Sturmflutschutzwand in Warnemünde übergeben

An der neuen Sturmflutschutzwand befindet sich auch eine Infotafel. Küstenschutzminister Till Backhaus verweist auf die hier dargestellten Wasserstände vergangener Sturmfluten.An der neuen Sturmflutschutzwand befindet sich auch eine Infotafel. Küstenschutzminister Till Backhaus verweist auf die hier dargestellten Wasserstände vergangener Sturmfluten.10. Januar 2020

Heute Vormittag hat Mecklenburg-Vorpommerns Küstenschutzminister Till Backhaus am südlichen Alten Strom von Warnemünde die neue Sturmflut­schutzwand in Betrieb genommen. Gemeinsam mit Vertretern des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (StALU MM) und des Bauunternehmens aus Ribnitz-Damgarten setzte er dazu an einem der vier Durchgänge einen Dammbalkenverschluss ein. Das System kann ab sofort seine Schutzfunktion übernehmen. Bei Vorhersage einer Sturmflut werden die Durchgänge – sie ermöglichen das Erreichen der Promenade und der Bootsliegeplätze im Alten Strom – künftig von der Wasserwehr Warnemünde mit solchen Dammbalken verschlossen.

„Nach etwa zehnjähriger Planungs- und Bauzeit wird die neue Sturmflutschutzwand nun zusammen mit den Küstenschutz­anlagen am Strand den Schutz der Ortslage Warnemünde vor Überflutung in den nächsten Jahrzehnten sicherstellen“, sagt Backhaus. „Vor dem Hintergrund des Meeresspiegel­anstiegs in den nächsten Jahrzehnten ist es aber besonders wichtig, dass die Wand zukünftig noch erhöht werden kann“, betont der Minister. Das sei durch die modulare Bauweise möglich. Auch konnten dadurch größere Sichtbehinderungen verhindert worden, denn die Wand ist nicht wesentlich höher als die alte Schutzwand. Mit einer Höhe von 2,75 Meter über Normalhöhennull (NHN) schützt die etwa 500 Meter lange Sturmflutschutzwand in der ersten Ausbaustufe vor Wasserständen bis zu 2,50 Metern über NHN.

Dazu dürfen sich die Warnemünder und ihre Gäste noch auf ein ganz besonderes Bonbon freuen: Um die Erlebbarkeit des Alten Stroms für Einwohner und Touristen zu erhalten und die Akzeptanz des Bauwerks zu erhöhen, hat man eine Promenade für Fußgänger in das Bauwerk integriert. Diese ist über vier schnell verschließbare Durchgänge erreichbar. Voraussichtlich Anfang März soll auch dieser neue Spazierpfad an der Wasserkannte für die Öffentlichkeit freigegeben werden.

Damit sich vor allem Touristen vorstellen können, wie hoch die Wasserstände in Warnemünde steigen können, wurde eine Informationstafel aufgestellt, auf der die Wasserstände vergangener Sturmfluten – sogenannte Sturmflutmarken – dargestellt sind. Über einen QR-Code auf der Tafel können Besucher über ihr Smartphone weitere Informationen über die Sturmflutschutzwand und den Küstenschutz in Mecklenburg-Vorpommern abrufen.

Das Land investierte etwa 9,25 Millionen Euro in das Sturmflut­schutzbauwerk. 70 Prozent der Kosten werden mit Mitteln des Bundes aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) finanziert. 30 Prozent der Kosten trägt das Land Mecklenburg-Vorpommern selbst. Insgesamt wurden sogar etwa 11 Millionen Euro in das Vorhaben investiert, da die Hansestadt Rostock auch verschiedene Anschlussbereiche erneuert hat.



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