Rostock räumt auf: Gemeinsam gegen Müll an Strand und Strom


19. September 2026

Unter dem Motto „Rostock räumt auf“ fand heute der diesjährige Aktionstag im Rahmen des weltweiten World Cleanup Day statt. Von 10 bis 12 Uhr waren Einheimische und Gäste eingeladen, gemeinsam für eine saubere und lebenswerte Umgebung zu sorgen. Im Fokus stand dabei nicht nur das Stadtgebiet, sondern auch die Seebäder Warnemünde, Hohe Düne und Markgrafenheide. Die Organisatoren stellten den Helfern die notwendige Ausrüstung zur Verfügung, und am Ende warteten kleine Dankesveranstaltungen am Stadthafen und in der Warnemünder Vogtei auf die Teilnehmer.

Strandmüll im Visier

Am Strandaufgang 25, Höhe Jugendherberge, hatte EUCC – die Küstenunion Deutschland (EUCC-D) erneut zur gemeinsamen Müllsammlung eingeladen. 34 Helfer machten sich in Richtung Westen auf den Weg, darunter allein 28 Mitarbeiter der Berliner Firma Norsan. Für das Unternehmen war es bereits die vierte Teilnahme. Gesammelt wurde ausschließlich am Strand, die geschützten Dünen blieben tabu. Die Ausbeute: 10,36 Kilogramm Müll, vor allem Zigarettenkippen – ein trauriger Dauerbrenner. Doch auch neue Problemfälle wie Einzelteile von E-Zigaretten wurden entdeckt. „Der Strand wirkt auf den ersten Blick sauber, doch dann kommt immer noch eine Menge Kleinkram zusammen“, erklärt Franziska Stoll, Diplombiologin und Projektmanagerin bei der EUCC-D. Der Zeitpunkt der Aktion könnte kaum passender sein: Für Montag ist der erste Herbststurm aus Nordwest angekündigt. „Alles, was wir jetzt wegsammeln, landet schon mal nicht in der Ostsee“, so Stoll.

Auch Dagy Dengler und Eileen Gersch aus Rostock waren dabei. „Ich habe letztes Jahr von dem Aktionstag gehört und diesmal eine Freundin gefragt, ob sie mitmacht. Jetzt sind wir dabei“, sagt Dengler. Die beiden Frauen wollen Strandbesuchern vor Augen führen, welchen Müll sie hinterlassen. „Das macht mich nämlich so richtig wütend“, betont Dagy Dengler.

Leuchtturm und Teepott: Familien und Unternehmen packen mit an

Am Strandaufgang 1 – unterhalb von Leuchtturm und Teepott – sammelten 45 Teilnehmer, überwiegend Rostocker, 30 Kilogramm Müll, darunter allein fünf Kilogramm Flaschen. „Unter den Helfern waren vier Familien und zwölf Mitarbeiter des a-ja Resorts – das ist großartig!“, freut sich Mila Zarkh, Nachhaltigkeitsmanagerin bei der Tourismuszentrale Rostock und Warnemünde. Sie weiß: Zweimal pro Woche wird der Strand in der Saison vom Bauhof mit einer Strandreinigungsmaschine gereinigt. Und der Küstenputztag zeigt zudem, wie sehr sich lokale Vereine für einen sauberen Strand engagieren – darunter der Warnemünde Verein, die Initiative „Rettet den Küstenwald“ und der Warnemünder Tauchsportclub.

Auch Anja und Bernd Bieräugel aus Leipzig waren dabei. „Wir sind begeisterte Warnemünde- und Ostseefans und kommen jedes Jahr mindestens einmal hierher. Die Müllsammlung ist eine schöne Gelegenheit, etwas zurückzugeben“, sagt Bernd Bieräugel. Christiane und Michael Pecher aus Rostock haben über den Verein Rostock Müllfrei und einen Radiospot von der Aktion erfahren. „Wir dachten, an den Wallanlagen wären sowieso viele Freiwillige unterwegs, und haben uns deshalb für den Strand entschieden“, erklärt Michael Pecher. Besonders im Frühjahr und Herbst sind die beiden dort gerne unterwegs. „Dann kann man sich vom Wind ordentlich durchpusten lassen“, schwärmt Christiane Pecher.

Südlicher Alter Strom: Ehrenamtler in Aktion

Für Jan Starzynski, der sich seit diesem Jahr ehrenamtlich im Gemeinnützigen Verein für Warnemünde engagiert, war der Küstenputztag ebenfalls eine gute Gelegenheit, mit anzupacken. Der Verein war mit zehn Helfern am südlichen Alten Strom sowie in den angrenzenden Parkanlagen und auf den Wegen unterwegs. „Es hat sich gelohnt. Wir haben massenweise Kippen gefunden, vor allem dort, wo Bänke sind“, berichtet Starzynski. Unverständlich: Die dort platzierten Müllbehälter werden nur selten genutzt.

Zum ersten Mal beteiligte sich auch der Tauchsportclub Warnemünde am Küstenputztag. Beim Unterwasser-Einsatz im südlichen Alten Strom fanden die Taucher unter anderem abgerissene Ketten und Taue, Glasflaschen sowie Taschen mit Ausweispapieren, Kfz-Zulassungen und EC-Karten. Die persönlichen Dokumente wurden der Polizei übergeben.

Für den Vorsitzenden Joachim Bonin steht deshalb fest: „Es war sicher nicht das letzte Mal.“ Der Küstenputztag zeigt einmal mehr, dass gemeinsames Anpacken etwas bewirken kann – und dass selbst dort, wo Strand und Wasser auf den ersten Blick sauber wirken, noch einiges zu finden ist.


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