt, Am Strom 1 bis 4, als Ausweichquartier ins Spiel. Ein Antrag sei bereits gestellt. „Zaungast“ der Ortsbeiratssitzung war auch Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen. Er stellte in Aussicht, die Causa „Ortsamt Warnemünde“ nochmals prüfen zu lassen.

Foto: Taslair



« vorheriger Artikel zur Übersicht zum Archiv nächster Artikel »

Kommentieren Sie den Artikel

Name
E-Mail (wird nicht veröffentlicht)

Sicherheitscode
Ich willige ein, dass DER WARNEMÜNDER die von mir überreichten Informationen und Kontaktdaten dazu verwendet um mit mir anlässlich meiner Kontaktaufnahme in Verbindung zu treten, hierüber zu kommunizieren und meine Anfrage abzuwickeln. Dies gilt insbesondere für die Verwendung der E-Mail-Adresse zum vorgenannten Zweck. Die Datenschutzerklärung kann hier eingesehen werden.*