Im Zoo Rostock ist wieder markantes Löwengebrüll zu hören: Der 13-jährige Löwenkater Akinda ist am 6. Mai 2026 aus dem Bergzoo Halle an die Ostsee umgezogen und lebt künftig gemeinsam mit Löwin Zimbala auf der Großkatzenanlage. Mit dem Neuzugang folgt der Zoo Rostock einer Empfehlung des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) des europäischen Zooverbandes EAZA. Damit gibt es in Rostock erstmals seit längerer Zeit wieder ein Löwenpaar.
Akinda wurde am 8. März 2013 im Attica Zoological Park in Athen geboren und von Hand aufgezogen. Zuletzt lebte der afrikanische Löwe gemeinsam mit seiner Löwin Nyla im Bergzoo Halle. Nach deren altersbedingtem Tod beginnt für den erfahrenen Löwen nun ein neuer Lebensabschnitt in Rostock.
Seine Tierpfleger beschreiben Akinda als ausgesprochen ruhig, freundlich und gelassen – Eigenschaften, die der Löwenkater offenbar direkt mit an die Ostsee gebracht hat. Bereits kurz nach seiner Ankunft zeigte sich Akinda neugierig, erkundete aufmerksam seine neue Umgebung, markierte sein Revier und ließ schon kräftiges Löwengebrüll hören. Auch gefressen hat der Neuzugang bereits und wirkt nach Einschätzung der Tierpfleger sehr ausgeglichen. „Wir lassen Akinda jetzt hinter den Kulissen die Zeit, damit er in Rostock und seinem neuen Revier ganz in Ruhe ankommen kann. Dennoch stehen die Chancen gut, Akinda schon bald auf der Löwenanlage beobachten zu können“, erklärt Zoodirektorin Antje Angeli.
Mit Akindas Einzug endet zugleich eine lange Zeit des Alleinseins für Löwin Zimbala. Die Löwin wurde 2008 im Zoo Rostock geboren und lebte viele Jahre gemeinsam mit ihren Eltern Zima und Cibeji auf der Anlage. Vater Cibeji starb bereits 2023 im hohen Alter von 22 Jahren, Mutter Zima musste im vergangenen Jahr aufgrund altersbedingter gesundheitlicher Probleme eingeschläfert werden.
Nun sollen Akinda und Zimbala gemeinsam ihren „Löwenruhestand“ im Zoo Rostock genießen. Gerade bei Löwen spielt Gesellschaft eine besondere Rolle: Anders als viele andere Großkatzen leben sie in der Natur in Rudeln oder festen Gruppen. Entsprechend wichtig ist auch in zoologischen Einrichtungen die soziale Haltung der Tiere.
Der Wechsel des Löwenkaters erfolgte in enger Abstimmung mit dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP), das die Haltung und genetische Vielfalt bedrohter Tierarten in europäischen Zoos koordiniert.
Löwen gelten in vielen Teilen ihres ursprünglichen Verbreitungsgebietes inzwischen als stark bedroht. Besonders die nördliche Unterart des Löwen ist in Nordafrika und Vorderasien bereits seit langer Zeit ausgestorben. Nur durch die Arbeit zoologischer Einrichtungen konnte das genetische Erbe der nordafrikanischen Berberlöwen bewahrt werden.
Mit Akindas Umzug nach Rostock wird der Bergzoo Halle in den kommenden Wochen zwei jungerwachsene Berberlöwen aufnehmen und damit die europäischen Erhaltungsbemühungen weiter unterstützen.
„Löwen gehören seit vielen Jahrzehnten zum Tierbestand des Rostocker Zoos und prägen die Großkatzenhaltung der Einrichtung seit Generationen. Gleichzeitig zeigen Programme wie das Europäische Erhaltungszuchtprogramm, wie wichtig Zoos heute für den weltweiten Artenschutz und den Erhalt genetischer Vielfalt geworden sind“, betont Antje Angeli.
Die Löwenanlage im Zoo Rostock ermöglicht den Besuchern besonders intensive Beobachtungen der Tiere. Auf einer offenen Grassavanne mit großen Glasfronten und Aussichtsplattformen können die majestätischen Großkatzen aus nächster Nähe erlebt werden.
Vor allem die männlichen Tiere beeindrucken mit ihrer mächtigen Mähne und ihrem muskulösen Körperbau. Mit lautem Gebrüll markieren und verteidigen sie in der Natur ihr Revier, vertreiben Rivalen und beschützen ihr Rudel. Während Löwinnen etwas kleiner bleiben, erreichen Löwenmännchen ein Gewicht von bis zu 200 Kilogramm und eine Körpergröße von etwa 2,50 Metern. Damit gilt der Löwe als größtes Landraubtier Afrikas. Sein natürlicher Lebensraum erstreckt sich über Savannen, Steppen und Halbwüsten.
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