Rekordschiff der Hanse Sail: „Albert Johannes“ steuert zum 34. Mal Rostock an


04. August 2026

Kaum ein anderes Traditionsschiff ist so eng mit der Hanse Sail verbunden wie die Albert Johannes. Der Dreimast-Gaffelschoner läuft in diesem Jahr bereits zum 34. Mal das maritime Festival in Rostock an – so oft wie kein anderes Schiff zuvor. Für Skipper Steffen Schwarze, der das Schiff seit 2000 besitzt, ist es bereits die 27. Hanse Sail als Eigner. „Darüber habe ich noch nie nachgedacht“, sagt der 60-Jährige lachend.

Gebaut wurde die heutige Albert Johannes 1928 in den Niederlanden für einen deutschen Eigner. Damals hieß sie noch Magda und war als Watt- und Sundfahrer in Nord- und Ostsee unterwegs. „Sie wurde für flache Gewässer gebaut und besitzt deshalb einen platten Boden“, erklärt Schwarze. Ursprünglich hatte das Schiff zwei Masten. In den 1950er Jahren wurde es um acht Meter verlängert und zeitweise als Frachtschiff ohne Masten eingesetzt. Stattdessen sorgte ein klappbares Ladegeschirr dafür, dass Brücken problemlos passiert werden konnten.

Nach mehreren Besitzerwechseln lag das Schiff Anfang der 1970er Jahre still. „Wahrscheinlich wäre es verschrottet worden, wenn nicht ein Holländer gekommen wäre, der etwas Gutes darin sah“, erzählt Schwarze. Der neue Eigner ließ den Schoner restaurieren, gab ihm einen dritten Mast und machte ihn zum Charterschiff. Seitdem trägt er den Namen Albert Johannes.

Vom Schiffsbetreuer zum Eigner

Die 46 Meter lange Albert Johannes fährt bis heute unter niederländischer Flagge, hat ihren Heimathafen aber in Rostock. Jährlich wird sie überprüft und neu zertifiziert. Viele Arbeiten an Bord übernimmt Schwarze selbst. „Ohne handwerkliches Geschick und Verständnis wäre man auf so einem Schiff verloren.“

Der Rostocker war bereits bei der ersten Hanse Sail als Schiffsbetreuer dabei und lernte die Albert Johannes schon bei der zweiten Ausgabe kennen. Seit 1996 organisiert er Segelreisen. Als der damalige Besitzer das Schiff verkaufen wollte, musste Schwarze nicht lange überlegen. „Bis alles geregelt war, dauerte es allerdings noch bis 2000.“

Für Tagesfahrten mit bis zu 65 Gästen werden vier zertifizierte Crewmitglieder benötigt. „Oft sind es Menschen, die eigentlich einen ganz anderen Beruf haben und sich extra Urlaub nehmen, um bei uns in der Crew mitzusegeln“, sagt Schwarze.

Neben der Hanse Sail ist die Albert Johannes auf der Ostsee und bei maritimen Veranstaltungen, etwa im Hamburg oder Bremerhaven, unterwegs. Für längere Törns stehen 26 Kojen zur Verfügung. Für Steffen Schwarze ist die Hanse Sail eine Möglichkeit, durch die Ausfahrten Geld zu verdienen. „Sonst könnten wir das Schiff nicht erhalten“

Besondere Verbundenheit

Unter den 120 Schiffen der 35. Hanse Sail gibt es sechs Traditionsschiffe, die bereits mehr als 30 Mal teilgenommen haben: Albert Johannes, Loth Lorien, Stettin, Swaensborgh, Regina Maris und Nobile.

„Die Hanse Sail lebt von den Traditionsschiffen. Dass sechs von ihnen bereits mehr als 30 Mal Kurs auf Rostock genommen haben, ist ein außergewöhnliches Zeichen der Verbundenheit und des gegenseitigen Vertrauens. Dafür möchten wir unseren Kapitänen und Crews von Herzen danken“, sagt Bettina Fust, Leiterin des Hanse-Sail-Büros.


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