Mit Wind über die Ostsee: Baltic Crossing Challenge feiert erfolgreiche Premiere


07. August 2026

Mit Windkraft, Ausdauer und jeder Menge Erfahrung haben 18 Wassersportler am Freitag die Ostsee zwischen Gedser und Warnemünde überquert. Die Premiere der Baltic Crossing Challenge führte über knapp 50 Kilometer und sorgte im Rahmen der Hanse Sail für ein außergewöhnliches Spektakel auf See. Neben Fähren, Frachtschiffen und Traditionsseglern waren diesmal auch Windsurfer, Kitesurfer und Wingfoiler auf der viel befahrenen Route unterwegs.

Das ambitionierte Ziel der Teilnehmer: die Strecke schneller zurückzulegen als eine reguläre Fährüberfahrt mit Scandlines – also in weniger als anderthalb Stunden. Dieses Vorhaben blieb zwar unerreicht, dennoch bewiesen alle Starter eindrucksvoll, was mit Wind, Technik und sportlichem Können möglich ist.

Erster Sieger kommt nach gut zwei Stunden ins Ziel

Nach gut zwei Stunden erreichte Timo Riemenschneider als erster Athlet den Strand von Warnemünde. Der 22-Jährige von der Insel Fehmarn gewann die erste Ausgabe der Baltic Crossing Challenge auf seinem Wingfoil. Wenig später kamen auch die übrigen 17 Teilnehmer am Supremesurf Beachhouse an, wo sie von Familie, Freunden und zahlreichen Zuschauern begeistert empfangen wurden. „Die Bedingungen waren gut, aber es war sehr wellig“, berichtet der Sieger. Der Fehmaraner betreibt eine Kiteschule auf der Ostseeinsel. „Ich mache diesen Sport schon mein ganzes Leben. Aber solche Crossings mache ich noch nicht so lange.“

Anspruchsvolle Bedingungen auf der Ostsee

Bereits um sechs Uhr morgens waren die Teilnehmer gestartet. Mit einer Scandlines-Fähre ging es zunächst nach Gedser in Dänemark. Die Reederei unterstützte das Projekt mit dem Transport von Sportlern und Ausrüstung. Für den Rückweg nach Rostock waren dann ausschließlich Wind und die eigene Ausrüstung gefragt.

Auch die Fährgäste konnten das außergewöhnliche Rennen miterleben: Während der Überfahrt der Berlin nach Gedser um 11.15 Uhr wurden die Passagiere auf die vorbeiziehenden Surfer aufmerksam gemacht. Zusätzlich ließ sich das Rennen per Livetracking verfolgen. Dort war zu sehen, wie sich das Feld zunächst dicht beieinander bewegte und sich im Verlauf der Überfahrt immer weiter auseinanderzog.

Für die Sicherheit auf der offenen Ostsee begleiteten drei Boote Rostocker Wassersportvereine die Teilnehmer über die gesamte Strecke.

Premiere mit Potenzial

Die Idee zur Baltic Crossing Challenge stammt von Kathrin Borgwardt aus Prerow. Die leidenschaftliche Surferin kennt die Faszination solcher Ostsee-Überquerungen und sieht großes Potenzial für das neue Veranstaltungsformat. „Crossings sind sehr begehrt. Aber es gibt einfach zu wenige solcher Events“, sagt sie. „Dies könnte ein neues sein und gleichzeitig die Hanse Sail noch bekannter machen, als sie es ohnehin schon ist.“

Nach der gelungenen Premiere hoffen die Organisatoren auf eine Fortsetzung im kommenden Jahr. Auch Sieger Timo Riemenschneider ist bereits überzeugt: „Ich komme bestimmt nächstes Jahr wieder.“

Nachtrag: Rettungseinsatz während der Baltic Crossing Challenge

Gestern Abend wurde bekannt, dass während der Baltic Crossing Challenge eine Rettungsaktion eingeleitet werden musste. Um 13.15 Uhr war bei der Rettungsleitstelle See der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger ein Teilnehmer des Rennens – ein Windsurfer – als überfällig gemeldet worden. Sein genauer Aufenthaltsort war zunächst unklar.

Die Seenotretter der Station Warnemünde liefen umgehend mit dem Seenotkreuzer Arkona aus. Zudem wurden das Küstenstreifenboot Warnow der Wasserschutzpolizei Rostock, der Hochseebergungsschlepper Baltic des Bundesverkehrsministeriums und das Forschungsschiff Elisabeth M. Borgese des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) alarmiert. Da alle Teilnehmer der Challenge mit Trackern ausgestattet waren, deren Standorte live auf einer Karte angezeigt wurden, nutzten die Retter diese Daten für die Suche.

Etwa eine Stunde nach der Alarmierung entdeckten die Seenotretter den 57-jährigen Mann rund 13 Kilometer (sieben Seemeilen) nordwestlich von Warnemünde. Er saß völlig entkräftet und bereits unterkühlt auf seinem Surfbrett. Bei nordwestlichem Wind der Stärke fünf (bis zu 38 km/h) und bis zu zwei Metern Seegang war es ihm nicht mehr gelungen, das Segel aus dem Wasser zu ziehen und zu starten.

Mit dem Tochterboot Caspar der Arkona nahmen die Retter den Windsurfer an Bord. Eine freiwillige Seenotärztin versorgte ihn medizinisch, bevor er im Hafen an einen Rettungswagen übergeben wurde. Unterdessen hatten die Warnow und die Baltic Segel und Surfbrett aus dem Wasser geborgen.


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