Strandkörbe unter dem Hammer: Treichel sammelt für noch mehr Barrierefreiheit


05. Oktober 2026

Zum Saisonausklang wurde es in der Strandoase Treichel noch einmal lebhaft: 30 Strandkörbe kamen am Sonnabend am Strandaufgang 4 unter den Hammer. Blau-weiß gestreift, maritim und mit echtem Warnemünder Strandsand im Gepäck suchten die ausgedienten Strandkörbe neue Besitzer.

Für die Strandoase ist die jährliche Versteigerung gleich doppelt sinnvoll. Zum einen wird der Bestand verjüngt, zum anderen kommt ein Teil des Erlöses einem sozialen Zweck zugute. In diesem Jahr geht die Unterstützung an die Nurse Club Stiftung, mit der Matthias Treichel seit Beginn des Jahres eng zusammenarbeitet.

Barrierefreiheit als Herzenssache

Gemeinsam wollen Treichel und die Stiftung die Barrierefreiheit am Warnemünder Strand weiter voranbringen. Im Sommer stellte die Nurse Club Stiftung drei zusätzliche barrierefreie Strandkörbe an der Strandoase auf. Nun soll ein weiteres Projekt Fahrt aufnehmen: der Seatrac-Mover. Das Schienensystem ermöglicht Menschen mit eingeschränkter Mobilität, selbstbestimmt in die Ostsee zu gelangen. Anfang Juli wurde das System am Warnemünder Strand vorgestellt und stieß auf großes Interesse (DWM berichtete).

„70.000 Euro kostet dieses Leuchtturmprojekt für Mecklenburg-Vorpommern und wir sparen an. Schließlich wollen wir uns weiterentwickeln und die Barrierefreiheit noch weiter ausbauen. Das ist für uns und die Stiftung eine Herzenssache“, betont Matthias Treichel. Seit 20 Jahren setzt die Strandoase auf barrierefreie Angebote. 

Originale mit Geschichte

Die versteigerten Strandkörbe sind zwar nicht mehr neu, wurden vor der Versteigerung aber gründlich gereinigt und bei Bedarf repariert. Für die gewerbliche Nutzung in Mecklenburg-Vorpommern gefertigt, gelten sie als besonders robust. „Sie sind noch aus russischer Lärche gefertigt – die letzten ihrer Art“, erzählt Treichel. Einen kleinen Bonus gibt es obendrein: Ein bisschen echter Warnemünder Strandsand bleibt an den Körben garantiert haften.

Das Startgebot lag bei 90 Euro, anschließend ging es in Zehnerschritten weiter. Für Stimmung sorgte DJ und Auktionator Jörg Mandel, der die Gebote mit dem obligatorischen „Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten“ beendete.

Das Interesse an den Strandkörben war groß. Viele Besucher kamen gut vorbereitet und mit einem konkreten Plan. Uwe Zierl aus Warnemünde wollte gleich zwei Körbe ersteigern. Sie sollen künftig auf der Reitanlage seines Schwagers in Groß Ziethen stehen.

Tilman Schlick aus Freiburg, der einen Zweitwohnsitz in Rostock hat, entschied sich dagegen ganz spontan für seinen neuen Strandkorb. „Ich habe mich ganz spontan entschieden und freue mich über den Neuerwerb“, sagt er. Der Korb bekommt künftig seinen Platz in Rostock.

Seit vier Jahren träumten Sandy Schwentner und Boril Filipov aus Schwerin von einem Original-Warnemünder Strandkorb. Diesmal hat es geklappt. Die Familie hatte sich bereits im Vorfeld über die Versteigerung informiert und war früh vor Ort. „Seit 11 Uhr tummeln wir uns hier und seit vier Jahren wünschen wir uns einen Original Warnemünder Strandkorb. Jetzt hat’s geklappt“, freut sich die Familie, die mit den Söhnen Leander und Bernard angereist war. Für den Abtransport stand bereits der passende Anhänger bereit.

Auch Peter Winkler aus Ahrenshoop wusste genau, welchen Korb er haben wollte: Nummer 12. Schließlich hat sein Ferienhaus die Nummer 12. Auf der Terrasse seines Wohnhauses in Evershagen-Süd steht bereits ein Strandkorb von Treichel. Er weiß also, was er an den robusten Körben hat.

Auch Michael Schoknecht aus Reutershagen kam mit dem festen Vorsatz zur Versteigerung, einen Strandkorb mit nach Hause zu nehmen – und konnte seinen Plan ebenfalls in die Tat umsetzen.

So ging es weiter und weiter, bis Detlef Horst, die gute Seele der Strandoase, mit seinem Radlader auch den letzten Strandkorb auf das kleine Podest hob und es wieder hieß: „Zum ersten, zum zweiten, zum dritten!“ Nach dem Kassensturz am späten Abend landeten 800 Euro im Topf der Nurse Club Stiftung.

Wer seinen ersteigerten Strandkorb nicht selbst transportieren kann, hat die Möglichkeit, ihn liefern zu lassen. Innerhalb Rostocks und im Umkreis von zehn Kilometern kostet der Transport etwa 50 Euro, deutschlandweit sind je nach Spedition rund 120 Euro zu kalkulieren. Die ersteigerten Strandkörbe müssen innerhalb einer Woche abgeholt werden.


| | | |

Kommentieren Sie den Artikel

Name
E-Mail
(wird nicht veröffentlicht)
Kommentar
Sicherheitscode

Ich willige ein, dass DER WARNEMÜNDER die von mir überreichten Informationen und Kontaktdaten dazu verwendet um mit mir anlässlich meiner Kontaktaufnahme in Verbindung zu treten, hierüber zu kommunizieren und meine Anfrage abzuwickeln. Dies gilt insbesondere für die Verwendung der E-Mail-Adresse zum vorgenannten Zweck. Die Datenschutzerklärung kann hier eingesehen werden.*


|