DDR-Nobelherberge im Visier – Das Hotel Neptun im Spiegel der Stasi-Akten

Das Hotel „Neptun“ an der Strandpromenade von WarnemündeDas Hotel „Neptun“ an der Strandpromenade von Warnemünde19. Juli 2021

Zu einer Filmvorführung mit anschließendem Gespräch in der Evangelischen Kirche Warnemünde laden die Autorin Friederike Pohlmann und der Leiter des Stasi-Unterlagen-Archivs Rostock, Volker Höffer, am Mittwoch, 21. Juli um 19 Uhr.

Das Hotel Neptun steht im Zentrum einer Veranstaltung des Rostocker Stasi-Unterlagen-Archivs. Welche Rolle spielte die legendäre Nobelherberge als „operativer Schwerpunkt“ bei der Überwachung durch die Staatssicherheit? Ein Politikum war vor über 50 Jahren schon das Baugeschehen an der Seepromenade von Warnemünde, denn beauftragt wurde ein schwedisches Unternehmen. Hochinteressant für die Stasi-Bezirksverwaltung. Noch dazu wurde der Neubau durch die damaligen Behörden geheim gehalten. Idealer Nährboden für Gerüchte und Geschichten.

Nach seiner Eröffnung beherbergte das Luxus-Hotel ausländische Touristen und Geschäftsleute, Prominente, Staatsgäste, aber auch ausgewählte DDR-Urlauber. Im Volksmund war vom „Stasi-Hotel“ die Rede.

In der Evangelisch-Lutherischen Kirche Warnemünde zeigt Friederike Pohlmann ihre Filmdokumentation „Hotel der Spione“ (NDR, 2006). Sie hat für den Film und das gleichnamige Buch die sehr große Stasi-Hinterlassenschaft zu diesem Thema recherchiert. Dabei stieß sie auf Akten zu über hundert Inoffiziellen Mitarbeitern in der Belegschaft – von der Putzfrau bis in die Chefetage. Nach der Filmvorführung ist Gelegenheit zum Gespräch mit der Autorin.

Der Eintritt ist frei. Die Veranstaltung findet unter Beachtung der geltenden Hygieneregeln statt.

Foto: BArch, MfS, HA VIII/Di/3, Bild 105



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