Neue Ausstellung in der Galerie Möller: Kunst trifft den Nerv unserer Zeit

„Griff in die Zukunft“ Bronzeplastik von Katharina Ortleb„Griff in die Zukunft“ Bronzeplastik von Katharina Ortleb (1 weiteres Bild)09. März 2022

Grafiken von Gintare Skoblyte und Skulpturen von Katharina Ortleb werden ab morgen in der Galerie Möller am Alten Strom von Warnemünde gezeigt. „Durch Katharina Ortleb, die das vierte Mal bei uns ausstellt, haben wir auch Gintare Skoblyte kennengelernt. Es freut uns besonders, jetzt beide Künstlerinnen zusammen zeigen zu können“, verrät Galeristin Ulrike Möller. Die Werke beider Künstlerinnen treffen den Nerv der Zeit.

Wir gehen durch eine Zeit der Transformation. Zeiten von Wandlungen gibt es immer wieder, manchmal klein, fast unbemerkt, manchmal groß und erschreckend. In den letzten beiden Jahren erlebten wir Veränderungen, die viele Menschen in Angst oder Erstarrung zwangen und unser aller Leben durchrüttelte. Beziehungen und Freundschaften wurden auf ihre Essenz reduziert. Rückzug ins Innere.

Der Zwang zum Stillstand gab Katharina Ortleb ein Gefühl von unendlich viel Zeit und Raum. Ausstellungen und Messen fanden nicht statt. Die immer wieder kehrenden Lockdowns zwangen sie in einen kleinen Rahmen zurück und kitzelten die Langeweile hervor. Katharina Ortleb empfindet dieses Gefühl als Bereicherung; weiß sie doch bereits seit Kindertagen, dass Langeweile die Phantasie befeuert. Befreit von der Vielfalt der Ablenkungen tauchte sie ein in ihre Welt, durchforstete ihre Skizzenbücher und entdeckte seit Langem schlummernde Figuren. Diese, für das keramische Material zu feingliedrig, realisierte sie in Bronze. Mit diesem Werkstoff arbeitete sie letztmalig vor 20 Jahren.

Parallel dazu entstand eine Reihe von Keramiken aus dunklem, fast schwarzem Ton. Die dunkle Oberfläche erzwingt eine intensive Betrachtung. Sie sind Aufforderungen hinzusehen und aktiv zu werden. Die entstandenen Bronzen und figurativen Keramiken drücken Isolation, Selbstbeschränkung aber auch das Wohlfühlen mit diesen Gegebenheiten aus.

Die preisgekrönte litauische Künstlerin Gintare Skroblyte, lebt und arbeitet seit 2004 freischaffend in Münster, wo sie in den 90er Jahren auch studiert hat. Mit durch Corona begrenzter Öffnungszeit hatte sie bereits im vergangenen Jahr in der Galerie Möller ausgestellt.

Ihre Grafiken sind in ihrer künstlerischen Qualität und thematischen Hintergründigkeit hervorragend. Sie beherrscht die Druckgrafik, als eine der letzten handwerklichen Künste exzellent. Deshalb, so Ulrike Möller, habe sie sich entschlossen, Gintare Skroblyte in diesen Jahr erneut vorzustellen. Dieses Mal legt die Künstlerin ihren Schwerpunkt auf den Menschen. Zeichnungen und Grafiken, die den menschlichen Körper in einer sehr ruhigen Situation zeigen, werden in Bewegung, Schwung, Unruhe und mit innerer Kraft erfüllten Menschenfiguren gegenübergestellt. Um damit ein Stück von menschlicher Vielfalt unseren Seins zu verdeutlichen.

Dabei steht die Idee im Vordergrund, was nachher dabei rauskommt, ist offen und trotzdem soll die Aussage stimmen. „Kunst soll berühren, man muss sie nicht sofort verstehen“, findet Gintare Skroblyte. Die Druckgrafik ist aber nicht nur Kunst. „Es ist auch ein anspruchsvolles Handwerk, das macht den Reiz aus“, erklärt sie.

Die Arbeiten von Gintare Skroblyte und Katharina Ortleb sind bis zum 19. April in der Galerie Möller, Am Strom 68, zu sehen. Zur Vernissage am 10. März um 19 Uhr spielt Tommy Thomann seine Akustik Fingerstyl Gitarre.

Fotos: Künstler



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