Kurhausstraße 1: Investor soll Parkflächen schaffen

Der Warnemünder Ortsbeirat lehnte den Bauantrag für ein Hotel in der Kurhausstraße 1 ab. Grund sind die fehlenden Stellplätze.Der Warnemünder Ortsbeirat lehnte den Bauantrag für ein Hotel in der Kurhausstraße 1 ab. Grund sind die fehlenden Stellplätze.07. Januar 2015

Schon seit über einem Monat steht das ehemalige Doctorhus an'n Strann in der Kurhausstraße 1 leer. Der Kommunale Eigenbetrieb für Objektentwicklung und -bewirtschaftung, KOE, hatte die zweigeschossige Gründerzeit-Villa im Auftrag der Stadt Rostock meistbietend verkauft – als Mindestgebot wurden 1,5 Mio. Euro festgesetzt. Ein Käufer ist mittlerweile gefunden und mit dem Verkaufserlös will die Stadt nun den Sporthallenneubau in der Parkstraße finanzieren.

Der neue Eigentümer, ein Warnemünder, plant, das Haus in ein Hotel mit Saunaanlage und Restaurant umzubauen. Das scheint in dieser Lage bei direkter Sichtbeziehung zur Ostsee plausibel und schließlich wurde das markante Gebäude 1921 auch als eine Pension errichtet.
Der Warnemünder Ortsbeirat folgte jetzt jedoch der Empfehlung seines Bauausschusses und lehnte den Bauantrag einstimmig ab. Grund sind die fehlenden Stellplätze. Bei 22 Appartements, 52 Gästeplätzen im Restaurant, zuzüglich Personal werden laut Angaben des Ausschussvorsitzenden Arnd Zindler 19 Stellplätze benötigt. Auf dem Grundstück kann allerdings nur ein Stellplatz nachgewiesen werden – es fehlen noch 18 reale Parkplätze. Das Argument des Investors, für das Ärztehaus hätte es auch keine 19 Stellflächen gegeben, lässt Zindler nicht gelten – schließlich kamen die Patienten vornehmlich aus dem Ort oder vom benachbarten Hotel Neptun. „Wir leiden hier in Warnemünde unter einer massiven Parkplatznot. In unzähligen Fällen wurden Stellplätze in den vergangenen Jahren mit viel Geld einfach abgelöst – dieses Geld wurde aber leider nicht am Ortseingang von Warnemünde in ein Parkhaus investiert“, schimpfte Ortsbeiratschef Alexander Prechtel und fordert, das Freikaufen von der Stellplatzpflicht generell zu untersagen. Nun ist der Investor wieder am Zuge.

Bis Ende 1969 befand sich in der Kurhausstraße 1 eine Entbindungsstation – viele heutige Warnemünder haben hier das Licht der Welt erblickt. Nach der Wende diente es als Ärztehaus mit verschiedenen Fachärzten und einer Apotheke im Souterrain.



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08.01.2015 um 17:35 Uhr
marlis weber: tja, limalo, sicher haben sie völlig recht. nur in einem muss ich widersprechen: ortsbeirat und macht sind ja wohl zwei begriffe, die
diametral entgegengesetzt sind.
08.01.2015 um 11:58 Uhr
Welk,Frank: ich bin 3/1970 dort geboren also gab es die Entbindungsstation da wohl noch !
08.01.2015 um 10:53 Uhr
limalo: Da muß sich der aufmerksame Bürger erneut fragen, wie der Investor des "A-Ja Resort" es geschafft hat ohne Stellplätze so ein großes Hotel bauen zu dürfen. Etwa mit der Option , das Ostsee-Parkhaus zu großen Teilen zu "okkupieren" ?? Diese Parkplätze fehlen der Allgemeinheit !!!!!
Die schöne Villa in der Kurhausstrasse 1 sollte doch bald in neuem Glanz erstrahlen.
Der Ortsbeirat sollte seine "Macht" so einsetzen , dass sie sinnvoll ist!!