Die Warnemünder Gehwege und Baum-Zoff am Georginenplatz

Die Handweberin Ines Heinrich lebt und arbeitet am Georginenplatz. Sie liebt die alten Linden, die das Quartier zu etwas ganz Besonderem machen.Die Handweberin Ines Heinrich lebt und arbeitet am Georginenplatz. Sie liebt die alten Linden, die das Quartier zu etwas ganz Besonderem machen. (1 weiteres Bild)12. Dezember 2018

Warnemündes Gehwege werden ganz zu recht häufig kritisiert. Holperige Steige sind nicht nur für Senioren mit Gehhilfen hinderlich und mitunter sogar höchstgefährlich. Einen Sachstandsbericht zur Gehwegsituation im Ostseebad lieferte gestern Abend vor dem Ortsbeirat der Leiter des Amts für Verkehrsanlagen der Stadt Rostock, Heiko Tiburtius.

„Die Gehwegsituation in Warnemünde ist uns durchaus bekannt. Wir machen regelmäßig Begehungen und wissen um die mitunter desolaten Zustände“, bekennt der Amtsleiter. Werden Stolperfallen ausgemacht, werde diese jedoch kurzfristig ausgebessert, meist schon am selben Tag. Die dringend notwenigen grundhaften Sanierungen stehen nach seiner Aussage jedoch immer auch im Zusammenhang mit den Medienträgern: „Im Idealfall bringen wir unsere baulichen Maßnahmen mit denen der Medienträger zusammen.“

Ein Lichtblick: Als eines der nächsten Straßenbauvorhaben sollen die Gehwege in der Schillerstraße beidseitig erneuert werden. Hier, wo sich ein Pflegeheim und eine Seniorenvilla befinden, ist die Situation ganz besonders drastisch. Die Kanalisation wurde in dieser Straße schon 2016 erneuert – seinerzeit fehlte der Stadt Rostock das Geld für die Gehwege. Problematisch: der alte Baumbestand. „Wir werden vorab ein Baumgutachten in Auftrag geben und dieses stellt die Grundlage für alle weiteren Planungen dar“, informiert Heiko Tiburtius. Das Projekt soll vorab dem Ortsbeirat vorgestellt werden und möglichst schon im Haushalt 2020/21 als Investitionsmaßnahme verankert werden.

Und auch eine weitere Großbaustelle ist in Sicht: Nach Fertigstellung der Seestraße soll voraussichtlich ab Mitte 2019 das Quartier Georginenplatz/ Georginenstraße angefasst und als Denkmal umgestaltet werden. „Es gab Verzögerungen wegen des Versorgerwechsels von Eurawasser auf Nordwasser, aber die Planungen stehen jetzt kurz vor der Ausführungsreife“, so Tiburtius. Auch diese Pläne sollen vorab noch dem Ortsbeirat präsentiert werden. Für Unmut sorgte die Aussage von Bernard Chlosta. Er wohnt am Georginenplatz und vertritt 15 weitere Anlieger. „Wir haben mit Schrecken und eher zufällig festgestellt, dass im Zuge der Umgestaltung Baumfällungen durchgeführt werden sollen. Sogar der Ortsbeirat soll das schon abgesegnet haben, wurde uns durch das Grünamt mitgeteilt. Es gäbe dazu auch Protokolle. Das geht unter die Gürtellinie! Wir werden großen und starken Widerstand in die Wege leiten“, macht der Warnemünder seinem Ärger Luft. Der Beiratsvorsitzende stellte daraufhin klar: „Wir haben keine Zustimmung für Baumfällungen erteilt!“ Matthias Ehlers, Mitglied im Umweltausschuss“ lud Bernard Chlosta ein, das Problem in der Runde zu klären: „Sie können sicher sein, dass wir um jeden Baum kämpfen.“  

Der Naturschutzbund Deutschland e. V. (Nabu) ist über die geplanten Baumfällungen bereits informiert und sieht dafür keine Notwendigkeit. Von 19 Hauseigentümern am Georginenplatz möchten 15 den alten Baumbestand erhalten.



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