Aus Werftbecken wird Zukunftsstandort für Offshore- und Energietechnologien


12. Juni 2026

Erster Rammschlag für maritimen Gewerbepark in Warnemünde

Ein ehemaliges Werftbecken am Warnemünder Passagierkai wird zu einem modernen Gewerbepark für Offshore- und Energietechnologien umgebaut. Mit dem feierlichen ersten Rammschlag setzten Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, Rostocks Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger und Ralf Mertz von der Züblin AG stellvertretend für die an der Planung und dem Bau beteiligten Unternehmen und Gewerke jetzt den offiziellen Startschuss für die Bauarbeiten.

Auf dem traditionsreichen Schiffbaugelände entsteht in den kommenden Jahren ein neues Offshore- und Gewerbequartier. Mit einem Investitionsvolumen von mehr als 100 Millionen Euro zählt das Vorhaben zu den größten Infrastrukturprojekten in Mecklenburg-Vorpommern. Im Rostocker Hafen ist es nach der Ansiedlung von Liebherr die zweitgrößte Investition der jüngeren Geschichte.

Neue Perspektiven für die maritime Wirtschaft

Ministerpräsidentin Schwesig bezeichnet das Projekt als wichtigen Baustein für die wirtschaftliche Zukunft des Landes: „Mit diesem Projekt entsteht in Rostock ein neuer Zukunftsstandort für die maritime Wirtschaft und die Energiewende. Die Landesregierung unterstützt das Vorhaben mit 78,3 Millionen Euro, um hier die Voraussetzungen für neue Investitionen, hochwertige Arbeitsplätze und nachhaltige Wertschöpfung zu schaffen. Gleichzeitig stärken wir Mecklenburg-Vorpommern als führenden Standort für Offshore-Windenergie und weitere umweltfreundliche Energietechnologien.“

Auch Rostocks Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger sieht in dem Vorhaben große Chancen für die Hansestadt. „Für den Schiffbau nicht mehr benötigte Flächen erhalten eine neue Perspektive und werden künftig für Zukunftstechnologien genutzt. Es entstehen attraktive Gewerbeflächen mit direktem Kaianschluss und hervorragenden Entwicklungsmöglichkeiten. Rostock beweist damit einmal mehr seine hohe Standortqualität für innovative Unternehmen“, betont sie.

Mehr als zehn Jahre Vorbereitung

Der Weg bis zum Baustart war lang. Bereits seit 2007 wird an der Umgestaltung des ehemaligen Werftstandortes gearbeitet. Mehr als zehn Jahre Planungs- und Genehmigungsverfahren waren notwendig, bevor nun die bauliche Umsetzung beginnen konnte.

Das künftige Gewerbegebiet wird mehr als zehn Hektar groß sein. Hinzu kommen knapp drei Hektar Kaiflächen mit insgesamt 555 Metern Kailänge. Rund 15 Prozent der Fläche sind für Straßen und Wege vorgesehen.

Für die neue Uferbefestigung werden allein mehr als 6.000 Tonnen Stahl verbaut. Ralf Mertz von der Arbeitsgemeinschaft aus Züblin, Prien und Colcrete unterstreicht die Dimension des Vorhabens: „Die Umgestaltung des ehemaligen Werftstandortes zählt zu den anspruchsvollsten Hafenbauprojekten in Norddeutschland. Neben umfangreichen Rückbau- und Sanierungsarbeiten entstehen moderne Kaianlagen und Erschließungsflächen für zukünftige Nutzer. Dabei setzen wir auf die Kompetenz zahlreicher Unternehmen und Fachkräfte aus Mecklenburg-Vorpommern und der Region.“

Fünf Jahre Bauzeit geplant

Die Arbeiten umfassen fünf voneinander abhängige Teilprojekte. Zunächst werden 28 ehemalige Werftgebäude zurückgebaut und Altlasten beseitigt. Anschließend folgen Bodensanierungen, der Bau neuer Straßen sowie die Verlegung sämtlicher Ver- und Entsorgungsleitungen.

Darüber hinaus entstehen an vier Liegeplätzen neue Spundwände. Ein Teil des bisherigen Werftbeckens wird verfüllt, um zusätzliche Logistik- und Arbeitsflächen zu schaffen. Die künftigen Liegeplätze sollen Schiffe mit einem Tiefgang von rund 9,5 Metern aufnehmen können.

Die Fertigstellung des Gewerbeparks ist innerhalb der kommenden fünf Jahre vorgesehen. Als Generalplaner verantwortet die Inros Lackner SE die Entwicklung des Werftbeckens in enger Abstimmung mit dem Hafen- und Seemannsamt. Seit mehr als sechs Jahrzehnten begleitet das Unternehmen die Entwicklung der maritimen Infrastruktur in der Region.

50Hertz wird erster großer Nutzer

Mit dem Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz steht bereits ein erster Ankernutzer fest. Auf einer Fläche von 25.000 Quadratmetern entsteht direkt an der Kaikante das „Rostock Offshore Quartier“ mit Büros, Werkstätten und Lagerflächen.

Bis zu 180 Beschäftigte sollen dort künftig im Offshore-Betrieb des Unternehmens arbeiten. Der Standort in Rostock wird nach Berlin und Neuenhagen der drittgrößte Standort von 50Hertz.

Das neue Gewerbegebiet richtet sich insbesondere an Unternehmen aus den Bereichen Offshore-Windenergie, Netzinfrastruktur, maritime Energietechnik und maritime Dienstleistungen. Damit soll auf dem ehemaligen Werftgelände ein zukunftsorientierter Wirtschaftsstandort entstehen, der die Energiewende und die maritime Wirtschaft gleichermaßen voranbringt.


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