Die Arbeit der Seenotretter beginnt nicht erst draußen auf der Ostsee. Auch an Land sind engagierte Menschen gefragt: Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) sucht weitere ehrenamtliche Mitarbeiter für ihr Informationszentrum im Ostseebad Warnemünde.
„Unsere Ehrenamtlichen an Land sind eine tragende Säule für die erfolgreiche Tätigkeit der DGzRS“, betont Jörg Westphal, Leiter des Informationszentrums. „Wer sich bei uns engagiert, hilft dabei, unsere lebenswichtige Aufgabe vielen Menschen nahe zu bringen und leistet damit einen wichtigen Beitrag für unsere rein spendenfinanzierte Arbeit.“
Im Informationszentrum begrüßen Ehrenamtliche Gäste aus nah und fern, erzählen von der Arbeit der Seenotretter und führen durch die Ausstellung. Besucher erfahren dort, wie Rettungseinsätze auf Nord- und Ostsee ablaufen und welche Technik dabei zum Einsatz kommt.
Zu sehen sind historische Rettungsgeräte ebenso wie detailreiche Modelle moderner Seenotrettungskreuzer. Darüber hinaus unterstützen die Freiwilligen Veranstaltungen, Vorträge und Gruppenführungen.
Ein Vorteil für Interessierte: Die Einsätze im Informationszentrum lassen sich flexibel gestalten. Ehrenamtliche entscheiden selbst, wann und wie häufig sie mithelfen möchten. Besonders an Wochenenden freut sich das Team jedoch über zusätzliche Unterstützung. Neue Helferinnen und Helfer werden selbstverständlich gründlich in ihre Aufgaben eingearbeitet.
Untergebracht ist das Informationszentrum seit 1995 im historischen Stephan-Jantzen-Haus. Die frühere Besitzerin hatte das Gebäude der DGzRS vermacht.
Das Haus ist eng mit der Geschichte der Seenotrettung an der mecklenburgischen Küste verbunden. Hier lebte und arbeitete der legendäre Warnemünder Seemann und Lotsenkommandeur Stephan Jantzen. Ab 1866 war er maßgeblich am Aufbau der ersten Rettungsstation der DGzRS an der mecklenburgischen Küste beteiligt.
Zwischen 1867 und 1903 rettete er als Vormann der Station mit seiner Freiwilligen-Mannschaft rund 80 Menschen aus Seenot – mehrfach unter Einsatz seines eigenen Lebens. Nach der Wiedervereinigung taufte die DGzRS sogar einen ihrer damals modernsten Seenotrettungskreuzer auf den Namen Vormann Jantzen – eine Würdigung seines außergewöhnlichen Engagements.
Die Seenotretter der DGzRS sind für den maritimen Such- und Rettungsdienst in den deutschen Gebieten von Nord- und Ostsee zuständig. Rund 60 Seenotrettungskreuzer und -boote stehen auf 53 Stationen zwischen Borkum im Westen und Usedom im Osten rund um die Uhr bereit. Koordiniert werden die Einsätze von der Rettungsleitstelle See, dem Maritime Rescue Coordination Centre in Bremen.
Jährlich fahren die Besatzungen etwa 2.000 Einsätze. Seit der Gründung der DGzRS im Jahr 1865 konnten mehr als 87.700 Menschen aus Seenot gerettet oder aus gefährlichen Situationen befreit werden. Die Arbeit der Seenotretter wird ausschließlich durch Spenden finanziert.
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