Warnemünder Kindheitserinnerungen: Neue Sonderausstellung im Heimatmuseum

Museumsleiter Christoph Wegner freut sich über diese Leihgabe von Familie Schulz aus Warnemünde. Der Vater von Horst D. Schutz baute das Kaspertheater in den 1950er Jahren. Seitdem wird es innerhalb der Familie immer dorthin gegeben, wo gerade Kinder sind. Museumsleiter Christoph Wegner freut sich über diese Leihgabe von Familie Schulz aus Warnemünde. Der Vater von Horst D. Schutz baute das Kaspertheater in den 1950er Jahren. Seitdem wird es innerhalb der Familie immer dorthin gegeben, wo gerade Kinder sind. 18. September 2020

Damit habe ich auch gespielt… das hatten wir auch… daran kann ich mich erinnern! So oder so ähnlich werden die Gedanken der Betrachter beim Rundgang durch die neue Sonderausstellung „Kindheit in Warnemünde“ im Altenteiler des Warnemünder Heimatmuseums kreisen.

Corona-bedingt muss die Eröffnung heute Abend etwas kleiner und nur mit geladenen Gästen ausfallen, aber der Besuch im einstigen Fischerhaus in der Alexandrinenstraße 31 lohnt umso mehr: Da ist das liebevoll in Szene gesetzte Kaspertheater. Eine Leihgabe aus dem Familienbesitz von Familie Schulz aus Warnemünde. „Der Vater von Horst D. Schulz hat es in den 1950er Jahren gebaut und seitdem wird es über Generationen immer an die Familie weitergegeben, die gerade Kinder hat“, weiß Museumsleiter Christoph Wegner. Die dazugehörige Sammlung restaurierter Handpuppen konnte aus dem Museumsfundus beigesteuert werden. Zwei große Vitrinen – chronologisch sortiert vom Kleinkindalter bis zur Einschulung und vom Schulbeginn bis zur Jugendweihe bzw. Konfirmation – bilden die Kindheitserinnerungen der Warnemünder ab. Und sie ähneln denen vieler anderer (Ost)Deutschen: Da ist die legendäre Western-Station mit Cowboys und Indianern aus Hartgummi, der Kaufmannsladen samt Abpackungen en miniature, die Triola, der Stern-Recorder mit MC-Kassettenkarussell, nicht zu vergessen die voll ausgestattete Puppenstube oder das hölzerne Schaukelpferd und, und, und…  Die Liste ist lang und das ist so gewollt: „Damit sich möglichst viele Museumsbesucher auch wiederfinden haben wir versucht, möglichst viele Exponate unterzubringen“, erklärt Christoph Wegner die Herangehensweise.  

Die meisten Ausstellungsstücke stammen aus dem museumseigenen Bestand. Es gibt aber auch Leihgaben. Ein echter Glückstreffer: Die umfangreiche DDR-Sammlung des Elmenhorster Bauunternehmers René Görner.

Begleitend zur Ausstellung wurde auch wieder ein Lesebuch mit erlebten Warnemünder Kindheitsgeschichten aufgelegt. Kollektive Erinnerungen und persönliche Eindrücke an ein Warnemünde, das es so heute nicht mehr gibt. „Erinnerungen der besonderen Art verdanken wir einem Tagebuch der damals 14-jährigen Dorothea ‚Dora‘ Uterhart, Tochter des Warnemünder Arztes und Medizinalrates Carl Uterhart, zwischen Mai und August 1893 mal mehr und mal weniger regelmäßig geführt. Insbesondere die Eintragungen aus der Ferienzeit ab dem 12. Juli geben einen interessanten und lebhaften Einblick in die Gedankenwelt eines jungen Mädchens an der Schwelle zum Erwachsenwerden Ende des 19. Jahrhunderts“, macht Wegner neugierig.

Und wer beim Schwelgen in den ganz persönlichen Erinnerungen Lust bekommen hat, der darf seine Gedanken zur Ausstellung im Gästebuch verewigen. Ab Oktober soll im Heimatmuseum zudem eine umfangreiche Broschüre rund um die Warnemünder Kindheitserinnerungen zu haben sein. Kommt die neue Sonderschau bei den Besuchern auch nur annähernd so gut an, wie in unserer kleinen Presserunde, wird sie ein voller Erfolg!

Besucher sind im Heimatmuseum Warnemünde dienstags bis sonntags von 10.00 bis 17.00 Uhr herzlich willkommen. Neben der Sonderausstellung kann in dem ehemaligen Fischerhaus auch die zeitgemäß gestaltete Dauerausstellung in Augenschein genommen werden. Darüber hinaus sind auch im Corona-Jahr 2020 einige wenige Veranstaltungen geplant: Am 7. Oktober um 19.00 Uhr findet eine maritime Lesung statt. Der ehemalige Kapitän Wolf A. Kaiser lädt ein zu „Klor bi Anker“. Am 3. November um 17.00 und 19.00 Uhr wird der nagelneue historische Roman von Horst D. Schulz „Schifferstreit“ im Museum präsentiert. Bis zum Übergang vom 16. ins 17. Jahrhundert lebte Warnemünde nicht nur von Fischfang und Lotsendienst, sondern es wurde sehr erfolgreich auch der große Seehandel betrieben. Als Rostock diese Konkurrenz lästig wurde, sollte den Warnemündern der Seehandel verboten werden. Der spannende Roman beschreibt das Leben eines Schiffers in dieser kriegerischen Zeit.

Die Lesungen finden jeweils nur in kleiner Runde statt. Interessenten sollten deshalb schon jetzt eine der jeweils 20 Karten zum Stückpreis von fünf Euro erwerben. Die Bücher, die vorgestellt werden, gibt es an den Veranstaltungsabenden auch zu kaufen.







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