Mit drei klaren Glockenschlägen wurde gestern die 35. Hanse Sail eröffnet. Im Kurhausgarten Warnemünde läuteten Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Rostocks Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger gemeinsam die Schiffsglocke– begleitet vom jubelnden Applaus Hunderter Gäste. Wie es die Tradition verlangt, wurde zudem ein Fass Bier der Hanseatischen Brauerei Rostock angestochen, um die Festtage gebührend einzuleiten.
Doch bevor die offiziellen Reden begannen, sorgten Seeräuber für Stimmung: Die Darsteller des Piraten-Open Airs aus Grevesmühlen stürmten lautstark die Bühne und zeigten ihr Können. Im Anschluss bekam das Glück seinen großen Auftritt. Der Mecklenburger Maler Michael Frahm präsentierte ein besonderes Werk, das er gemeinsam mit Kita-Kindern aus Rostock und Umgebung geschaffen hatte. Die Kinder hatten Segeltuchstücke mit ihren Vorstellungen von Glück bemalt, die Frahm zu einem farbenfrohen Gesamtkunstwerk zusammenfügte. Das Bild überreichte er an Oberbürgermeisterin Kröger.
Manuela Schwesig betonte in ihrer Ansprache die vielschichtige Bedeutung der Hanse Sail für die Region: „Sie begeistert Einheimische und Urlaubsgäste gleichermaßen. Die Hanse Sail ist als großes Volksfest und als Wirtschaftstreff wichtig für die wirtschaftliche Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern. Und sie stärkt zugleich den sozialen Zusammenhalt und die Verbundenheit mit unserem Land.“
Vier Tage lang wird Rostock nun zum Schauplatz maritimer Vielfalt. Rund 120 Schiffe aus sieben Nationen laden zum Anlegen und Mitsegeln ein. Für die Ausfahrten stehen etwa 15.000 Plätze bereit – viele davon waren bereits lange vor Beginn der Sail ausgebucht. Doch auch spontane Besucher kommen auf ihre Kosten: Es gibt noch Restplätze für Mitsegel-Touren. Das Programm beschränkt sich jedoch nicht auf Segel, Leinen und Anker. Auf 20 Bühnen im gesamten Veranstaltungsgebiet erwarten die Gäste kulturelle Höhepunkte von Shanty-Klängen über Rock bis hin zu klassischer Musik. Über 200 Künstler sorgen für ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm.
Ein fester Bestandteil der Hanse Sail sind die beiden traditionellen Feuerwerke. Am Donnerstag sollte das erste den Nachthimmel über Warnemünde erhellen. Wegen ungünstiger Windverhältnisse musste es abgesagt werden. Am Sonnabend dann das Höhenfeuerwerk über dem Stadthafen um 22.30 Uhr – der Wind soll bis dahin deutlich nachlassen. Doch die Sail beschränkt sich nicht auf die Kaikanten. Auch im Stadtzentrum locken der Regionalmarkt in der Breiten Straße, Angebote auf dem Universitätsplatz und das Moby Dick-Areal vor dem Kröpeliner Tor mit maritimem Flair, kulinarischen Köstlichkeiten und handwerklichen Kunstwerken. Rostock wird so für vier Tage zum lebendigen Treffpunkt für Maritime aus aller Welt.
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