Zum Jubiläum: Begegnungsstätte Am Moor in Warnemünde setzt Zeichen für Kultur und Ehrenamt


11. Mai 2026

Warnemünde steckt voller engagierter Frauen und Männer. Deshalb konnte vor zwei Jahren auch der Förderverein Begegnungsstätte „Am Moor“ gegründet werden. Ein weiterer Meilenstein war der Ausbau des Saales der Vereinsgaststätte im Warnemünder Wiesenweg. „Der Raum stand so lange leer, da musste etwas passieren“, sagte Heike Anna Hildebrand, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. Weder für die Gartenfreunde noch für die Warnemünder habe es zuvor ein echtes Kulturzentrum gegeben. Deshalb beschloss der Kleingartenverein, das zu ändern.

„Wir haben etwa 16.000 Euro investiert und über 600 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet“, sagt Ondra Kitzerow, Vorstandsvorsitzender des Fördervereins Begegnungsstätte „Am Moor“ und Schatzmeister des Kleingartenvereins „Am Moor“. Das habe sich ausgezahlt – heute pulsiere hier das Leben. Deshalb bedankte sich Kitzerow auch beim Vorstand der Kleingartenanlage mit dem Vorsitzenden Axel Hinz sowie Jürgen Fischer, Maik Stamer und Ulf Lübcke. Sein Dank galt außerdem dem Lions Club Warnemünde, dem Rotary Club, dem Ortsbeirat, dem Leuchtturmverein um Mathias Stagat sowie der Ospa- und der Ehrenamtsstiftung MV.

Seit der Eröffnung des Saales stehen bereits zehn Lesungen, sechs Open-Stage-Jams, drei Spieleabende, vier Tanzveranstaltungen, drei Kinderfeste sowie offene Workshops rund um Garten und Natur in der Bilanz. „Inzwischen kommen immer neue Ideen zu uns. Wir planen, Veranstaltungen in plattdeutscher Sprache wiederzubeleben und vielleicht auch einmal einen Erste-Hilfe-Kurs anzubieten“, so Hildebrand. Einen Defibrillator hat der Lions Club Warnemünde bereits finanziert, nachdem es bei einer Musikveranstaltung einen Notfall gegeben hatte.

Im Geheimhalten sind die Warnemünder ebenfalls Spitze: Nach der Gedenkveranstaltung am 5. November für den am 16. Juli 2025 verstorbenen Warnemünder Visionär, Denkmalpfleger, Kulturimpulsgeber und Gemeinschaftsstifter Gerhard Lau hatte Jürgen Fischer aus dem Vorstand die Idee, den neuen Saal nach diesem überall geschätzten Mann zu benennen. „Das fanden wir alle super“, sagte auch Mathias Redieck, der als Schriftsteller Matti Sund durch die Veranstaltung moderierte. Eine Straße nach Gerhard Lau zu benennen, wäre zu kompliziert gewesen – die Idee mit dem Saal erschien allen dagegen schnell umsetzbar. Und irgendwie auch angemessen.

Darüber hielten jedoch alle dicht. Wie sehr Gerhard Lau geschätzt wird, zeigt sich auch daran, dass die Warnemünder ihn selbstverständlich als einen der ihren bezeichnen, obwohl er nicht sein ganzes Leben hier gelebt hat. Doch er hat mehr für das Ostseebad getan als viele andere. So war es seine Idee, 1994 mit der Gründung des Fördervereins Leuchtturm Warnemünde e.V. die Besteigung des Wahrzeichens zu ermöglichen. Die erwirtschafteten Gelder kommen bis heute dem Erhalt des Turms sowie der Traditionspflege und sozialen wie kulturellen Zwecken zugute.

Gerhard Lau hatte außerdem die Idee zum „Tidingsbringer“, der nach der 30. Auflage nicht mehr bei Redieck & Schade, sondern im ß-Verlag erscheint. Er war Gründer und erster Schulleiter der Sonntagsschule. Auch das „Warnemünder Umblädern“, aus dem später das Warnemünder Turmleuchten hervorging, geht auf ihn zurück. Ebenso die Gründung der Knurrhahnrunde, in der regelmäßig über Missstände „geknurrt“ wurde. Nach seinem Tod wurde zudem der Gerhard-Lau-Preis für ehrenamtliches Engagement ins Leben gerufen. Erster Preisträger war Uwe Heimhardt vom Museumsverein Warnemünde e.V.

Höhepunkt der Veranstaltung am Sonnabend war die Enthüllung des kleinen Schildes „Gerhard Lau-Saal“ am Eingang des Vereinsheims durch seine Söhne Stefan und Michael Lau. Auf die Frage von Matti Sund, wie er seinen Vater in einem Wort beschreiben würde, sagte Michael Lau: „Selbstlos.“ Und ergänzte: „Immer wenn es ans Ernten für eine Leistung ging, ist Gerhard Lau schnell einen Schritt zurückgetreten. Aber gefreut hätte er sich schon – auch deshalb, weil es hier um Kultur geht.“

Bewegt von dieser posthumen Ehrung zeigte sich auch Witwe Hildi Lau. „Ich freue mich darüber“, sagte sie am Rande des Empfangs, der aus diesem Anlass vom Förderverein und dem Wirtepaar der Landkombüse, Anne Andolfi und Marcus Graetz, ausgerichtet wurde. Die beiden sind nicht nur in den Augen des Vereins eine große Bereicherung für diesen Ort und die vielen Veranstaltungen. Für den passenden musikalischen Rahmen sorgten zudem Detlev Hammerschmidt, Gero Sander und Jürgen Dührkop.

Maria Pistor


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Renate Christochowitz - 11.05.2026 um 07:04 Uhr
Ich habe bereits den bisher vorliegenden Versnstaltungsplan gesehen und freue mich, dass Warnemünde nun diese Begegnungsstätte hat.
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