Die Abbauarbeiten auf dem Warnemünder Weihnachts- und Neujahrsmarkt sind angelaufen. Bis zum Ende der Woche soll der Kirchenplatz wieder vollständig beräumt sein. Der große Weihnachtsbaum verschwindet bereits am 8. Januar aus dem Ortsbild. Damit endet ein Markt, der nicht nur organisatorisch, sondern auch emotional Spuren hinterlassen hat.
Hinter Michael Paasch vom Handels- und Gewerbeverein Warnemünde (HGV) liegen aufreibende und anstrengende 31 Tage. Dennoch fällt sein Fazit durchweg positiv aus: „Wir haben harmonische, friedvolle und stimmungsvolle Tage und Wochen erlebt.“ Beschwerden bei der Tourismuszentrale oder den Sicherheitskräften gab es keine. Lediglich ein einzelner Vandalismusfall in der Nacht vom 15. auf den 16. Dezember (DWM berichtete) sorgte für Ärger. Rund 1.000 Euro Schaden seien entstanden – ärgerlich, aber überschaubar, so Paasch.
Wie viele Kilogramm Mutzenteig in den vergangenen Wochen vorbereitet, transportiert, fachmännisch geteilt und ausgebacken wurden, lässt sich kaum beziffern. Sicher ist nur: Es war sehr viel. „Die Warnemünder Mutzen sind längst eine Institution – auch bei Rostockern und Gästen“, sagt Paasch. Trotz der großen Nachfrage sei die Anschaffung einer professionellen Mutzenmaschine kein Thema. „Selbstgemacht ist eben selbstgemacht. Wir haben hier ein begehrtes Produkt, das es nur einmal im Jahr gibt – genau das macht den Reiz aus.“
Der Markt endete am 4. Januar im Veranstaltungszelt mit dem Konzertnachmittag „Abschied von Knut“. Christian „Jack“ Hänsel, Lars Freude, Olaf Hobrlant und Ola Van Sander gestalteten ein unplugged Konzert, das das Zelt noch einmal gut füllte – trotz bereits abgereister Urlaubsgäste.
Der Tag war dem Gedenken an Knut Linke gewidmet, der am Heiligabend 2024 plötzlich und unerwartet verstorben war. „Wir sind der Meinung, dass seine Leistungen für die Kultur im Ort nicht ausreichend gewürdigt werden. Deshalb werden wir künftig immer den letzten Markttag als ,Knut-Day‘ begehen“, so Paasch. Knut Linke habe mit seiner Agentur Kulturmeer unglaublich viel für das kulturelle Leben in Warnemünde geleistet.
Das Konzept, an jedem Öffnungstag der Kultur Raum zu geben, zahlte sich erneut aus – an manchen Tagen sogar mehrfach. „Das ist unser Alleinstellungsmerkmal und überhaupt nicht vergleichbar mit anderen Märkten in der Region“, betont Paasch.
Einige Sponsoren knüpfen ihr Engagement sogar explizit an das Kulturprogramm. Die Unterstützung aus der regionalen Wirtschaft sei groß gewesen, ebenso die Zusammenarbeit mit der Tourismuszentrale.
Besonders gut angenommen wurde das Kinderbasteln mit der Bad Doberaner Keramikerin Katharina Faust, die bereits zum vierten Mal auf dem Markt vertreten war. Immer freitags von 16 bis 18 Uhr lud sie zu thematisch wechselnden Bastelnachmittagen ein – vom Keramiktassen-Bemalen bis zum Wichtelwettbewerb. „Der Weihnachts- und Neujahrsmarkt ist für mich eine Herzensangelegenheit. Der Platz gibt sich große Mühe, die Zusammenarbeit ist sehr gut – wir sind hier wie eine große Familie“, sagt Faust. Für die kommende Saison soll das Angebot weiter ausgebaut werden, etwa mit kleinen Wettbewerben und Präsenten für Kinder.
Großen Anklang fand auch die erweiterte Weihnachtsmann-Sprechstunde. Jedes Kind, das wollte, konnte ein Foto mit dem Weihnachtsmann bekommen. Zudem ist der Weihnachtsbriefkasten fest etabliert: Zahlreiche Wunschzettel wurden eingeworfen und vom Weißbärtigen öffentlich verlesen. Auch die Freiwillige Feuerwehr Warnemünde möchte künftig wieder als Weihnachtsmann-Taxi unterstützen.
Gedanken für den nächsten Warnemünder Weihnachts- und Neujahrsmarkt vom 28. November 2026 bis 3. Januar 2027 gibt es bereits. Geplant sind Verbesserungen der Akustik im Zelt und im Außenbereich – möglicherweise mit einer eigenen Tonanlage des HGV. Außerdem soll das Veranstaltungszelt um eine weitere Pagode erweitert und der Getränkeverkauf direkt ins Zelt verlegt werden. Auch ein kleines Nostalgie-Kinderkarussell ist im Gespräch.
Nicht unwichtig: Die Händler haben ausnahmslos signalisiert, auch beim nächsten Markt wieder dabei sein zu wollen.
Darüber hinaus wird ein frühsommerlicher Ableger zu Pfingsten diskutiert: eine einwöchige Veranstaltung mit festen Verkaufsständen. Gespräche mit der Tourismuszentrale sollen noch im Januar folgen – auch hier ist finanzielle Unterstützung notwendig.
Die Organisatoren freuen sich über einen leichten Zuwachs bei Gästen und Umsatz im Vergleich zu 2024. Ihr Dank gilt allen Sponsoren, Partnern und Unterstützern, die diesen Erfolg erneut möglich gemacht haben. „Unser Ziel, die Aufenthaltsqualität in Warnemünde weiter zu verbessern, haben wir damit wieder ein Stück vorangebracht“, so Paasch.
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