Rund 500.000 Menschen feiern die 35. Hanse Sail in Rostock


10. August 2026

Vier Tage lang stand Rostock ganz im Zeichen der Seefahrt: Rund 500.000 Menschen besuchten die 35. Hanse Sail und erlebten 120 Schiffe aus sieben Nationen, mehr als 200 Künstlerinnen und Künstler auf 20 Bühnen sowie ein vielfältiges Programm an sieben Veranstaltungsflächen. Vom 6. bis 9. August wurde die Hanse Sail damit erneut zu einem großen maritimen Treffpunkt für Gäste aus Rostock, Deutschland und dem Ausland.

„Die 35. Hanse Sail hat eindrucksvoll gezeigt, dass Tradition und Innovation kein Widerspruch sind. Historische Schiffe, neue Veranstaltungsformate und das große Engagement von Vereinen, Institutionen, Unternehmen, Ehrenamtlichen und vielen weiteren Beteiligten haben unsere Stadt vier Tage lang geprägt. Die Hanse Sail ist weit mehr als ein maritimes Volksfest – sie bringt Menschen zusammen, stärkt Rostocks Identität und macht unsere Stadt weit über die Ostsee hinaus als weltoffene Gastgeberin erlebbar“, sagt Rostocks Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger. Ihr Dank gilt allen, die zum Gelingen des Jubiläums beigetragen haben.

Mitsegeln bleibt ein Publikumsmagnet

Das größte Interesse galt erneut den Traditionsschiffen und den Mitsegelangeboten. Über die Buchungszentrale des Hanse Sail Büros wurden in diesem Jahr 15.225 Mitsegeltickets für 372 Ausfahrten vermittelt. 277 Gäste mussten aufgrund von Änderungen oder Ausfällen umgebucht werden. Damit konnten erneut Tausende Besucher die Hanse Sail nicht nur vom Ufer aus erleben, sondern selbst Teil einer Crew werden.

„Die Traditionsschiffe sind und bleiben das Herz der Hanse Sail. Wenn die großen Segel gesetzt werden, die Schiffe den Hafen verlassen und man an Bord erlebt, wie Wind, Wasser und Mannschaft zusammenspielen, wird maritime Geschichte unmittelbar erfahrbar“, sagt Bettina Fust, Leiterin des Hanse Sail Büros. Die große Nachfrage nach den Törns zeige, wie ungebrochen die Begeisterung für die Seefahrtstradition sei.

Maritime Tradition trifft neue Formate

Gleichzeitig setzte die Jubiläumsausgabe bewusst neue Akzente. Vom Stadthafen über die Innenstadt bis nach Warnemünde und in den IGA Park reichte das Programm.

Damit setzt sich eine Entwicklung der vergangenen Jahre fort: Die Hanse Sail wächst über ihren maritimen Kern hinaus und spricht mit unterschiedlichen Formaten ein breites Publikum an. Im Mittelpunkt bleiben dabei die Schiffe und ihre Crews. „Entscheidend ist dabei immer, dass die Schiffe und die Menschen an Bord im Mittelpunkt bleiben. Mein Dank gilt deshalb allen Crews, dem Hanse Sail Verein, unseren Partnern, Sponsoren und den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die diese vier Tage mit ihrem Engagement möglich gemacht haben“, so Fust.

Auch die Schausteller ziehen insgesamt ein positives Fazit. „Die Besuchsfrequenz war über die vier Tage hinweg gut und die Hanse Sail hat erneut viele Menschen auf die Veranstaltungsflächen gebracht“, sagt Inga Knospe, Geschäftsführerin der Großmarkt GmbH Rostock. Gleichzeitig blieben steigende Kosten für Sprit, Lebensmittel und Personal sowie eine zunehmende Preissensibilität der Gäste Herausforderungen für die Unternehmen.

Hotels fast ausgebucht, Marinestützpunkt stark besucht

Die Hanse Sail war in der gesamten Stadt spürbar. Die Hotels waren zu mehr als 95 Prozent ausgelastet, Parkhäuser und Park-and-Ride-Flächen größtenteils voll belegt.

Neben den Veranstaltungsflächen in der Innenstadt und am Wasser zog auch der Marinestützpunkt in Hohe Düne zahlreiche Besucher an. Rund 22.000 Menschen besuchten von Freitag bis Sonntag den Marinestützpunkt und die am Passagierkai Warnemünde für die Öffentlichkeit zugängliche Fregatte Brandenburg. Das Interesse übertraf nach Angaben der Marine die Erwartungen deutlich. Zwischenzeitlich musste der Parkplatz am Marinestützpunkt sogar gesperrt werden, weil keine weiteren Kapazitäten zur Verfügung standen.

Sicher durch vier ereignisreiche Tage

Auch aus Sicht der Polizei verlief die Hanse Sail insgesamt sicher und störungsfrei. Nennenswerte oder herausragende Zwischenfälle wurden nicht verzeichnet. Rund 200 Polizeibeamte waren täglich im Einsatz und sorgten gemeinsam mit den weiteren Einsatzkräften für die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher.

Für Herausforderungen sorgten allerdings die Wind- und Seegangsbedingungen am Donnerstag und Freitag. Das geplante Eröffnungsfeuerwerk über der Ostsee musste wegen des hohen Wellengangs abgesagt werden. Auch die Baltic Crossing Challenge von Gedser nach Rostock war vom Wind beeinflusst. Bei der Ostseeüberquerung auf verschiedenen Wassersportgeräten musste ein Teilnehmer auf halber Strecke von der Wasserschutzpolizei und der DGzRS aufgenommen werden, da er die Fahrt aus eigener Kraft nicht fortsetzen konnte (DWM berichtete).

Mit der Verabschiedung der teilnehmenden Schiffe und Crews ging die 35. Hanse Sail am Sonntagabend zu Ende. Der Blick richtet sich nun bereits auf die nächste Ausgabe: Die 36. Hanse Sail findet vom 5. bis 8. August 2027 in Rostock statt.


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