Schülerprojekt „Copy & Paint“ im Edvard-Munch-Haus gestartet


02. März 2026

Große Kunst im kleinen Format: Am Sonnabend, 28. März, wurde im Edvard-Munch-Haus ein besonderes Kooperationsprojekt mit der ecolea Internationale Schule Warnemünde eröffnet. Unter dem Titel „Copy & Paint“ präsentieren 39 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 11 Werke, die im Kunstunterricht nach Motiven des norwegischen Malers Edvard Munch entstanden sind.

Zu sehen sind eindrucksvolle Neuinterpretationen berühmter Gemälde wie „Der Schrei“ oder „Madonna“. Die jungen Künstler haben sich intensiv mit dem Werk eines der Väter der malerischen Moderne auseinandergesetzt – und dabei nicht nur Pinsel und Farbe, sondern auch Mut bewiesen.

Lernen durch Nachahmung – eine alte Meisterschule

Bei der Vernissage erläuterten die Kunstlehrerinnen Katja Calayan und Daniela Duve den pädagogischen Ansatz hinter dem Projekt. Lernen durch Kopieren – was heute manchem als bloße Nachahmung erscheinen mag, war über Jahrhunderte eine der wichtigsten Ausbildungsmethoden der Kunstgeschichte.

Viele große Künstler lernten ihr Handwerk nicht an Akademien, sondern in den Werkstätten erfahrener Meister. Dort kopierten sie Zeichnungen, studierten Gemälde bedeutender Vorbilder oder arbeiteten nach antiken Skulpturen und Stichen. Dieses genaue Beobachten und Wiederholen war kein kreativer Stillstand, sondern solides Training: Proportionen, Anatomie, Perspektive, Farbwirkung und Bildkomposition erschlossen sich durch praktisches Tun.

Ziel war nie die dauerhafte Übernahme eines fremden Stils. Vielmehr diente das Kopieren dazu, ein handwerkliches Fundament zu schaffen – eine Basis, auf der sich später eine eigene künstlerische Handschrift entwickeln konnte. Gerade die Fähigkeit, Bestehendes aufzunehmen, zu reflektieren und weiterzuentwickeln, machte viele Schüler einst selbst zu prägenden Persönlichkeiten der Kunstgeschichte.

Überraschung und Stolz bei den jungen Künstlern

Auch die Jugendlichen der ecolea-Schule erlebten diese Erfahrung ganz unmittelbar. Die konzentrierte Kopierarbeit empfanden viele als ebenso lehrreich wie entspannend. Umso größer war die Überraschung über die eigene Leistung: Die Ergebnisse können sich sehen lassen.

Rund 60 Gäste – darunter Schüler, Eltern und Lehrkräfte – kamen zur Eröffnung ins Edvard-Munch-Haus. Die Besucher zeigten sich beeindruckt von der hohen künstlerischen Qualität der ausgestellten Arbeiten und nutzten die Gelegenheit zu Gesprächen über Kunst, Technik und Inspiration.

Die Ausstellung ist noch bis zum 8. März jeweils am Sonnabend und Sonntag von 12 bis 17 Uhr im Edvard-Munch-Haus, Am Strom 53, zu sehen.


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