Mit der Bewilligung von Planungsmitteln für die Sanierung des Stadions im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark war Anfang des Jahres ein wichtiger Schritt gelungen (DWM berichtete). Nun wurden bei einem gemeinsamen Gespräch die nächsten Etappen auf dem Weg zur Modernisierung der traditionsreichen Sportstätte vorgestellt. Deutlich wurde dabei aber auch: Bis die ersten Bagger anrollen, wird noch einige Zeit vergehen.
Bereits am 22. Mai kamen Vertreter der Stadtverwaltung, des Kommunalen Eigenbetriebs KOE, der Warnemünder Sportvereine und des Ortsbeirates zusammen, um über den aktuellen Stand des Projekts zu beraten. Teilnehmer waren Nicole Mielke, Abteilungsleiterin Schul- und Sportstättenplanung im Amt für Schule und Sport, KOE-Leiterin Sigrid Hecht, Mike Frahm als Sprecher der betroffenen Sportvereine sowie Ortsbeiratsvorsitzender Axel Tolksdorff.
Wie die KOE-Chefin mitteilte, steht inzwischen auch der Wirtschaftsplan zur Verfügung. Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, um die nächsten Planungsschritte einzuleiten. Ziel ist nun, eine sogenannte Entscheidungsunterlage Bau (ES-Bau) zu erarbeiten. Diese bildet die Grundlage für einen späteren Fördermittelantrag beim Bund.
Dabei wurde deutlich darauf hingewiesen, dass das betreffende Bundesprogramm ausschließlich Sanierungsmaßnahmen fördert und keinen Neubau.
Nicole Mielke vom Amt für Schule und Sport informierte darüber, dass der notwendige Investitionsprüfauftrag (IPA) bereits formuliert wurde und sich in der behördlichen Unterschriftenrunde befinde. Nach Angaben der Beteiligten müssen insgesamt neun Stellen in den Abstimmungsprozess eingebunden werden.
Sollten alle Genehmigungen planmäßig vorliegen, könnte im Herbst 2026 ein Planungsbüro beauftragt werden. Die eigentliche Planungsphase würde sich anschließend bis etwa Mitte 2027 erstrecken. Erst mit einer unterschriebenen ES-Bau-Unterlage könne schließlich ein Förderantrag beim Bund eingereicht werden. Wann der nächste Projektaufruf des Bundes startet, war zum Zeitpunkt des Treffens allerdings noch offen.
Hinzu kommt ein weiterer Unsicherheitsfaktor: Da das Stadion ausschließlich von Vereinen genutzt wird und kein Schulsport stattfindet, handelt es sich um eine freiwillige kommunale Aufgabe. Eine Kreditgenehmigung des Landes ist deshalb nicht vorgesehen.
Mike Frahm und Axel Tolksdorff bedauerten erneut, dass die Warnemünder Grundschule den Sportplatz nicht nutzt. Aus Sicht der Vereine würde dies die Bedeutung der Anlage zusätzlich stärken. Die Sportvereine wünschen sich eine Flutlichtanlage und favorisierten weiterhin einen Naturrasenplatz. Außerdem wurde der Wunsch nach einer weiteren Sprunggrube geäußert.
Ein Problem bleibt die Entwässerung des Geländes. KOE-Leiterin Sigrid Hecht machte deutlich, dass für dieses Thema bislang noch keine abschließende Lösung gefunden worden sei.
Aktuell blieb das Stadion gesperrt. Die Empfehlung lautete weiterhin, den Platz nicht zu bespielen.
Nach Einschätzung von Mike Frahm wurde während des Treffens deutlich, dass die beteiligten Ämter die Sicherung der Planungsmittel als wichtigen Erfolg werten. Gleichzeitig verwies er auf zahlreiche Herausforderungen innerhalb des Verfahrens.
Insbesondere naturschutzrechtliche Fragen spielten eine Rolle. So sei das Amt für Umwelt- und Naturschutz derzeit sehr sensibel bei Eingriffen auf dem Gelände. Bereits beim Bau der Beachvolleyballanlage seien seltene Tierarten entdeckt worden. Auch die geplante Flutlichtanlage könnte aus naturschutzfachlicher Sicht kritisch bewertet werden.
Frahm vermutet zudem, dass die Stadt aus Kostengründen einen Kunstrasenplatz favorisieren könnte. „Meine Einwände zum Kunstrasen habe ich gebracht. Die Umsetzung hängt von den Kosten, aber auch mit der Bewässerung zusammen“, sagte Frahm. Hintergrund sei unter anderem ein seit längerer Zeit andauernder Rechtsstreit der Stadt Rostock im Zusammenhang mit der Entwässerung des Areals.
Trotz aller offenen Fragen bewertet Frahm das Treffen positiv. Aus seiner Sicht verlief der Austausch konstruktiv und habe die nächsten Schritte klarer werden lassen. „Was lange währt, wird endlich gut – hoffentlich“, fasst er die Situation zusammen.
Nach der derzeitigen Zeitplanung könnte der Investitionsprüfauftrag im Herbst 2026 vollständig genehmigt werden. Anschließend wäre die Beauftragung eines Planungsbüros möglich. Mit ersten belastbaren Planungsergebnissen rechneten die Beteiligten im Sommer 2027. Danach müssten Finanzierung, Fördermittel und Haushaltsmittel gesichert werden.
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bitte keine zusätzlichen Flutlichtmasten, die bestehenden Flutlichter von den Sportplätzen vor der Turnhalle sind schon störend genug für die Anwohner in den Jahreszeiten, wo es früher dunkel wird