Sturmböen stoppen O’pen Skiffs: Rund Bornholm 2026 endet mit verkürzter Strecke – und einem klaren Sieger


07. Juli 2026

Der Wind war heute der unangefochtene Kapitän auf der Ostsee. Mit Böen von über 30 Knoten fegte er über die Wettfahrtsbahn und zwang die Organisatoren der O’pen Skiff-Klasse, alle geplanten Rennen abzusagen. Doch während die jungen Seglerinnen und Segler an Land bleiben mussten, lieferte die verkürzte Rund Bornholm ein packendes Finale – mit knappen Entscheidungen und erleichterten Gesichtern im Ziel.

O’pen Skiffs: Der Wind setzt die Regeln

Eigentlich sollten heute mehrere Wettfahrten für die beiden O’pen Skiff-Klassen stattfinden. Doch das Wetter hatte andere Pläne. „Wir sind mit dem Startschiff und den Schlauchbooten rausgefahren, haben auf der Bahn aber einen Mittelwind von über 25 Knoten gemessen – in Böen sogar über 30. Da war es einfach nicht segelbar“, schildert Svenja Herziger, Leitende der Wettfahrtleitung, die dramatischen Bedingungen. Nach einer kurzfristigen Abstimmung mit den Coaches wurde klar: Kein Rennen war an diesem Tag möglich. Die Sicherheit der Kinder stand an erster Stelle.

Rund Bornholm: Sieg in letzter Sekunde

Während die ersten Sturmböen mit kräftigen Schauern über die Mittelmole fegten, überquerten die letzten Teilnehmer die Ziellinie. Sechs Crews hatten das Rennen im Laufe des Tages aufgegeben – doch die, die durchhielten, wurden belohnt.

In der Yardstick-Wertung setzte sich die Skendata-Illbruck mit einer berechneten Zeit von 20 Stunden, 15 Minuten und 28 Sekunden durch – knapp vor der OSPA (20:21:47). Beide Boote brauchten unter 13 Stunden für die 120 Seemeilen. „Rund Bornholm in voller Länge wäre rein seglerisch natürlich schon cool gewesen. Aber wir waren ehrlich erleichtert, dass es verkürzt wurde. Als wir um 2 Uhr ins Ziel segelten, waren wir schon recht bedient“, gestand Skipper Schmidt-Rybandt von der Skendata-Illbruck.

Auch in der ORC-Klasse gab es ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Hauke Sponholz auf der Universitas (17:46:51 berechnet) siegte vor Jens Kuphals Exciter (17:53:06). Beide Boote waren rund 15 Stunden und 40 bis 55 Minuten auf dem Wasser. Im ORC-Club sicherte sich Jan Laschinsky mit der Vaiana den Sieg vor Markus Linde (Ocean Calling).

Ausblick auf Mittwoch: Deutsche Meisterschaft der Kielzugvögel beginnt

Ab Mittwoch, 8. Juli, richtet sich der Blick auf die Internationale Deutsche Meisterschaft der Kielzugvögel. Bis Sonnabend kämpfen 25 Crews vor Warnemünde um den Meistertitel.

Die traditionsreiche Zweimannklasse gilt als besonders anspruchsvoll. Perfekte Starts, saubere Manöver und taktisches Gespür entscheiden häufig über Sieg oder Niederlage. Die erfahrenen Eigner kennen ihre Boote bis ins kleinste Detail und nutzen jede Winddrehung konsequent aus.

Der Kielzugvogel wurde einst von Ernst Lehfeld als Zweimannboot konstruiert und ist eng mit dem Schwertzugvogel verwandt. Im Unterschied zu seinem Schwesterschiff verfügt er über einen Ballastkiel, der für mehr Stabilität sorgt und ihn besonders für die Bedingungen auf der Ostsee vor Warnemünde prädestiniert.

Zoom8: Internationale Nachwuchstalente starten ihre Titelkämpfe

Ebenfalls am Mittwoch beginnen die Zoom8 Boys and Girls Championships. Insgesamt 21 junge Seglerinnen und Segler aus Dänemark, Österreich, Schweden und Estland gehen bis zum Abschlusstag der Warnemünder Woche an den Start.

Die Anfang der 1990er-Jahre in Finnland entwickelte Einhandjolle wurde speziell dafür konzipiert, Nachwuchssegler behutsam an leistungsorientierte Bootsklassen heranzuführen. Sie verbindet einfache Handhabung mit sportlichen Segeleigenschaften und ist damit ein ideales Sprungbrett für junge Talente.

Bereits am Dienstagabend wurden die internationalen Teilnehmer im Lokschuppen bei der offiziellen Eröffnungsfeier der Zoom8 Boys and Girls Championships willkommen geheißen. Mit den Kielzugvögeln und den Zoom8-Regatten übernimmt nun die nächste Generation das Ruder auf der Warnemünder Woche.


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