Neustart in Warnemünde: Pfarrhaus saniert – Pastor Fey bringt neue Ideen


08. Mai 2026

Investition in Bestand und Klimaschutz

Ein Haus mit Geschichte bekommt eine neue Perspektive: Nach Jahrzehnten des Investitionsstaus wurde das Warnemünder Pfarrhaus in der Kirchenstraße umfassend energetisch saniert. Den Großteil der Kosten trägt der Kirchenkreis Mecklenburg – der flächenmäßig größte Kirchenkreis der Nordkirche. Hier fiel auch die Entscheidung, das Gebäude langfristig zu erhalten und perspektivisch klimaneutral aufzustellen. „Alle Außenwände und Decken wurden mit einer 20 Zentimeter starken Dämmung versehen. Außerdem konnten die abgedeckten Bodendielen, Terrazzo- und Steinfußböden wieder freigelegt werden. Wo das nicht möglich war, wurde Holzparkett verlegt“, berichtet Pastor Stephan Fey. Diese Maßnahmen verbinden energetische Effizienz mit dem Erhalt historischer Substanz.

Neuer Pastor, neue Impulse

Seit dem 1. Oktober 2025 ist Stephan Fey Pastorin Warnemünde. Gemeinsam mit seinem Ehemann Dirk, Propst im Kirchenkreis Mecklenburg, hat er jetzt das sanierte Pfarrhaus bezogen. Während sich der Wohnbereich im Hochparterre befindet, liegen die Arbeitszimmer im Obergeschoss. „Mein Amtszimmer ist im Erker, das meines Mannes wird ab Juli im hinteren Bereich des Hauses sein“, so der 51-Jährige.

Geboren 1974 im Münsterland, kam Fey vor vier Jahren nach Rostock. Dort war er zunächst als Schulpastor und Lehrer am Christophorus Gymnasium tätig. Mit seinem Wechsel nach Warnemünde hat sich sein Aufgabenfeld deutlich erweitert.

Fusion fordert neue Strukturen

Seit dem 1. Januar sind die Kirchengemeinden Warnemünde und Lichtenhagen Stadt fusioniert. Diese Entwicklung steht exemplarisch für einen größeren Umbruch innerhalb der Nordkirche. „Bis etwa 2030 wird für drei Pastorinnen und Pastoren, die in den Ruhestand gehen, eine Pfarrperson nachkommen“, erklärt Fey. Die Folge: größere Zuständigkeitsbereiche und ein engeres Zusammenrücken innerhalb der Gemeinden.

Ankommen im Ostseebad

Noch befindet sich der Pastor in der Kennenlernphase – und setzt dabei bewusst auf Austausch. Er sucht den Kontakt zu Vereinen, dem Ortsbeirat und kulturellen Einrichtungen. „Mir ist es wichtig, mit allen im Gespräch zu sein, Ideen auszutauschen und Formate zu entwickeln, die auch junge Leute ansprechen“, betont er. Denkbar sei etwa ein Demokratieprojekt mit Schulen.

Auch bestehende Initiativen möchte Fey unterstützen. Dazu gehört die Idee, einen Findling als Gedenkort für auf See Bestattete zu schaffen. „Am Ewigkeitssonntag könnte man so das Gedenken bündeln“, sagt er. Ebenso kann er sich ein offenes Friedensgebet am Volkstrauertag vorstellen.

Herausforderung Glockengeläut

Ein weiteres Thema ist das Glockengeläut der Kirche. Die bisherigen Eisengussstahlglocken weisen erste Schäden auf. Der Kirchengemeinderat prüft daher, ein bestehendes Geläut aus einer Kirche in Gütersloh zu übernehmen (DWM berichtete). Doch viele Fragen sind noch offen – etwa zur Statik des Turms und zu den Kosten. „Wir stehen hier noch ganz am Anfang“, so Fey. Auch die Tatsache, dass in Warnemünde bislang nur Platz für zwei Glocken ist, während das potenzielle Geläut aus drei besteht, stellt eine zusätzliche Herausforderung dar.

Nah bei den Menschen

Im Alltag setzt Pastor Fey auf persönliche Begegnungen. Ein besonderer Ansatz: Geburtstagsbriefe an ältere Gemeindemitglieder – verbunden mit einer Einladung zum Gespräch. „Ich schreibe dazu, dass sie mich gern einladen können und das ist mein voller Ernst“, sagt er. Ergänzt wird dies durch regelmäßige Kaffeerunden für verschiedene Altersgruppen.

Zugleich möchte er neue Gottesdienstformate entwickeln, um insbesondere junge Familien anzusprechen – ohne dabei den klassischen Sonntagsgottesdienst zu ersetzen.

Mit Spannung blickt Fey auf die kommende Saison: „Bald haben wir viele Urlauber hier – das werde ich in diesem Jahr erstmals erleben.“


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