Die Alexandrinenstraße hat Kultstatus erreicht

Erna und Karl-Heinz Ruschau wohnen in der Warnemünder Alexandrinenstraße und werden seit dem NDR-Beitrag häufig angesprochen. Inzwischen erreichten sie daraufhin viele Briefe, Fotos und sogar eine Flasche Mosel-Wein. Erna und Karl-Heinz Ruschau wohnen in der Warnemünder Alexandrinenstraße und werden seit dem NDR-Beitrag häufig angesprochen. Inzwischen erreichten sie daraufhin viele Briefe, Fotos und sogar eine Flasche Mosel-Wein. (2 weitere Bilder)20. August 2021

Es ist erst wenige Wochen her, dass im NDR-Fernsehen die Nordstory „Charme am Meer – Die Achterreeg von Warnemünde“ ausgestrahlt wurde. Zur besten Sendezeit, an einem Freitagabend, gleich im Anschluss an die Tagesschau. Man kann sagen, dass die Alexandrinenstraße – um diese geht es nämlich in dem Beitrag – nach Ausstrahlung Kultstatus erreicht hat: „Der Film lief noch, als das Telefon klingelte und sich schon der erste Anrufer aus Schleswig-Holstein zu dem Beitrag bei uns meldete“, erinnert sich der pensionierte Fischer Karl-Heinz Ruschau, einer der Protagnisten, wohnhaft in der „Alex“, wie Anlieger ihre Straße auch nennen. Weil er wegen des Telefonates aber leider nicht die ganze Sendung sehen konnte, hofft er jetzt auf die versprochene DVD.

Oft würden Karl-Heinz Ruschau und seine Frau Erna seit dem 30. Juli – dem Tag der Erstausstrahlung – auf der Straße angesprochen. Und nicht nur das: „Uns haben Briefe und Fotos erreicht, die einfach so in unseren Briefkasten geworfen werden. Manchmal wird aber auch an die Scheibe geklopft oder wir werden auf der Bank am Ümgangsbrunnen angesprochen“, so Ruschau. Unangenehm ist das dem Ehepaar nicht, ganz im Gegenteil empfinden sie die Gespräche als recht angenehm. Erst in dieser Woche kam ein bislang unbekannter Besucher von der Mosel und brachte eine Flasche Wein vorbei. Unter den eingegangenen Fotos ist auch das eines Modells des inzwischen verschrotteten Kutters Zufriedenheit, den Karl-Heinz Ruschau mit über 80 Jahren noch selbst gefahren hat. Darüber hat er sich ganz besonders gefreut.

Seit drei Wochen quasi leergekauft ist der Hoppen un Molt Store von Henry Gidom und Ehefrau Sylvia Joeck in der Alexandrinenstraße, direkt gegenüber vom Ümgangsbrunnen. Auch hier wurde gedreht. „Am Sonnabend nach der Fernsehsendung stand schon morgens vor Öffnung eine lange Schlange vor unserer Ladentür und die riss bis zum Abend auch nicht mehr ab“, erinnert sich Brauer Gidom. Am Sonntag waren die Regale dann so ziemlich leer. Auch im Webshop wurde viel bestellt und das Paar machte sich daran, im großen Stil Pakete zu packen. „Von dem Ansturm sind wir einfach überwältigt worden und um mit der Produktion überhaupt noch hinterherzukommen – und nur deshalb – bleibt unser Geschäft jetzt unter der Woche schon die dritte Woche in Folge geschlossen“, bekennt der Warnemünder. Bierbrauen, Abfüllen und Etikettieren seien in der kleinen Craft-Brauerei nun mal Handarbeit. Verstärkung für den Warnemünder Brauer hat sich glücklicherweise angekündigt: Der erfahrene Braumeister im Ruhestand, Enrico Brandenberger, ist erst kürzlich wegen der guten Luft und seiner Enkelkinder von Halle nach Warnemünde gezogen. „Er hat uns kontaktiert, seine Hilfe angeboten und auf Mini-Job-Basis haben wir schnell Nägel mit Köpfen gemacht.“ Es ist der erste Mitarbeiter, der das Hoppen un Molt Team unterstützt. Ab Oktober wird eine weitere Vollzeitkraft für das Ladengeschäft gesucht.

Was wäre die Alexandrinenstraße ohne das Heimatmuseum. Das dachten sich auch die Filmemacher um die Autoren Cornelia Helms und Matthias Vogler. Ganz so üppig, wie bei Ruschaus oder Hoppen un Molt fiel das Echo hier nicht aus, aber immerhin: „Es kamen einige Leute, die die Sendung gesehen und uns daraufhin angesprochen haben. Ein paar schickten auch Objekte, darunter Fischernetze, eine Fischerschürze und Arbeitsutensilien aus der Fischerei“, sagt Museumsleiter Christoph Wegner. Ein junges Pärchen interessierte sich für die alten Ansichten, die er im Film auf seinem Schreibtisch sortiert hat. Was die Besucherzahlen betrifft, vermag Christoph Wegner keine Aussage zu treffen, denn zum einen kamen viele allein wegen Miniausstellung „50 Jahre Hotel Neptun“ und zum anderen wurde irgendwann das Wetter unbeständiger und dann hat das Heimatmuseum Warnemünde ohnehin mehr Zulauf.

Und für alle, die jetzt neugierig geworden sind, den Film aber noch nicht gesehen haben: „Charme am Meer – Die Achterreeg von Warnemünde“ ist noch bis zum 29. Juli 2022, 20.15 Uhr, in der NDR-Mediathek abrufbar.



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14.09.2021 um 15:06 Uhr
Uwe Friedrich: Guten Tag aus Potsdam, anlässlich des Stromfestes 09.-12.09.21 haben meine Frau und ich Warnemünde zum xten mal ein Besuch abgestattet. Und dann gab es um die Nachmittags Zeit einen kräftigen Regenschauer. Wir stehen genau vor diesem Brauerei- Shop. Eingetreten, Bier verkostet, Komplimente ausgesprochen. Es war einfach nur toll, schön,eine neue Geschmacksrichtung der Biergewinnung. Bei unserem traditionell, nächsten Besuch in Warnemünde, haben wir ein neues Ziel in der wunderbar restaurierten Alexandrinenstrasse. Uwe F.
24.08.2021 um 10:14 Uhr
Horst Fiedler: Hallo Warnemünde,
mit Interesse haben wir, meine Frau und ich , die Sendung über die Alexandrinenstrasse angesehen. Wir haben eine besondere Beziehung zu Warnemünde und vor allem zu dieser Strasse . Es war genau in dieser Strasse wo ich vor 57 Jahren meine Frau kennenlernte. 1964 gab es in der Alexandrinenstrasse " Haupts Weinstube ". Dort begegneten wir uns am 2.Mai 1964 das erste Mal. Dieser Tag ist für uns unvergesslich. Deshalb freuen wir uns das dieser Teil von Warnemünde erhalten und gepflegt wird.
Warnemünde ist immer wieder einen Besuch wert.
Herzliche Grüße Helga und Horst Fiedler.
22.08.2021 um 15:07 Uhr
Der Warnemünder: Lieber Herr Murswiek, dort steht 29. Juli 2022!:)
21.08.2021 um 22:36 Uhr
Erwin Murswiek: Hallo nach Warnemünde, leider haben wir diesen Bericht der Nordstory auch nicht gesehen. Aber es ist schade, daß Ihr Artikel erst am 20. A u g u s t veröffentlicht wird mit dem Hinweis, daß dder Film in der Mediathek bis zum 29. J u l i abrufbar ist.
Gäbe es nicht noch eine Möglichkeit, diesen Bericht zu sehen fragt mit freundlichen Grüßen aus Tschechien Ihr ständiger Leser und ehemaliger Rostocker Erwin Murswiek