Baustart für Landstromanlage und neues Kreuzfahrtterminal

Ein wichtiger Tag für Warnemünde: Anlässlich des offiziellen Baustarts für Landstromanlage und neues Kreuzfahrtterminal trafen sich gestern Alexander Prechtel, Felix Eichhorn, Stefan Rudolph, Falk Zachau und Jens A. Scharner zur Übergabe des Fördermittelbescheids an der Baustelle.Ein wichtiger Tag für Warnemünde: Anlässlich des offiziellen Baustarts für Landstromanlage und neues Kreuzfahrtterminal trafen sich gestern Alexander Prechtel, Felix Eichhorn, Stefan Rudolph, Falk Zachau und Jens A. Scharner zur Übergabe des Fördermittelbescheids an der Baustelle. (2 weitere Bilder)22. November 2019

Mit dem Hochbau des neuen Kreuzfahrtterminals am Liegeplatz P8 und der Landstromanlage fiel gestern in Warnemünde der offizielle Startschuss für zwei gewichtige Bauvorhaben. Ein Erdwall vor dem Gelände der MV Werften dient als Auflastschüttung zur Konsolidierung des Baugrunds für die Landstromanlage und zeigt an, wo diese ihren Platz findet. Die Betonierung der Fundamentplatte für den Neubau am Liegeplatz P8 ist bereits abgeschlossen. Das Servicegebäude steht und auch an der Stahlkonstruktion für Dach und Halle wird unter Hochdruck gearbeitet. Das Wetter spielt mit…

Seit Anfang vergangener Woche werden für die Stützen und Dachbinder des neuen Terminalgebäudes etwa 580 Tonnen Profilstahl montiert. Die Dachdeckung von 2.100 Quadratmetern soll in den kommenden Monaten mit so genanntem Trapezblech folgen. Wie schon das Warnemünde Cruise Center (WCC) am Liegeplatz 7 erhält auch das neue am Liegeplatz 8 eine Sicherheitsglasfassade; 1.900 Quadratmeter sind es insgesamt. Das „Warnemünde Cruise Center 8“ (WCC8) ist mit einer Grundfläche von 2.200 Quadratmetern und das zweistöckige Servicegebäude mit nochmals 490 Quadratmetern je Etage konzipiert. Auf 556 Stahlbeton-Bohrpfählen ruht die 2.980 Quadratmeter große Bodenplatte. Mittels geräuscharmer Bohrtechnik wurden sie im letzten Winter elf Meter tief in das Erdreich eingebracht. Der neue Gebäudekomplex erfordert auch eine Umgestaltung des Hafengeländes am Warnemünder Passagierkai. Geplant sind ergänzende Flächenbefestigungen, neue Straßenführungen und eine teilweise Neugestaltung der Außenanlagen. „Zur Verbesserung der Qualität und Sicherheit der Kreuzschifffahrt in Warnemünde investieren das Land Mecklenburg-Vorpommern, die Hanse- und Universitätsstadt Rostock und Rostock Port mehr als 15 Millionen Euro in den Neubau eines weiteren Passagier- und Service-Terminals am Liegeplatz P8. Der 186 Meter lange und 30 Meter breite Gebäudekomplex soll zum Saisonstart der Kreuzschifffahrt im Frühjahr 2020 eröffnet werden“, kündigt der Geschäftsführer des Kreuzfahrthafens Rostock-Warnemünde, Jens A. Scharner, an. Rostock Port ist Bauherr der Stahl-Glas-Konstruktion und des Servicegebäudes. Die Mehrzahl der am Bau beteiligten Unternehmen kommt aus der Region. Entworfen wurde das WCC8 von dem Rostocker Architekturbüro Bastmann + Zavracky. Für Statik und Bauüberwachung zeichnet Inros Lackner Rostock verantwortlich. Die Planung der Gebäudetechnik obliegt deb Ingenieurbüros Hildebrandt & Kindt sowie IBE Mahnke & Schaarschmidt aus Rostock.

Mit dem Landstromanschluss schafft die Stadt Rostock wichtige Rahmenbedingungen für umweltfreundlichere Kreuzfahrten. Der Warnemünder Ortsbeirat unter Führung von Alexander Prechtel hat das Vorhaben seit langem vorangetrieben. Jetzt endlich ist es soweit: Schon ab der Saison 2020 werden in Warnemünde erste Kreuzfahrtschiffe Strom laden können. „Im Frühjahr werden die Arbeiten fortgesetzt und im dritten Quartal können Kreuzfahrtschiffe, die an den Liegeplätzen P7 und P8 festgemacht haben, Energie mit einer Gesamtleistung von bis zu acht MegaVoltAmpere (MVA) beziehen“, informierte Hafenkapitän Falk Zachau. Der Leiter des Hafen- und Seemannsamtes Stadt Rostock verwies auch darauf, dass es sich zudem um grünen Strom handele und erläuterte die Besonderheiten der neuen Anlage: Diese sei zum einen in ihrer Gesamtkapazität erweiterbar und verfüge zum anderen über zwei Frequenzumrichter, sodass man einfach zwischen amerikanischen und europäischen Standards hin und her switchen könne: „Damit bringen wir Schiffe jeder Art ans Netz.“ Im Jahr 2021 sollen die Kapazitäten dann bis zu 20 MVA ausgebaut werden. Zunächst wird nur etwa ein Viertel der anlaufenden Schiffe auch technisch dazu in der Lage sein, das Angebot zu nutzen. „Wir hoffen, dass dieser Anteil schnell steigt und die Reedereien ihre Flotten umweltfreundlich ausbauen“, so Hafenkapitän Falk Zachau. Finanzielle Anreize, wie durch den Warnemünder Ortsbeirat eingefordert, könnten hier das Mittel der Wahl sein.  

Nicht auf solche angewiesen ist die Rostocker Reederei Aida Cruises. Schon vor 13 Monaten unterzeichnete sie gemeinsam mit Stadt, Land und Rostock Port eine diesbezügliche Absichtserklärung. „Wir glauben fest daran, mit der Landstromanlage den Emissionsausstoß in Warnemünde deutlich reduzieren zu können“, bekräftigte Felix Eichhorn, President von Aida Cruises, der im Ostseebad aufgewachsen ist. Und die Kussmundflotte legt vor: Im kommenden Jahr wolle man mit drei Schiffen ab Warnemünde auf Ostseekreuzfahrt starten und alle drei seien in der Lage, Landstrom zu zapfen. „AIDAdiva haben wir 2004 bei der Meyer Werft Papenburg in Auftrag gegeben und schon damals einen separaten Raum für Landstromtechnik vorgesehen, die jetzt eingebaut wird. Manchmal dauern technische Neuerungen eben etwas länger“, so Eichhorn. Auch künftig will der Branchenprimus in moderne Technologien, wie Batterien und Brennstoffzellen investieren: „Wachstum ist in dieser Branche eben nur nachhaltig möglich“, zeigt sich Eichhorn überzeugt.  

Insgesamt werden etwa 20 Millionen Euro in die Anlagen investiert. Sie besteht aus dem Landstromgebäude, mobilen Anschlusseinrichtungen und der notwendigen verbindenden tiefbaulichen Infrastruktur. Planung und Bauüberwachung liegt in den Händen von Inros Lackner Rostock. Das Landstromgebäude mit den Umrichtern und Trafos fertigt Powercon aus Hadsund (Dänemark), Landanschlusswagen und Anschlusskästen kommen von der Fima Stemmann aus Niedersachsen. Für die Tiefbauarbeiten konnte die Rostocker Firma Groth  gewonnen werden.

„Der Kreuzfahrttourismus ist ein unverzichtbarer Bestandteil der auch weiter wachsenden Tourismuswirtschaft in unserem Land und stärkt so nachhaltig den Tourismusmarkt im Nordosten Deutschlands. Damit sich Mecklenburg-Vorpommern als attraktives Urlaubsland weiterhin erfolgreich um das Wohlergehen der seereisenden Gäste kümmern kann, ist der vorausschauende und nachhaltige Ausbau der Hafen-Infrastruktur unabdingbar. In Rostock-Warnemünde gehen Stadt und Land diesen Weg kooperativ miteinander. Mit Unterstützung des Wirtschaftsministeriums wird weiter investiert“, sagte der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Stefan Rudolph. Er übergab vor Ort einen Zuwendungsbescheid an die Stadt Rostock für die Investitionsvorhaben.

Am 1. Mai 2020 plant Rostock Port zum 60. Geburtstag des Überseehafens Rostock einen Tag der offenen Tür im WCC8.  



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