Atlantic Affairs: Ausstellung im Neptun offenbart das Doppelleben eines Arztes

Professor Hans Behrbohm ist Stammgast im Hotel Neptun Warnemünde. Gemeinsam mit PR-Managerin Silke Greven wirft er einen Blick auf den Kurzfilm über Udo Lindenberg, der zur Ausstellungseröffnung am 27. Mai gezeigt werden soll.Professor Hans Behrbohm ist Stammgast im Hotel Neptun Warnemünde. Gemeinsam mit PR-Managerin Silke Greven wirft er einen Blick auf den Kurzfilm über Udo Lindenberg, der zur Ausstellungseröffnung am 27. Mai gezeigt werden soll.20. Mai 2022

In seinem „ersten Leben“ ist Hans Behrbohm Ärztlicher Direktor der Park-Klinik Weißensee-Berlin. Doch der Professor für Hals-Nasen-Ohren Heilkunde führt ein Doppelleben und hat sich auch als anerkannter Maler, Grafiker, Illustrator und Autor einen Namen gemacht. Eine Ausbildung in Druckgrafik hat er 2018 an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und als Schüler des Malers Friedrich Porsdorf begonnen. Im Hotel Neptun Warnemünde wird am 27. Mai eine thematische Ausstellung Behrbohms mit Titel „Atlantic Affairs“ eröffnet. Geplant schon vor zwei Jahren und wegen Corona mehrfach verschoben.

Das gleichnamige Album Udo Lindenbergs, der mit seinem Panikorchester noch immer den musikalischen Background ganzer Generationen bestimmt, erschien vor 20 Jahren und bildet den künstlerischen Ansatz für die mehr als 40 Lithografien und Malereien. Es widerspiegele das Leben in den 1920- und 30er Jahren. Von verschwenderischem Genuss, aber auch Weltwirtschaftskrise, Massenarbeitslosigkeit und dem Niedergang der Weimarer Republik geprägt, beleuchtet die Ausstellung sowohl das eine, als auch das andere. Das bekannte Liedgut jener Zeit mit Texten von Bertolt Brecht, Marlene Dietrich und Ilse Weber, die Musik von Kurt Weill, Ira Gershwin und Hanns Eisler wurden neu arrangiert und interpretiert. Eingebettet dieses Erbes in Neu-Kompositionen schafft Udo Lindenberg eine Zeitreise von damals ins heute und für Hans Behrbohm ideale Inspirationen für grafische Visionen.   

Gezeichnet und gemalt habe er schon sein ganzes Leben lang, erzählt uns der kunstschaffende Mediziner. Diese Leidenschaft kam nicht von ungefähr: „Mein Großvater, Johannes Behrbohm, wurde in Wismar geboren, lebte in Schwerin und war Kunstmaler in der Porzellanmanufaktur Meißen“, berichtet der 67-Jährige. Und noch etwas verrät der Künstler: Er sei ein bekennender Fan von Udo Lindenberg und begleitete diesen ehrenamtlich als „No Panic-Leibarzt“ bei seiner letzten Stadiontournee 2019. Der Erstkontakt kam zustande, weil der Arzt Behrbohm für eines seiner medizinischen Fachbücher ein Werk des Multikünstlers benötigte. So richtig kennen- und schätzen gelernt haben sich die beiden dann auf dem Lindenberg-Rockliner im Jahr 2014. „Dort saß er ganz allein an der Bar und ich habe ihn einfach angesprochen.“

Der Kontakt riss nie ab und als Hans Behrbohm irgendwann später von seiner Idee sprach, die sehr lyrischen Songs des besagten Albums aufgreifen und in seinen Bildern umsetzen zu wollen, war Udo sofort angetan. Er unterstützte das Projekt und forderte 16 Bilder – zu jedem Titel eins. Geworden sind es dann weitaus mehr. „Schnell wurde mir klar, in Hans habe ich auch so einen Seelen-Bruder, den das Schicksal der großen deutsch-jüdischen Großstadt-Kultur der 1920- und 30er Jahre nicht loslässt“, beschreibt Lindenberg im Vorwort zum Ausstellungskatalog sein Verhältnis zu Hans Behrbohm. Als Künstler und Kunstliebhaber hat Letzterer selbstverständlich auch Bilder des Musikers und Malers in seiner Sammlung. Einen wirklichen Lieblingssong kann er uns allerdings nicht benennen: „Vielleicht das Meisterwerk ‚Nichts haut einen Seemann um‘ aus dem Jahr 1972. Aber es sind um die 800 Songs und irgendwie ändern sich die Präferenzen im Laufe der Jahre auch mal wieder.“

Panik-Rocker Lindenberg seinerseits ist begeistert von der Ausstellung, die so viel Spirit vom Album rüberbringt. Zur Vernissage mit geladenen Gästen aus dem „Panik-Umfeld“ wird unter anderem ein 40 Jahre alter Kurzfilm mit bislang unveröffentlichten Aufnahmen zu sehen sein. Die Ausstellung „Atlantic Affairs“ ist vom 27. Mai bis 24. August im Hotel Neptun Warnemünde zu sehen.







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