Der Countdown ist abgelaufen: Heute beginnt in Warnemünde die dritte Auflage des Buntes Meer Festivals. Bis Sonntag verwandeln sich der Kurhausgarten und der Strand um das Supremesurf Beachhouse in einen Treffpunkt für Musik, Kultur, Nachhaltigkeit und gelebte Inklusion. Der Eintritt ist an allen Tagen frei.
Los geht‘s schon am Donnerstag um 18.30 Uhr mit einem kleinen, exklusiven Warm-up-Konzert von Leon Zeug im Supremesurf Beachhouse am Strandaufgang 11 – der perfekte Auftakt, um gemeinsam den Sonnenuntergang an der Ostsee zu genießen.
Am Freitagabend ist die Wal Strandbar am Strandaufgang 1 perfekte Location für das Auftakt-Strandkino. Gezeigt wird ab 20 Uhr die deutsche Tragikkomödie „Weil wir Champions sind“ mit Wotan Wilke-Möhring. Der Film erzählt die Geschichte eines Basketballtrainers, der Menschen mit geistiger Beeinträchtigung trainiert.
Das eigentliche Festivalprogramm startet am Sonnabend von 12 bis 20 Uhr und am Sonntag von 12 bis 18 Uhr so richtig durch. Mehr als 50 nachhaltige Aussteller laden im Kurhausgarten zum Entdecken, Mitmachen und Genießen ein.
Das Programm ist so vielfältig wie das Meer selbst. Im Yoga-Zelt am Beachhouse werden verschiedene Yoga- und Achtsamkeitsangebote für alle Altersgruppen angeboten. Im Kurhausgarten können Besucher Graffiti- und Siebdruck-Workshops ausprobieren, während die Skate-Area des Rostocker Skateboard e.V. mit Kursen und Mitmachaktionen lockt.
Die Rostock Seawolves präsentieren mit den „WeWolves“ ihr Unified-Basketballteam, in dem Menschen mit und ohne geistige Behinderung gemeinsam trainieren und spielen. Trainiert wird im Kurhausgarten und am AOK Active Beach.
Am Sonnabend wird das Beachhouse zum Open-Air-Kino. Gezeigt wird zunächst der Kurzfilm „Her Wave“ über die deutsche Big-Wave-Surferin Lena Kemna. Im Anschluss spricht die Surferin persönlich über ihre Erfahrungen. Danach folgt der Dokumentarfilm „Open Ocean“ über die Arbeit des gleichnamigen Vereins, der sich für barrierefreie Wassersportangebote einsetzt.
Der Sonntag steht ganz im Zeichen der Inklusion: Im Wintergarten des Kurhauses stehen spannende Gesprächsrunden rund um das Thema Inklusion auf dem Programm. Alle Talks werden simultan in deutsche Gebärdensprache übersetzt.
Musikalisch reicht die Bandbreite von Kinderkonzerten über Afrobeats, Reggae und Blues bis hin zu Pop, Folk, Singer-Songwriter-Musik und DJ-Sets. Mit dabei sind unter anderem All Inclusive, Die Hoppels, Gabriel Kelly & Band, Free Spiritz, Republica Cangrejo, Max Berend & Band sowie zahlreiche weitere Künstlerinnen und Künstler.
Auch Kinder kommen beim Buntes Meer Festival wieder voll auf ihre Kosten. Drei Hüpfburgen, Strand- und Bewegungsspiele, eine Kinderdisco sowie zahlreiche Mitmachangebote sorgen für abwechslungsreiche Ferientage.
Einen gemeinsamen Abschluss bildet am Sonntag das traditionelle Paddle Out mit anschließendem Community-Frühstück am Beachhouse. „Bringt eure eigenen Boards gern dazu mit“, lädt David Juhnke alle Wassersportbegeisterten ein.
Das Buntes Meer Festival verfolgt ein klares Ziel: möglichst vielen Menschen einen unbeschwerten Festivalbesuch zu ermöglichen. Absolute Barrierefreiheit sei zwar kaum erreichbar, doch jedes Jahr komme das Festival diesem Anspruch ein Stück näher: „Neu in diesem Jahr ist der Info-Point als Anlaufstelle im Kurhausgarten. Hier werden Fragen zur Barrierefreiheit beantwortet, und bei Bedarf wird euch als Unterstützung ein Festival-Buddy, erkennbar an den blauen Westen, zur Seite gestellt“, erklärt Initiator David Juhnke. Erstmals stehen außerdem kostenfreie Gebärdendolmetscher zur Verfügung. Besucher können sich ebenfalls am Info-Point melden und sich während ihres Festivalbesuchs begleiten lassen.
Für das Organisationsteam ist klar: Das Buntes Meer Festival soll ein Ort sein, an dem sich alle willkommen fühlen. Diskriminierung, Rassismus, Sexismus sowie Queer- und Transfeindlichkeit haben hier keinen Platz. Respekt und Begegnung stehen im Mittelpunkt.
Das Interesse, Teil des Festivals zu sein, wächst stetig. Viele Initiativen, Vereine und Aussteller wollten in diesem Jahr dabei sein. „Wir mussten einige Absagen erteilen, können aber im Falle einer Absage sofort nachziehen“, berichtet David Juhnke. Noch größer soll das Festival dennoch nicht werden. „Dazu fehlen uns die Kapazitäten schon in der Organisation.“
Rund zehn Ehrenamtliche bilden den festen Kern des Organisationsteams. Umso wichtiger seien die guten Partner vor Ort. „Ein großes Plus ist, dass wir uns mit der Stadtverwaltung und der Tourismuszentrale sehr gut verstehen. Schön, solche Partner an der Seite zu haben – das macht vieles einfacher.“
Bereits im vergangenen Jahr zog das Festival rund 3.000 Gäste an. Auch diesmal rechnet das Organisationsteam mit großem Zuspruch.
Familie Schneider aus Rostock erinnert sich noch gern an ihren Besuch im vergangenen Sommer: „Unsere Kinder wollten eigentlich nur kurz auf die Hüpfburg – am Ende sind wir den ganzen Tag geblieben. Überall gab es etwas auszuprobieren, die Atmosphäre war unglaublich herzlich und niemand fühlte sich ausgeschlossen. Genau solche Veranstaltungen braucht es viel öfter. Für uns stand sofort fest: Nächstes Jahr kommen wir wieder.“
Der Eintritt bleibt an allen Tagen kostenfrei. Lediglich für einzelne Workshops wird ein kleiner Unkostenbeitrag erhoben. Damit das auch künftig möglich bleibt, läuft noch bis zum 25. Juli eine Crowdfunding-Kampagne, bei der bereits mehr als 3.200 Euro zusammengekommen sind.
Zusätzliche Unterstützung erhält das Festival vom Ortsbeirat Warnemünde/Diedrichshagen, der 1.500 Euro aus seinem Budget bereitstellt. Unter Vorbehalt – so heißt es aus dem zuständigen Ortsamt – denn der Betrag kann erst nach dem Beschluss des städtischen Haushaltes fließen.
Das Buntes Meer Festival gehört außerdem zu den fünf Projekten, die für den Rostocker Engagementpreis nominiert sind. Abgestimmt werden kann dafür online noch bis zum 14. August 2026.
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