Rund Bornholm 2026: "Skendata-Illbruck" erreicht als erste Yacht das Ziel


07. Juli 2026

Die Warnemünder Woche 2026 bleibt bei anspruchsvollen Bedingungen ein echtes Abenteuer für die Seesegler: Nach der wetterbedingt verkürzten Langstrecke „Rund Bornholm“ hat die Skendata-Illbruck als erste Yacht die Ziellinie vor Warnemünde erreicht. Kurz nach 2 Uhr in der Nacht lief der ehemalige Ocean-Racer als offizielles „First Ship Home“ der Langstrecke ein.

Statt der ursprünglich geplanten Distanz über 250 Seemeilen absolvierten die Crews aufgrund der Wetterlage lediglich etwas mehr als 100 Seemeilen. Wind, Welle und Dauerregen machten die verkürzte Regatta dennoch zu einer echten Herausforderung. Die Skendata-Illbruck bewältigte die Bedingungen am schnellsten und sicherte sich damit den begehrten ersten Platz im Ziel.

Bierkastenübergabe bei 30 Knoten Wind

Für einen besonderen Moment sorgte die traditionelle Übergabe des Bierkastens der Hanseatische Brauerei Rostock direkt nach dem Zieleinlauf – allerdings nicht an Land, sondern noch auf dem Wasser. „Bei 30 Knoten Wind war das ein heikles Unterfangen“, beschreibt Wettfahrtleiter Dirk Jahnke die ungewöhnliche Siegerehrung.

Skipper Oliver Schmidt-Rybandt und seine Crew nahmen die maritime Sofortversorgung mit Begeisterung entgegen: „Die Geste mit dem Bierkasten ist natürlich geil. Nachts um zwei bei Sch***wetter. Total geil“, so der Skipper.

Mit Respekt durch die stürmische Nacht

Die Crew der Skendata-Illbruck ging auf dem ersten Raumwindschenkel bewusst vorsichtig zu Werke. Angesichts der angekündigten starken Böen nahm das Team zunächst etwas Geschwindigkeit heraus. „Also etwas unterpowert, um die Böen dann mit Power auszusegeln“, erklärt Schmidt-Rybandt die Strategie.

Trotz der kontrollierten Fahrweise zeigte die Yacht ihr Potenzial und erreichte in der Spitze Geschwindigkeiten von bis zu 18,5 Knoten. Um 18.25 Uhr rundete die Crew die Tonne nördlich von Rügen und nahm anschließend die anspruchsvolle Kreuz zurück nach Warnemünde in Angriff.

„Die Kreuz war richtig holprig. Das war für uns hart zu segeln, denn das Boot machte geradezu Bocksprünge. Und bei dem Wetter mit Dauerregen war es auch echt anstrengend“, berichtet der Skipper von den Bedingungen auf dem Rückweg.

Mit voller Kraft zurück nach Warnemünde

Trotz der schwierigen Bedingungen ließ sich die Skendata-Illbruck nicht ausbremsen. Mit kleiner Fock und ohne Reff im Großsegel kämpfte sich die Crew durch die Nacht zurück zur Warnowmündung. „Natürlich hatten wir das Groß flach getrimmt, aber der Traveller war nicht mal in Lee und die Kiste preschte einfach weiter“, beschreibt Schmidt-Rybandt die beeindruckende Performance der Yacht.

Nach der stürmischen Nacht stand für die Crew zunächst Erholung auf dem Programm – und vor allem Trocknen. „Hier ist wirklich alles nass!“, sagt der Skipper mit einem Augenzwinkern.

Bis zum Mittag war der Großteil der gestarteten Flotte bereits wieder im Hafen eingetroffen. Die letzten Yachten wurden am frühen Nachmittag zurück in Warnemünde erwartet.


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