Neue Sonderausstellung im Heimatmuseum: 125 Jahre Leuchtturm Warnemünde

Museumsleiter Christoph Wegner vor einem handgemachten Modell des Warnemünder Leuchtturms, das sich im Fundus fand und sogar eine Leuchtfunktion hat.Museumsleiter Christoph Wegner vor einem handgemachten Modell des Warnemünder Leuchtturms, das sich im Fundus fand und sogar eine Leuchtfunktion hat.02. September 2022

Im Warnemünder Heimatmuseum wird an diesem Wochenende eine neue Sonderausstellung zum Thema „125 Jahre Leuchtturm Warnemünde“ gezeigt. Das Wahrzeichen Warnemündes wurde in den Jahren 1897/98 errichtet. Das 125-jährige Bestehen fällt somit auf die Jahre 2022/23, in denen auch die Ausstellung gezeigt wird.

„Wir haben uns mit Leuchttürmen ganz allgemein und der Warnemünder Leuchtturmgeschichte beschäftigt“, verrät Museumsleiter Christoph Wegner. Leuchttürme in Warnemünde gab ab dem 14. Jahrhundert, als sich die Stadt Rostock zu einer bedeutenden Handelsstadt entwickelte und das Vorhandensein eines „Feuerturms“ unerlässlich wurde. Der Künstler und Chronist Vicke Schorler lieferte in den 1580er Jahren eine erste bildliche Darstellung Warnemündes und des Leuchtturms, datiert auf das Jahr 1582.

Betrachtet wird auch die Zeit von der man nicht weiß, ob es in Warnemünde überhaupt einen Leuchtturm gegeben hat. Für das 18. Jahrhundert gab es in den Chroniken keinerlei Erwähnungen. „Erst im 19. Jahrhundert, mit zunehmender Handelsschifffahrt, interessierte man sich wieder für die Sicherheit auf See“, berichtet Christoph Wegner. In Warnemünde wurde daher 1836 eine 11,62 Meter hohe Ziehlaterne errichtet. Schon bei Inbetriebnahme stellte sich aber heraus, dass sie unzureichend war. 1860 wurde daher entschieden, dass ein großer Leuchtturm hermüsste. Immerhin war die Handelsflotte Rostocks für einen kurzen Zeitraum die größte in ganz Deutschland. Probleme bereiteten zunächst die Finanzen, weshalb die Stadt Rostock Unterstützung beim Landtag beantragte und auch bekam. Im Februar 1897 wurden die Bauverträge für unseren heutigen Leuchtturm unterzeichnet. Für den Tief- und Hochbau waren die heimischen Maurermeister Ludwig Berringer und Heinrich Oloffs sowie die Firma Otto Ludewig jr. zuständig. Die gesamte Technik in der Kuppel wurde durch die Firma Gebr. Picht und Co. in Rathenow gefertigt und installiert. Am 17. Oktober 1898 machten Picht und Co. dem Stadtbauamt die Mitteilung, dass das Leuchtfeuer fertig sei. Nur zwei Tag später erfolgte die Abnahme. Kostensteigerungen gab es übrigens schon damals: „Kalkuliert wurde das Bauvorhaben mit 74.000 Mark. Da der Turm aber zugunsten der Schifffahrt drei Meter höher wurde als zunächst geplant, stiegen die Kosten auf 95.000 Mark“, sagt Christoph Wegner.

Baumeister und Leuchtturmschöpfer war Karl Friedrich Kerner, der gleichzeitig Hafenbaudirektor war. Die Inbetriebnahme des Leuchtturms am 19. Oktober 1898 war für ihn eher eine Art Bergfest, denn er war von 1900 bis 1903 auch für den großen Hafenum- und -ausbau zuständig.

Thematisiert werden in der Ausstellung auch die „Leuchtturmwärter“, die eigentlich Leuchtfeuerwärter und später Leuchtfeuermaschinisten hießen. Der letzte seiner Zunft war Karl-Heinrich Stuhr, der seinen Dienst 1978 quittierte. Seither wird der Warnemünder Leuchtturm fernüberwacht.

Der Gründung des Leuchtturmvereins am 22. April 1994 wird ebenfalls gedacht. Ohne ihn wäre die Öffnung des Seezeichens für den Tourismus überhaupt nicht denkbar. Ideengeber und Initiator war damals Rostocks oberster Denkmalpfleger Gerhard Lau. Er stand dem Förderverein Leuchtturm Warnemünde e.V. bis 2013 vor und wurde durch Klaus Möller abgelöst.

Die Sonderausstellung „125 Jahre Leuchtturm Warnemünde“ im Heimatmuseum wird am Sonnabend, 3. September, während des vereinsinternen Hoffestes eröffnet und ist ab dem 4. September, 10 Uhr, für die Öffentlichkeit zugänglich. Museumschef Wegner hat zur Ausstellung wieder eine Begleitbroschüre aufgelegt. Diese ist für 5 Euro im Museum erhältlich. Noch bis einschließlich Oktober ist das Heimatmuseum Warnemünde, zu finden in der Alexandrinenstraße 31, immer dienstags bis sonntags 10 bis 17 Uhr und ab November Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.







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