Den Küstenwald der Zukunft etablieren

Forstamtsleiter Jörg Harmuth, Mathias Ehlers vom Warnemünder Umweltausschuss und Revierförster Christoph Willert (v.l.) treffen sich zum Ortstermin im Stoltera Küstenwald.Forstamtsleiter Jörg Harmuth, Mathias Ehlers vom Warnemünder Umweltausschuss und Revierförster Christoph Willert (v.l.) treffen sich zum Ortstermin im Stoltera Küstenwald.19. Mai 2022

Dem Stoltera Küstenwald von morgen eine reelle Chance einzuräumen hat sich das Rostocker Stadtforstamt auf die Fahnen geschrieben. Dessen Leiter, Jörg Harmuth, hatte deshalb angekündigt, bestimmte Areale absperren, aufforsten und die immer mehr werdenden Trampelpfade so abschneiden zu wollen. Diese vermeintlichen Abkürzungen machen dem Wald zu schaffen. In der vergangenen Woche fand dazu ein erster Ortstermin statt.

„Obwohl das Grundwasser relativ weit weg ist, gilt der Küstenwald als ‚K1‘ Gebiet – ein guter Standort mit kräftigem Boden“, erklärte Jörg Harmuth. Daher gäbe es eine große Variation an Bäumen, die hier gepflanzt werden können. In den vergangenen zehn Jahren wurden in Rostocks Stadtwäldern pro Jahr etwa 30.000 Bäume neu angepflanzt. Etwa zehn Mal soviele reproduzieren sich auf natürlichem Wege. Um eine Verjüngung auch tatsächlich zu erreichen, müssen Trampelpfade eingezäunt und damit unbegehbar gemacht werden. Die Menschen kommen dann immer noch von A nach B, müssen aber etwas weiter laufen. „Im Normalfall schützen wir Bäume vor Tierfraß. In diesem Fall schützen wir sie vor Menschen“, gab Revierförster Christoph Willert zu bedenken.

Man wolle behutsam vorgehen und sich langsam herantasten. Um eine gute Durchmischung zu erreichen, würden heimische Sorten gepflanzt. Das sei wichtig, weil es sich um ein Naturschutzgebiet mit FFH-Status handele. Eingezäunt und aufgeforstet werden dazu im späten Herbst zunächst zwei, jeweils 200 Quadratmeter große, Felder für fünf bis zehn Jahre, kündigte Christoph Willert an: „Wir machen das richtig schick mit Weißdorn und Sanddorn, eng an eng, um mittendrin die künftige Waldgeneration zu etablieren.“ Nicht abgesperrt werden Strandzugänge oder Reitwege. Für den in der Rostocker Heide ansässigen Amtsleiter Harmuth sind das Kleinstflächen. „In der Heide brauchen wir in solchen Fällen gar nichts unternehmen. Die wachsen von alleine zu.“

Die Pläne für die Absperrungen werden rechtzeitig im Ortsbeirat vorgestellt. Wie das Ganze von statten geht, ist noch nicht abschließend geklärt. Denkbar ist eine Initiative, um Hotels und Gewerbetreibende als Sponsoren für die Jungbäume zu gewinnen. Möglich ist auch eine kleinere Pflanzaktion der Warnemünder.

Der Stoltera Küstenwald erstreckt sich über etwa drei Kilometer, beginnend westlich von Warnemünde bis zum Kap Geinitzort. Durch einen Küstenwanderweg und den Ostseeküsten-Radweg sowie zwei Lehrpfade ist das Gebiet touristisch hervorragend erschlossen.

Foto 5 (Archiv): Taslair







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