„Adele“ in Warnemünde unsinkbar verankert

Warnemünde ist um eine Attraktion reicher: Unsinkbar verankert hat „Adele“ am Haus der Seenotretter festgemacht.Warnemünde ist um eine Attraktion reicher: Unsinkbar verankert hat „Adele“ am Haus der Seenotretter festgemacht.07. September 2018

Mit dem Wort „unsinkbar“ verbinden viele vor allem die tragische Geschichte der „Titanic“. Tatsächlich unsinkbar, nämlich landseitig in eine steinerne Wellenlandschaft „eingepflastert“, ist von nun an Adele. Das einstige Tochterboot des Seenotkreuzers Vormann Steffens war für die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) 29 Jahre lang in Wilhelmshaven und Hooksiel im Einsatz und wurde am 1. Dezember 2017 außer Dienst gestellt.    

Endlich konnte heute Abend das Geheimnis hinter den verhängten Bauzäunen gelüftet werden: Nach einem Auftritt von Luv un Lee – der Shantychor fühlt sich den Seenotrettern von jeher eng verbunden – und einer fulminanten Tanzshow des Seawolves-Danceteams fielen auch die letzten Hüllen der Adele. Als maritimer Hingucker und Foto-Hotspot am Nordgiebel des Stephan-Jantzen-Hauses, Am Leuchtturm 1, wurde sie offiziell übergeben. „54° 10,9‘ Nord, 012° 05,19‘ Ost“, vermeldete dann auch der Hausherr und Leiter des Seenotretter-Infozentrums Warnemünde, Jörg Westphal, die endgültige Position an die Seenotleitung MRCC in Bremen.

Blaugrün schimmert die indirekte Beleuchtung unter dem Kiel. Zusammen mit den Spots schaltet sich die mit einem Dämmerungsschalter gekoppelte Lichtinstallation automatisch ein und aus. Auf einem Edelstahlschild werden die technischen Daten – 8,18 Meter Länge, 2,80 Meter Breite, 0,82 Meter Tiefgang, 180 PS und 17 Knoten Höchstgeschwindigkeit – zu lesen sein. Videoüberwachung und Hinweisschilder, angebracht rund um den Bootskörper, sollen das am 22. April 1989 in Bremen-Vegesack getaufte Tochterboot vor Beschädigungen und unsachgemäßer Benutzung als Spielplatz schützen.

„Was die Jungs von der ASA Bau GmbH hier geschafft haben, ist einfach nur genial“, freute sich Jörg Westphal über die Erfüllung eines lang gehegten Traumes. Die Idee, genau an dieser Stelle ein ausgedientes Schiff aufzustellen, keimte bereits 2011 auf. Unterstützt wurde sie sogleich durch den DGzRS Geschäftsführer Nicolaus Stadler. Ebenfalls von Beginn an dabei war Architekt Enno Zeug, der pro bono die Planungen für das Vorhaben erarbeitete. Das neue Prunkstück wird die oft kritisierten Ecke deutlich aufwerten. Und um das Ganze perfekt zu machen, hegen die Warnemünder noch einen Wunsch: Sie möchten, dass der Platz künftig auf Stephan-Jantzen-Platz lautet – eine schöne Idee.

Adele bleibt auch Adele. „Eine anonyme Spenderin versetzte uns in die Lage, das Schiff zu bauen und die hatte sich den Namen ausdrücklich gewünscht. Selbstverständlich bleibt es nun auch dabei“, verriet Jörg Westphal.

Die Vormann Steffens heißt heute übrigens Albert Wegener und ist als neues Feuerlöschboot im Rostocker Hafen unterwegs. Sie gehörte zur inzwischen nahezu legendären 27,5-Meter-Klasse der DGzRS, von der zwischen 1985 und 1993 sechs Schiffe gebaut wurden. Tochterboote werden als zweite Rettungseinheit in der Heckwanne von Seenotkreuzern mitgeführt, haben einen geringen Tiefgang und können während der Fahrt zu Wasser gelassen und wieder aufgenommen werden. Autark können sie im Seegebiet operieren.  

Die DGzRS ist einer der modernsten Rettungsdienste der Welt. Die Arbeit der Seenotretter wird seit der Gründung 1865 ausschließlich durch Spenden finanziert.







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